Sänger und Instrumentalisten aus Mastholte wissen ihr Publikum zu beeindrucken Konzert ist wohltuend anders

Rietberg-Mastholte (WB). »Grandios(o)«, um den Titel eines der Musikstücke aufzugreifen – ja, grandios, war das, was die Musiker aus Mastholte an diesem dritten Advent ihrem intensiv lauschenden Publikum darboten. Nicht umsonst verweilten annähernd 400 Menschen in der St.-Jakobus-Pfarrkirche, um den Klängen der ihren zu lauschen.

Von Petra Blöß
Eine eindrucksvolle Leistung zeigt der Kinderchor während des Konzerts in der St.-Jakobus-Pfarrkirche Mastholte.
Eine eindrucksvolle Leistung zeigt der Kinderchor während des Konzerts in der St.-Jakobus-Pfarrkirche Mastholte. Foto: Petra Blöß

Das »traditionelle Weihnachtskonzert«, so die schlichte Schlagzeile auf dem Programmzettel, ist längst weitaus mehr als eine Pflichtübung, die Bewohner des Dorfes »mal eben« ein wenig kurzweilig zu unterhalten. »Grandioso«, mit diesem Werk aus der Feder des 2005 verstorbenen Hornisten Dieter Herborg begann das, was Chöre und Orchester speziell für diesen Abend entwickelt hatten. Und wie furios manövrierte Reinhard Hammelbeck die Akteure des Musikvereins Mastholte durch die hohen Anforderungen der Komposition. Begeisternd!

Obwohl nur mit einem Teil der Instrumentalisten vor Ort, wussten die Bläserinnen und Bläser auch mit dem »Song of Adoration« bestens zu gefallen. Der Auftakt war erfolgreich geschafft, das Publikum spendete bereits lautstarken Applaus, folgte aber zumeist der Bitte, die besinnliche Veranstaltung während des Ablaufs mit möglich wenig Beifall in der innigen Stimmung zu stören.

Der örtliche MGV »Sängergruß« unter der Leitung von Klaus Zobel hatte drei Lieder mitgebracht und nahm die Mastholter Zuhörer eindrucksvoll mit in die biblische Szene der Hirten auf dem Felde, die da verkündeten, »der Heiland ist geboren«. 

Zum Abschluss singen alle gemeinsam

Ebenfalls in jene Epoche entführte der eindrucksvolle Kinderchor, der von JMB-Chef Paul Leo Leenen gefördert wird. Und der kann bekanntlich nicht wirklich ohne Musical, und weiß geschickt, gesangliche Grundschritte auch mit Hinblick auf Nachwuchs für die Jugend-Musical-Bühne zu verknüpfen. So trugen die Kleinsten unter allen Akteuren dieses dritten Adventssonntages gleich fünf anspruchsvolle Stücke vor, in denen nahezu alle auch erste solistische Schritte unternahmen. Dem Weihnachtsmusical »Die sonderbare Nacht« entnommen, erklangen mehrere Lieder – und so konnte bei diesem Auftritt das Auditorium schlichtweg nicht ruhig bleiben und spendierte auch zwischendurch verdienten Applaus.

Unter anderem von der »stillen, heiligen Nacht« berichtete gesanglich der im Sopran äußerst erstarkte Mastholter Frauenchor, ebenfalls unter Leenens Dirigat. Die Filmmusik zum Kinostreifen »Harry Potter und der Feuerkelch« bildete eine Steilvorlage für das ebenfalls exzellent agierende Jugendorchester des Musikvereins. Die Altersgenossen, die statt auf Flöten und Trompeten auf die eigene Stimme setzen, standen dem anschließend in nichts nach. Viele bekannte Gesichter waren in diesem, einem weiteren Leenen-Chor zu sehen, engagieren sich doch die Mädchen und Jungen schon länger in der JMB. Die dazugehörende Stimmbildung machte sich auch im Chorvortrag positiv bemerkbar. Die Chorgemeinschaft St. Jakobus stand keiner der vorhergegangenen Gruppierungen nach.

Groß war die Begeisterung über die Abschlussstücke, die alle gemeinsam vortrugen, darunter auch das Lied »Als die Welt verloren« in einem Arrangement von Paul Lee Leenen. Rundum grandios war es also, dieses Mastholter Konzert, das so wohltuend war in dieser stressigen, kommerziellen Vorweihnachtszeit.

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