Rietberger Stadtverband diskutiert über umstrittene City-Outlet-Pläne CDU unterstützt Bürgerbegehren

Rietberg (msc). Kein kommunalpolitisches Thema berührt die Rietberger aktuell so stark wie das City-Outlet. Der CDU-Stadtverband diskutierte in einer offenen Mitgliederversammlung im Hotel Adelmann in Mastholte mit rund 100 Interessierten über das Pro und Contra der Pläne und Investitionen.

Welche Folgen hätte ein City-Outlet für die Innenstadt? Rietbergs Altbürgermeister Hubert Deittert sieht Gefahren für die historische Altstadt, wenn sich die großen Verkaufsflächen auf das Nord- und Südtor konzentrierten.
Welche Folgen hätte ein City-Outlet für die Innenstadt? Rietbergs Altbürgermeister Hubert Deittert sieht Gefahren für die historische Altstadt, wenn sich die großen Verkaufsflächen auf das Nord- und Südtor konzentrierten. Foto: Markus Schumacher

»Wir wollen ein klares Signal, wie es weitergeht, und keinen Schaden der Demokratie. Wir unterstützen jetzt das Bürgerbegehren«, sagte Stadtverbandsvorsitzender Bernhard Altehülshorst. »Die CDU will wissen, wie die Basis darüber denkt und wir unterstützen, dass der Bürger mitentscheiden kann.«

Die interessierten Mitglieder und Gäste wurden von Dr. Christian Brockschnieder und CDU-Fraktionschef Marco Talarico auf den aktuellen Sachstand der Planungen gebracht. Die Moderation lag in den Händen von Ursula Bartels. Die planungsrechtlichen Grundlagen wurden vorgestellt.

»Investor muss die Last der Kosten tragen«

Die Christdemokraten stellen drei Bedingungen. »Der Investor muss die Last der Kosten tragen, es darf nicht auf Kosten Dritter gehen, und das Thema Parken und Verkehr muss geregelt werden«, betonte Talarico, der auch klarstellte, dass die CDU das unternehmerische Handeln in der Stadt unterstützt und nicht behindern will.

»Die Leerstände in der Innenstadt sind ein Problem. Den Königsweg haben wir noch nicht gefunden.« Ein heißes Eisen für die CDU sind die jüngst vorgestellten Planungen an der Dr.-Bigalke-Straße, die für Unmut unter den Bürgern sorgte.

Ein Thema in der lebhaften, aber sachlichen Diskussion waren am Dienstagabend auch die Erweiterungsmöglichkeiten des Lind-Hotels, die bei einem jüngst neu vorgestellten Planungsmodell eingeschränkt würden.

Ein Scheitern würde Leerstand mit sich bringen

Im Pro und Contra wurden das Gelingen und die Nachhaltigkeit des Outlets-Centers diskutiert. Das mögliche Scheitern nach ein paar Jahren und der daraus resultierende Leerstand der geplanten Immobilien am Süd- und Nordtor waren Gesprächsthema. »Die Frage können wir nicht beantworten und keiner kann in die Glaskugel schauen«, meinte Marco Talarico.

Rietbergs Altbürgermeister Hubert Deittert macht sich Sorgen um die historische Altstadt, wenn sich die großen Verkaufsflächen auf das Nord- und Südtor konzentrierten. »Das könnte eine Gefahr für die Innenstadt werden«, befürchtet der Varenseller.

Die noch stärkere Belastung des Pulverdamms, die Wohnqualität in den Zufahrtsstraßen und die Parksituation beschäftigt die Rietberger zudem. Ein Parkhaus am Torfweg will die CDU nicht. »Für einen Betonklotz heben wir keine Hand«, stellte Talarico klar.

FWG ist für die Realisierung der Pläne

Die Initiative pro Bürgerbegehren, die sich für eine Bürgerbeteiligung ausspricht, meldete sich auch zu Wort. »Es ist endlich Bewegung in die Sache gekommen«, wertete Michael Nordmann den Dienstagabend und die Gespräche im Saal als einen Gewinn. »Die Diskussion unterstützt mich dabei, mich weiter für das Bürgerbegehren einzusetzen.«

Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) setzt sich für eine Realisierung der Pläne zum City-Outlet ein. »Das ist die Zukunft von Rietberg«, sagte Werner Bohnenkamp. Sein Ratskollege Hajo Ahrens meinte, dass Rietberg »eine Idee« brauche und es keine Gewähr gebe, ob ein City-Outlet funktioniert oder nicht.

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