Rheda-Wiedenbrück
Nachbesserungsbedarf bei Kitaplätzen

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Diese Zahl kann sich zunächst einmal sehen lassen: Auf das gesamte Stadtgebiet bezogen liegt die Kinderbetreuungsquote bei 99 Prozent. Wer also einen Anspruch auf einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter erhebt, kann sich in der Regel sicher sein, zufriedengestellt zu werden.

Dienstag, 08.12.2020, 17:51 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 18:31 Uhr

Differenziert betrachtet offenbart der Wert allerdings etwas Nachbesserungsbedarf. So weist Rheda mit einer Betreuungsquote von 101,6 Prozent eine geringfügige Überdeckung auf, während Wiedenbrück, Lintel, Batenhorst und St. Vit zusammen lediglich 96,6 Prozent erreichen. Was die einen zu viel haben, fehlt also bei den anderen. Nördlich der Autobahn blieben 25 Plätze unbesetzt, im südlichen Teil der Kommune gab es zuletzt keinerlei Spielraum mehr. Unter anderem hätten Wanderungsbewegungen eine Rolle gespielt, haben die Verantwortlichen im Rathaus eine Ahnung.

Bautätigkeit wirkt sich auf Nachfrage aus

Aber auch die rege Bautätigkeit nehme Einfluss auf die Nachfrage. Insgesamt betreiben verschiedene Träger 24 Kitas im Stadtgebiet, die zusammen 1701 Steppkes aufnehmen können. Zudem gibt es eine Spielgruppe der Arbeiterwohlfahrt (Awo), die über ein Dutzend Plätze für Zwei- und Dreijährige verfügt, außerdem ein „Brückenprojekt“ für Mädchen und Jungen aus Flüchtlingsfamilien. Zuletzt organisieren 55 selbstständige Tagesmütter und -väter die Betreuung von 180 Sprösslingen, die ob ihres Alters noch keinen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben. Stadtverwaltung und freie Träger lebten gewissermaßen die „Verantwortungsgemeinschaft“, wie Ruth Lohmeier, Chefin des kommunalen Jugendamts, während der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses betonte. Kitas und Tagespflege seien die beiden tragenden Systeme bei der Betreuung von Kindern. Im ersten Bereich habe man zuletzt noch einmal ordentlich draufgelegt und zum 1. August dieses Jahres 55 weitere Plätze geschaffen.

Bemerkenswert: Zwei von fünf Kindern, die eine Kita besuchen oder von einer Tagesmutter behütet werden, sind gerade erst zwischen drei Monaten und annähernd drei Jahren alt. Die Zahl der Geburten in Rheda-Wiedenbrück ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, was dazu führt, dass Verwaltung und Träger kontinuierlich nachlegen, was Kapazitäten angeht. Zum Vergleich: 2012 erblickten 370 Neubürger das Licht der Welt, im vergangenen Jahr 484. Gespannt blickt Ruth Lohmeier auf 2021, wenn es eine Antwort auf die Frage geben wird, inwieweit sich die Lockdowns auf die Geburtenrate auswirken.

Geburtenzahlen tendenziell steigend

Die wellenförmige Linie bei den Geburtenzahlen in der Doppelstadt bewegt sich tendenziell nach oben. Sie ist wichtigstes Kriterium bei der Planung von Betreuungsangeboten. Und weil zuletzt so viel Nachwuchs verzeichnet wurde, wird in den Ausbau investiert. Vor wenigen Wochen haben die Arbeiten zur Erweiterung der Kindertagesstätte an der Herder Straße in Rheda, die sich in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo) befindet, begonnen. