Naherholungsgebiet soll bleiben, notfalls mit höherem Eintrittspreis Bürger votieren für den Park

Rietberg (WB/pkb). Die Rietberger lieben ihren Gartenschaupark und sind sogar bereit, einen höheren Eintritt zu bezahlen. Eine Umwandlung in eine gebührenfreie öffentliche Grünfläche wollen sie dagegen nicht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Stadt am Donnerstagabend präsentiert hat.

Lange Zeit standen die Zäune im Kreuzfeuer der Kritik – jetzt sind die Rietberger einverstanden damit und würden sogar mehr Eintritt für den Gartenschauparkbesuch bezahlen.
Lange Zeit standen die Zäune im Kreuzfeuer der Kritik – jetzt sind die Rietberger einverstanden damit und würden sogar mehr Eintritt für den Gartenschauparkbesuch bezahlen. Foto: Petra Blöß

Neben Bürgermeister Andreas Sunder waren Vertreter des Meinungsforschungsinstitutes TNS-Emnid in den Ratssaal gekommen, um die Umfrageergebnisse zu der Zukunft des 40-Hektar-Nahherholungsgeländes zu erläutern. 1000 Telefoninterviews waren im Mai mit volljährigen Bürgern aus allen sieben Stadtteilen geführt worden.

Zufriedenheit der Besucher ist unerwartet hoch

Klare Nummer eins in Sachen Sehenswürdigkeiten ist der Gartenschaupark, er rangiert vor Bibeldorf, historischer Altstadt und Naherholungsgebiet am Mastholter See. Als beliebteste Nutzungsform in den weitläufigen Anlagen zwischen Neuenkirchen und Freibad geben die heimischen Parkbesucher mit 75 Prozent das Spazierengehen an. 72 Prozent schauen auf Veranstaltungen und Aktionen, 63 Prozent interessieren sich für die Ausgestaltung mit wechselnder Blumenbepflanzung, 54 Prozent »chillen« auf Bänken und Wiesen.

Knapp die Hälfte der Befragten ist mit der ganzen Familie für unterschiedlichste Aktivitäten vor Ort. Unerwartet hoch ist für Stadt und Park GmbH die Zufriedenheit der Besucher: 92 Prozent. Positiv sahen insbesondere Eltern mit Kindern und Besucher über 60 Jahren den Park und sein Veranstaltungsprogramm.

Finanzierung muss neu geregelt werden

Von 2017 an muss die Finanzierung neu geregelt werden, dann sind alle Überschüsse der Park GmbH aufgebraucht. Damit steigt der Zuschuss der Stadt eventuell um das Dreifache der bisherigen Summe (150.000 Euro). Dennoch: 72 Prozent der Befragten möchten den Ist-Zustand wahren, 71 Prozent sprachen sich gegen die Umwandlung in öffentliche Grünflächen und damit den Rückbau vieler Elemente aus. Damit ist klar: Die Zäune, die auch dem Schutz vor Vandalismus dienen, sollen bleiben. Breite Akzeptanz fand sich in der Gestaltung neuer Eintrittspreise. 86 Prozent fänden eine Erhöhung für Tages- und Jahreskarten in Ordnung.

Stadtrat entscheidet über Zuschusshöhe

Die Umfrage bildet die Basis für weitere politische Entscheidungen, der Rat muss sich auf eine Zuschusshöhe einigen. Von dieser wird abhängen, in wie weit ein Erhalt ermöglicht werden kann. Im Vorfeld der Umfrage hatte sich die Politik von Verwaltung und Park GmbH mehr Transparenz darüber gewünscht, wie die Kommune inklusive der Sach- und Personalleistungen schon jetzt den Park unterstützt. Dazu soll heute im Haupt- und Finanzausschuss ein Bericht gehalten werden.

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