Rheda-Wiedenbrück
Spürbare Wartezeiten am Bahnhofskreisel

Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Wie wird sich die Ansiedlung eines Fachmarktzentrums mit zusätzlicher Wohnbebauung auf die Verkehrssituation an der Kolpingstraße in Rheda auswirken? Dazu liegt  ein aktualisiertes Gutachten vor.

Mittwoch, 09.12.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 08:16 Uhr

Es orientiert sich an dem aus dem städtebaulichen Wettbewerb abgeleiteten Entwicklungskonzept. Soviel vorweg: Die Qualität des Verkehrsablaufs am Bahnhofskreisel wäre in der nachmittäglichen Spitzenstunde bestenfalls „befriedigend“. Die Ingenieurgesellschaft Röver aus Gütersloh, die sich bereits 2016 und 2017 im Auftrag der Stadt Rheda-Wiedenbrück mit Auswirkungen des Bauvorhabens auf die Verkehrsströme in dessen Umfeld befasst hat, ist nun von einem Fachmarktzentrum mit einer Verkaufsfläche von insgesamt 4840 Quadratmetern (ein Vollsortimenter mit Gastrofläche, ein Drogeriemarkt, zwei Fachmärkte) sowie bis zu 62 Wohneinheiten ausgegangen.

Zwei Zufahrten zum Fachmarktzentrum vorgesehen

Das bisher zur Diskussion stehende Konzept sieht zwei Zufahrten zum Einkaufszentrum vor, die von der Kolpingstraße aus erfolgen sollen. Östlich des Zentrums ist eine neue Erschließungsstraße für das Wohngebiet angedacht. Für seine bis auf das Jahr 2030 ausgelegte Prognose hat das Gutachterbüro insbesondere das Verkehrsaufkommen für den Kreisel am Bahnhof, für die Kolpingstraße sowie für Knotenpunkte – etwa den an Pixeler Straße (L 927) und Kolpingstraße sowie den an Pixeler Straße und Wilhelmstraße (L 568) – in den Blick genommen. Gemäß der fortgeschriebenen Verkehrsanalyse sagt das Büro Röver für die nachmittägliche Spitzenstunde rund 330 KFZ-Fahrten (172 im Ziel- und 158 im Quellverkehr) voraus, die die geplanten Nutzungen erzeugen würden. 290 davon würden durch das Fachmarktzentrum hervorgerufen, 40 in der „bemessungsrelevanten Spitze“ durch die Wohnbebauung. „Für die Kolpingstraße handelt es sich dabei fast ausschließlich um Neuverkehre, da die Kolpingstraße bis dato eine eher untergeordnete Position im innerstädtischen Netz einnimmt“, heißt es. Was die Verteilung angeht, wird angenommen, dass der Anteil des Zielverkehrs aus Richtung Bahnhofskreisel 57 Prozent ausmachen, und dass die Verteilung des Quellverkehrs aus Richtung Bahnhofskreisel und Richtung Pixeler Straße nahezu ausgeglichen sein werde.

Verkehrsablauf „befriedigend“

Am Bahnhofskreisel würden in der nachmittäglichen Spitzenstunde für die Autofahrer die Wartezeiten „spürbar“ sein. Wer sich in den Nebenströmen befinde, der müsse auf eine „merkbare Anzahl von bevorrechtigten Verkehrsteilnehmern achten“, heißt es in dem Gutachten. Es kommt demnach zu einem Stau, der aber weder räumlich noch zeitlich „eine starke Beeinträchtigung darstelle“. Konstatiert wird eine „immer noch befriedigende Qualität“. Ginge man bei der Prognose für den Bahnhofskreisel davon aus, dass es sich ausschließlich um Neuverkehre handelt, also Autofahrer, die nur wegen des Fachmarktzentrums anreisten, fiele die Vorhersage für die Spitzenstunde weniger als befriedigend aus.

