Rheda-Wiedenbrück
Staatsschutz nimmt Ermittlungen auf

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Schilder mit der Aufschrift „Wir müssen draußen bleiben“ und einem Davidstern, in dem das Wort „ungeimpft“ zu lesen ist, haben den Bielefelder Staatsschutz auf den Plan gerufen.

Donnerstag, 08.04.2021, 17:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 20:16 Uhr
Weil eine Schilderaktion politisch motiviert gewesen sein könnte, ermittelt in Rheda-Wiedenbrück nun der Staatsschutz.

Die schwarz umrandeten Zettel prangten nach dem langen Osterwochenende an den Eingangstüren mehrerer Geschäfte und Bankfilialen in der Wiedenbrücker Innenstadt. „Eine politisch motivierte Tat ist keinesfalls auszuschließen“, sagt Michael Kötter vom zuständigen Bielefelder Polizeipräsidium. Deshalb habe der dort ansässige Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. 

Bislang keine konkreten Hinweise

Konkrete Hinweise auf die Verfasser der Schilder gebe es bislang aber nicht. Laut Kötter klebten die Zettel an den Glastüren mehrerer Geschäfte in der Innenstadt Wiedenbrücks. Einen ähnlich gelagerten Fall habe es in Ostwestfalen-Lippe bislang nicht geben. Schilder mit entsprechender Aufschrift seien bisher nur in der Emsstadt aufgetaucht, sagte Kötter.

Betroffen waren auch die beiden Geschäftsstellen der Volksbank Bielefeld-Gütersloh am Ostring und am Markt. Filialleiter Andreas Tamm bestätigte auf Nachfrage, dass der Bruder eines seiner Mitarbeiter die Schilder am Ostermontag entdeckt habe. „Wir haben daraufhin die Polizei informiert und die Zettel umgehend überklebt“, sagte Tamm. Er selbst habe am Montag in der Innenstadt nach weiteren Schildern Ausschau gehalten und gleich mehrere entdeckt – unter anderem vor Bäckereien, Drogeriemärkten oder auch Discountern. „Überall dort, wo es ein besonders hohes Kundenaufkommen gibt“, erläuterte Tamm. 

Videoaufzeichnungen ausgewertet

Um den Tätern auf die Spur zu kommen, ließ der Wiedenbrücker Volksbank-Filialleiter vom Sicherheitsbeauftragten des Kreditinstituts die Bänder der Überwachungskameras in den Eingangsbereichen der beiden Geschäftsstellen überprüfen. Auf den Aufnahmen der Kameras in der Selbstbedienungsfiliale am Ostring sei man fündig geworden: Dort hätten sich in der Nacht von Ostersonntag auf -montag gegen 1 Uhr vermummte und dunkelgekleidete Personen ans Werk gemacht und die Türen beklebt. Nähere Details zu den Tatverdächtigen seien auf den Videobändern aber nicht zu erkennen gewesen.

Die Nachricht von den Schildern mit dem menschenverachtenden Text hatte bereits am Mittwoch in sozialen Netzwerken die Runde gemacht. Die Entrüstung war groß. Dass von Corona-Leugnern Symbole verwendet werden, die an den Juden- oder Davidstern erinnern, ist nicht neu. In einigen bundesdeutschen Großstädten war die Nutzung von Zeichen, die dem Davidstern gleichen, daraufhin bereits verboten worden.

Um den Rheda-Wiedenbrücker Fall aufzuklären, bittet der Staatsschutz Bielefeld unter Telefon 0521/5450 um Hinweise.

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