André Kuper aus Rietberg neuer Landtagspräsident Kuper: »15 Jahre Bürgermeister prägen fürs Leben«

Düsseldorf (WB). André Kuper (CDU) aus Rietberg im Kreis Gütersloh ist am Donnerstag als neuer NRW-Landtagspräsident vereidigt worden. Mit ihm sprach Hilmar Riemenschneider.

Der neue Landtagspräsident André Kuper (CDU).
Der neue Landtagspräsident André Kuper (CDU). Foto: dpa

Herr Kuper, auf einer Skala von eins bis fünf: Wie überrascht waren Sie von der Nominierung als Landtagspräsident?

Kuper: Eins und fünf. Ich hatte darauf gehofft und wurde dann vom Fraktionsvorsitzenden Armin Laschet angesprochen.

Viele hatten Sie als Heimat-Minister auf dem Schirm. Hätte Sie das auch gereizt?

Kuper: Ich habe in meiner 15-jährigen Amtszeit als Bürgermeister der Stadt Rietberg mit 30.000 Einwohnern viel gestalten können, habe die positiven Seiten und die negativen miterlebt, eben auch persönliche Schicksale von Menschen. Von daher weiß ich, dass ein Ministeramt eine schöne Sache ist, aber auch Schattenseiten hat. Ehrlich gesagt: Dieses tolle Amt als Landtagspräsident bevorzuge ich.

Welche besonderen Eigenschaften bringen Sie für dieses neue Amt mit?

Kuper: Auf der fachlichen Ebene den Abschluss von Studiengängen, die tagtäglich das Handwerkszeug dieser Aufgabe sind. Ich halte es für sinnvoll, Verwaltungswissenschaft und Betriebswirtschaft als Abschlüsse zu haben, denn der Landtagspräsident steht ja auch an der Spitze der Landtagsverwaltung mit 300 Mitarbeitern. Auf der anderen Seite: 15 Jahre Bürgermeister prägen fürs Leben.

Eine besondere Herausforderung dürfte der Umgang der Fraktionen mit der AfD werden. Wie gehen Sie damit um?

Kuper: Ich bin als Landtagspräsident zu parteipolitischer Neu­tralität verpflichtet. Ich respektiere, dass die Wählerinnen und Wähler dieser Partei ein Votum gegeben haben. Von daher werde ich versuchen, im Sinne der Menschen dieses Landes an der einen oder anderen Stelle ausgleichend zu wirken.

Es läuft die Debatte, dass die AfD bei den Stellvertreterposten ausgeschlossen wird. Wäre es nicht ehrlicher und klüger gewesen, die Zahl der Stellvertreter auf zwei zu begrenzen?

Kuper: Das ist eine Entscheidung der Fraktionen im Landtag und der einzelnen Abgeordneten.

Haben Sie sich besondere Initiativen vorgenommen, wie Sie Parlament und Bürger näher zueinanderbringen können?

Kuper : Es gibt viel Bewährtes von meinen Vorgängern, das will ich ergänzen. Ich möchte, dass sich dieser Landtag mehr Selbstbewusstsein schafft und mehr wahrgenommen wird. Denn viele der wichtigsten Dinge, die das Leben der Menschen berühren, werden im Landtag beschlossen. Die Bürger nehmen das oft nicht so wahr, das will ich ändern. Außerdem möchte ich bei unserem Besuchsprogramm die Inklusion stärker in den Fokus nehmen. Die ist im Moment vor allem mit Schule verbunden, aber Inklusion ist auch als gesellschaftliche Herausforderung wichtig. Ein dritter Punkt: Viele halten Demokratie für selbstverständlich. Die Ereignisse der letzten Monate zeigen aber, dass das nicht so ist. Mir liegt am Herzen, dass wir besonders den jungen Menschen deutlich machen, wie wertvoll eine parlamentarische Demokratie ist.

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