City-Outlet Rietberg: Investoren und Bürgermeister stellen überarbeitete Pläne vor 2020 soll die Eröffnung sein

Rietberg (WB). Alles neu macht der Mai. Das Rietberger City-Outlet, von Skeptikern schon tot geglaubt, feiert fröhliche Urständ. Baubeginn 2019, Eröffnung 2020, so lautet jetzt der Zeitplan, den Investor Leon Meyer am Dienstag bei einem Pressegespräch vorstellte. Allerdings:  Das Konzept sieht inzwischen ganz anders aus als vorher.

Von Stefan Lind
Ein enormer Gebäudekomplex soll am Rietberger Südtor entstehen, wie diese Computergrafik zeigt. Rechts ist die Südtorschule zu erkennen, die ebenfalls als Verkaufsfläche dienen wird.
Ein enormer Gebäudekomplex soll am Rietberger Südtor entstehen, wie diese Computergrafik zeigt. Rechts ist die Südtorschule zu erkennen, die ebenfalls als Verkaufsfläche dienen wird.

Denn die neue Planung hat sich von der Idee des City-Outlets wie in Bad Münstereifel, wo es viele kleine Geschäfte über die Innenstadt verteilt gibt, weitgehend verabschiedet. Stattdessen gibt es jetzt ein sogenanntes »Knochen-Modell«, das Nord- und Südtor als Pole betrachtet und die Rathausstraße als Achse dazwischen. Sprich: An beiden Seiten der Innenstadt entstehen großflächige Gebäude, damit die notwendige Verkaufsfläche von mindestens 9000 Quadratmetern zusammen kommt. Allein mit Ladenlokalen im historischen Ortskern hätte das nicht geklappt.

Ganz neu im veränderten Konzept sind zwei Bauten im Bereich des Nordtors. Da der Aldi-Markt an die Westerwieher Straße umzieht, wird diese Fläche frei. Der eingeschossige Bau, der dort hin kommt, wird U-förmig gebaut, gleichzeitig entsteht eine neu geschaffene Multifunktionsfläche da, wo derzeit die Straße Im Wullbrock ist. In einer Tiefgarage soll es 140 Stellplätze geben.

Jugendhaus auf der Freibad-Wiese

Gegenüber der Terrasse des Lind-Hotels stehen zudem mehrere Grundstücke bereit, unter anderem muss ein Wohnhaus abgerissen werden. Den Bewohnern hat die Stadt bereits andere Flächen in ähnlich privilegierter Lage angeboten. Auf dem dann freien Areal soll ein eingeschossenes Verkaufsgebäude entstehen. Insgesamt können am Nordtor 20 Outlet-Shops untergebracht werden. Das Lind-Hotel hat zudem angekündigt, sich erweitern zu wollen.

Der bereits von Anfang an geplante zweigeschossige Neubau am Südtor (hier sind 25 Shops vorgesehen) wird größer als bisher geplant, denn es kommt ein Parkhaus mit 305 Plätzen dazu, das von der Heinrich-Kuper-Straße aus angefahren wird. Hier fallen das Gebäude des Superschnäppchens und ein Wohnhaus dem Abrissbagger zum Opfer. Die Alte Südtorschule wird verkauft, auch dort soll es Outletware geben. Das Jugendhaus, das bisher darin untergebracht war, findet künftig in einem eingeschossigen Neubau auf einem Teil der Freibadwiese am Torfweg Platz. »Das Areal ist mit fast 7000 Quadratmetern Fläche sehr groß, wir müssen es nur um ein Drittel verknappen«, erläuterte Bürgermeister Andreas Sunder.

Rathausstraße als verbindendes Element

Die Rathausstraße sehen die Investoren als verbindendes Element zwischen den Neubauten, hier werde »eine gute Handvoll« Ladenflächen für Outletware bereit stehen, erklärte Leon Meyer. Man könne von einem »hybriden Modell« sprechen, das verschiedene Formen kombiniert. Es biete die Möglichkeit, die Innenstadt in den kommenden Jahren weiter zu entwickeln.

Von der Gestaltung her sollen die Neubauten an industrielle Bauten der Gründerzeit erinnern. Angestrebt sei eine »einheitliche Architektursprache«, eine »zeitlose Gestaltung mit starken Materialien.« Meyer betonte, man sei bereit, einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich zu investieren. Rietberg profitierte unter anderem durch die städtebauliche Aufwertung, die Schaffung von Arbeitsplätzen (von 300 ist die Rede) und Gewerbesteuereinnahmen. Die Kommune liege in einem Einzugsgebiet mit hoher Kaufkraft, erwartet werden eine Million Besucher pro Jahr.

Öcffentliche Sitzung

Um den Zeitplan einhalten zu können, muss auch die Politik mitziehen. Der Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss wird sich am Dienstag, 30. Mai, um 18 Uhr im Progymnasium mit der genauen Planung beschäftigen. Die Sitzung ist öffentlich.

Der Rat tagt abschließend dazu am Mittwoch, 7. Juni. Danach wird es eine Bürgerversammlung geben, genauer gesagt am Dienstag, 13. Juni, um 19 Uhr in der Cultura.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.