Festgenommener soll Kontaktmann eines Attentäters gewesen sein IS-Spur führt von Malmö in den Kreis Gütersloh

Rietberg (WB).  Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch einen Mann (23) in Rietberg festnehmen lassen, der Mitglied der Terrormiliz IS sein soll.

Von Bernd Bexte
Am 11. Oktober 2016 war ein Gebetsraum von Schiiten im schwedischen Malmö Ziel eines Brandanschlags.
Am 11. Oktober 2016 war ein Gebetsraum von Schiiten im schwedischen Malmö Ziel eines Brandanschlags. Foto: Polizei

Gegen Mohammed G. lag seit dem 24. Mai ein Haftbefehl vor. Der Syrer soll Kontaktperson eines angeblichen IS-Attentäters in Schweden gewesen sein. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft war G. Anfang September 2015 nach Deutschland eingereist. Hier habe er als Mittelsmann zwischen der dem IS zuzurechnenden Nachrichtenagentur Amak und möglichen Attentätern der Terrororganisation agiert.

Seit spätestens Mitte September 2016 habe er über soziale Medien in Kontakt mit einem Syrer (30) gestanden, der am 11. Oktober des vergangenen Jahres im südschwedischen Malmö einen Brandanschlag auf ein schiitisches Gemeindezentrum verübt haben soll. Menschen kamen dabei nichta zu Schaden.

Bauanleitung eines Zünders auf dem Computer

Die schwedischen Ermittler gingen davon aus, dass der sunnitische IS mit dem Anschlag schiitische Muslime einschüchtern wollte. Auf dem Computer des Mannes war unter anderem die Bauanleitung eines Zünders gefunden worden. Am Tag nach dem Anschlag soll Mohammed G. von seinem Landsmann in Schweden verlangt haben, sich als Täter zu bekennen.

Hintergrund hierfür war, dass das IS-Sprachrohr Amak ohne einen solchen Beweis keine Meldung über den Anschlag veröffentlichen wollte. In der Folge bekannte sich der IS in der von ihm veröffentlichen Zeitung »al Naba« zu dem Brandanschlag – der erste, den der IS in Schweden für sich reklamierte. Zudem soll Mohammed G. im Internet in verschiedenen Chatgruppen Propaganda für den IS betrieben haben.

Attentäter von Malmö in erster Instanz freigesprochen

Zum Ort der Festnahme machte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe keine Angaben. Nach Informationen dieser Zeitung ereignete sich der Zugriff in Rietberg. Zudem wurde die Wohnung des Beschuldigten dort durchsucht. Mohammed G. wurde am Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Er verkündete ihm den Haftbefehl und ordnete Untersuchungshaft an.

Der mutmaßliche Attentäter von Malmö war am 21. April in erster Instanz vom Terrorvorwurf freigesprochen worden. Er ist aber weiter in Haft. Der Syrer soll nun aus Schweden abgeschoben werden.

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