Pastoraler Raum benötigt zwingend einen Verwaltungssitz in der Innenstadt Muss das Pfarrhaus weichen?

Rietberg (WB). Dass auf die katholischen Gläubigen in ganz Rietberg ein großes Maß an Umwälzungen zukommt, ist bekannt. Dass aber mit den logistischen Umwandlungen auch starke bauliche Veränderungen einhergehen müssen, das ist neu. Ebenso wie die Tatsache, dass in der Rietberger Innenstadt zwingend der Verwaltungssitz für den sogenannten Pastoralen Raum eingerichtet werden muss.

Von Petra Blöß
Das rot geklinkerte Pfarrhaus (rechts) und die Pfarrkirche St. Johannes Baptist Rietberg liegen in direkter Nachbarschaft. Womöglich muss das Pfarrhaus abgerissen werden.
Das rot geklinkerte Pfarrhaus (rechts) und die Pfarrkirche St. Johannes Baptist Rietberg liegen in direkter Nachbarschaft. Womöglich muss das Pfarrhaus abgerissen werden. Foto: Petra Blöß

Aber: Es gibt dafür kein geeignetes Gebäude. Ein Neubau muss her! Und für den könnte alsbald das alte Pfarrhaus an der Rügenstraße weichen müssen. Denn hier wäre der ideale Standort, gleich neben Pfarrheim, Pfarrkirche, Altenheim und nur einen Steinwurf von der Klosterkirche St. Katharina entfernt.

Seit längerem bereits wird seitens der Verantwortlichen kirchlicher Gremien kräftig diskutiert, getüftelt, überlegt, vorgeplant und wieder verworfen. Erste Ergebnisse stellt Pfarrer An­dreas Zander im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT heraus, betont aber auch: »Das sind alles Vorüberlegungen, da ist noch gar nichts fest.«

Zentrales Büro für sieben Gemeinde

Der künftige Personalschlüssel ist eng, die Aufgaben werden nicht weniger. Schon 2010 hat das Generalvikariat formale Vorschriften herausgegeben, und dazu gehört auch die Einrichtung eines »Zen­tralbüros« für alle sieben Gemeinden im Schatten von St. Johannes Baptist. Dass das unter anderem einen Neubau bedeuten kann, sehe man aktuell in Rheda-Wiedenbrück, so der 55-jährige Geistliche. Hier seien gerade Architektenmodelle vorgestellt worden.

In Rietberg ist man erst am Anfang, und der schaut so aus, dass Zander und weitere Verantwortliche den Spitzen der Ratsfraktionen erste Überlegungen in einem internen Treffen vorstellten.

»Benötigt wird ein Gebäude in zentraler Lage mit der Möglichkeit, die Archive der Gemeinden unterzubringen. Dazu brauchen wir außerdem wenigstens acht Büroräume, Besprechungs- und Nebenräume nebst WC-Anlage«, blickt der Pastoralverbundsleiter auf das, was an Minimalausstattung geschaffen werden muss. Keine der vorhandenen Liegenschaften aber erfüllt die Raumvorschriften auch nur ansatzweise. Zander: »Wir haben schon gemeinsam mit dem Generalvikariat überlegt, wie es bei uns gehen könnte.« Eine denkbare Variante sei die Sanierung des roten Backsteinbaus an der Rügenstraße, zusammen mit der Schaffung eines Anbaus. Der würde dann auf den Gartenflächen zwischen Rügenstraße, Orgel Speith und Drostenhaus entstehen. Ebenso denkbar ist auch ein Abriss des Pfarrhauses, der natürlich wie jede weitere Veränderung auch mit der Denkmalbehörde abzustimmen ist, und an gleicher Stelle ein kompletter Neubau. Und letztlich, neben vielen weiteren Gedanken, sieht Zander die Möglichkeit, die Außenfront des Gebäudes zur Straße hin stehen zu lassen, aber dahinter komplett auf neu zu setzen, »ähnlich wie es beim Kolpinghaus geschehen ist.« Er wohnt selbst dort und weiß um die Unzulänglichkeiten. Eine energetische Sanierung allein würde wenig bringen. Im Dachgebälk hat sich der Holzwurm breit gemacht, über kurz oder lang gibt es dringenden Handlungsbedarf.

Erste Überlegungen vorgestellt

Wichtig bei allem sei, durch ein zentrales Verwaltungsbüro Synergieeffekte zu nutzen und eine nachhaltige Lösung für die Zukunft zu schaffen. »Wir brauchen eine gut funktionierende Infrastruktur für den pastoralen Raum, neben all dem anderen, was auf uns Hauptbeschäftigte, auf Teilzeitkräfte, auf Ehrenamtler und natürlich auch auf alle Gläubigen zukommt«, so der Geistliche. Gar nicht begeistert ist man im Pastoralverbund übrigens von der Möglichkeit – und die gäbe es tatsächlich – eines der beiden Gotteshäuser aufzugeben, um darin eine Verwaltung unterzubringen. Zwei solch prächtige Kirchen wie St. Johannes und St. Katharina auf so engem Raum gibt es kaum vergleichbar andernorts.

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