Schwächster Arm ist die Kreisverkehrszufahrt Kolpingstraße

Würden Mitnahmeffekte nicht berücksichtigt, also etwa Autofahrer, die ohnehin auf dem Weg zur Arbeit oder anderswohin dort unterwegs sind, ergebe sich eine „ausreichende Qualität“. In den Nebenströmen sei mit deutlichen Zeitverlusten und Wartezeiten zu rechnen, die „hohe Werte annehmen“, heißt es. Vorübergehend könnte dort ein „merklicher Stau“ entstehen, der sich aber wieder zurückbilde, weshalb der Verkehrszustand als „noch stabil“ eingestuft wird. Dieser Zustand gelte für den schwächsten Arm und zwar die Kreisverkehrszufahrt Bahnhofsvorplatz/Kolpingstraße. Nach diesem richte sich die generelle Einstufung. In den übrigen Ästen werde jedoch eine befriedigende Qualität erreicht. Verbessert werden könnten die Kapazitäten und die Verkehrssicherheit, indem die Querungsstellen „in geringem Umfang“ umgebaut würden. Ihr Abstand zur Kreisfahrbahn wäre dann auf fünf Meter zu erhöhen.

Genügend Reserven am Knoten Pixeler Straße/Kolpingstraße

Genügend Kapazitätsreserven bescheinigt das Gutachten dem Knotenpunkt Pixeler Straße/Kolpingstraße. Dort sei mit einem guten Verkehrsablauf zu rechnen und mit keinen nennenswerten Qualitätseinbußen. Steigende Wartezeiten und ausreichende Qualität werden für den Bereich Pixeler Straße/Wilhelmstraße konstatiert. Verschiedenste Varianten seien zur Umgestaltung dieses Knotens sowie des Punkts Wilhelm- und Schlossstraße untersucht worden. Eine davon würde zu einem ungenügenden Ergebnis führen: etwa, wenn der Durchgangsverkehr von der Rötteken auf die Pixeler Straße verlegt würde. Mit Blick auf etwaige Maßnahmen wird in dem Gutachten hervorgehoben, dass zwischen den innerstädtischen Knotenpunkten und Verkehrsachsen ein Zusammen- beziehungsweise Wechselspiel besteht.

Deutlicher Anstieg prognostiziert

Bei der Betrachtung der gesamten Kolpingstraße, deren Nutzung bisher durch Schleichverkehre geprägt sei, stellt das beauftragte Ingenieurbüro fest, dass die Ansiedlung von Handel und Wohnen einen „deutlichen Anstieg der Verkehrszahlen“ mit sich bringen werde. Dieser wird gleichwohl als „verträglich“ eingestuft. Dies gelte auch mit Blick auf die Tempo-30-Regelung, die Kindertagesstätte und die Radfahrer (rund 90 Personen im Prognose-Nullfall), wobei Letztere auch auf der Fahrbahn geführt werden könnten. Bauliche Maßnahmen in den Zu- und Abfahrtsbereichen des Fachmarktzentrums seien nicht erforderlich. Einen zweiten Gehweg wolle der Vorhabenträger auf der Nordseite der Straße anlegen. In der nachmittäglichen Spitze sei mit maximal 530 Kraftfahrzeugen pro Stunde im Bereich Kreisverkehr und Bahnhofsvorplatz zu rechnen sowie im Abschnitt zwischen der Wohnstichstraße und der Pixeler Straße mit rund 460 Fahrzeugen. Die Kolpingstraße erreiche somit das Niveau einer so genannten Quartiers- und Sammelstraße. Das Gutachterbüro schlägt im weiteren Verlauf ein „Screening“ des Planungsumfelds vor, so dass über die Beobachtung der Situation „gegebenenfalls Maßnahmen zur Lenkung von Verkehren (zum Beispiel über Verbesserung des Verkehrsablaufs am Knoten Pixeler Straße/Wilhelmstraße) ergriffen werden“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7715184?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730030%2F
Trump verlässt vor Biden-Vereidigung das Weiße Haus
Wenige Stunden vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Joe Biden hat der scheidende Amtsinhaber Donald Trump das Weiße Haus verlassen.
Nachrichten-Ticker