Rheda-Wiedenbrück
Virtuelle Führung durch Vituskirche

Rheda-Wiedenbrück (wl) - Gern erzählt Kirchenführerin Gertrud Meyer Kindern die Geschichte vom Heiligen Joachim, den eine Figur in der St.-Vitus-Kirche im Ortsteil St. Vit darstellt. Am liebsten aber präsentiert sie sie den Kommunionkindern im Rahmen eines persönlichen Rundgangs. 

Mittwoch, 03.03.2021, 18:05 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 18:46 Uhr
Innovativ: Gertrud Meyer erklärt die Darstellungen im Altar und die Figuren der Heiligen während ihrer Kirchenführung durch die St. Viter Barockkirche, die Nikolas Geurten filmt.

Die Mädchen und Jungen staunen nämlich nicht schlecht, wenn sie hören, dass Joachim der Großvater von Jesus ist. Dass Jesus genau wie sie auch einen Opa hatte, das hätten sie nicht gedacht. 

Kleine Geschichten

Für die Kommunionkinder ist die Erforschung des Kirchenraums nach Ansicht der St. Viterin sehr wichtig, weil sie durch das Gehörte, das ein wenig die Heiligen lebendig werden lasse, vieles abspeichern würden. „Das verbindet sie mit ihrer Heimatgemeinde über lange Zeit“, ist sich die 84-Jährige sicher. Sie hat nie versucht, die Besucher mit Zahlen und Daten zu belasten, sondern vielmehr mit den kleinen Geschichten, die hinter den Figuren und künstlerischen Darstellungen stecken, zu unterhalten gesucht. 

Coronabedingt jedoch können diese Führungen sowie Gruppenstunden, Weggottesdienste und Ausflüge, die sonst ganz selbstverständlich zur Kommunionvorbereitung gehören, derzeit nicht stattfinden. Gemeindereferentin Claudia Becker hat lange überlegt, wie man diese Lücken am besten schließen kann. Regelmäßig bekommen die Mädchen und Jungen von ihr Taschen mit Arbeitsmaterial. Doch ganz zufrieden sei sie damit nicht, weil es unpersönlich sei. 

Führung als Film

Da das aktive Pfarrgemeinderatsmitglied Nikolas Geurten fit an der Videokamera ist, entstand die Idee, die Kirchenführung für die Kinder anstelle der persönlichen Begegnung als kleinen Film zu gestalten. Dieser ist fast fertig und kann demnächst auf der Homepage des Pastoralverbunds Reckenberg angesehen werden. Die Kommunionkinder sollen umgehend Bescheid bekommen, wenn sie sich ihre virtuelle Kirchenführung anschauen können. 

Zuhause erlebbar

Claudia Becker ist froh, dass ihre Idee so gut umgesetzt werden konnte, und dass die Kinder diese kleine Kirchenführung nun zusammen mit ihren Eltern zuhause erleben können. Sie hat passend zum Video Arbeitszettel erarbeitet. Wer mag, kann auf Anfrage auch in das Gotteshaus gehen, um sich die angesprochenen Dinge direkt und live noch einmal anzuschauen. Becker kann sich gut vorstellen, dass der kurzweilige Film ihr auch später im Religionsunterricht noch hilfreich sein wird.

Wahrzeichen der Gemeinde

In der Kirchenführung wird Wissenswertes über die Historie und Entstehung des Gotteshauses vermittelt, etwa warum sie erst 1913 einen Turm bekam. Zu erfahren ist beispielsweise, dass zuvor vor dem Eingang eine dreistöckige Linde stand, in der Glocken angebracht waren. Deshalb ist die Linde auch bis heute das Wahrzeichen der Pfarrgemeinde geblieben und taucht auf Fahnen, Schildern und in Illustrationen auf. Auch auf dem Rasen vor der Südseite des Kirchenschiffs ist noch immer eine üppige Linde zu sehen. 

Erzählen hält fit

Gertrud Meyer erklärt die Geschichte des Heiligen Vitus und erläutert, was auf dem Gemälde am Altar zu sehen ist. Es zeigt Jesus mit einem Winkelmesser in der Hand. „Das soll uns sagen, als dass wir damals wie heute den Eltern zur Hand gehen müssen“, informiert Gertrud Meyer. Dabei sagt sie den Kindern, dass sie auch einmal den Müll nach draußen bringen, beim Gemüseputzen oder bei der Gartenarbeit helfen können. 

Obgleich die Seniorin schon ein stolzes Alter erreicht hat, nimmt sie diese Aufgabe gern wahr. „Das hält mich körperlich und geistig fit“, sagt sie. Die Kinder sind von ihr und ihrer Art zu erzählen auf jeden Fall angetan. Besonders wenn sie am Ende noch das Vitusgebet auf Plattdeutsch spricht, sind alle aus dem Häuschen. Daraus ist auch schon einmal mehr entstanden. Vor zwei Jahren wollten einige Steppkes unbedingt Plattdeutsch lernen und haben mit Gedtrud Meyer eine Theatergruppe gegründet. Doch leider kam es aufgrund der Pandemie nicht mehr zur geplanten Aufführung.

http://stvit.de/pgr/kirche

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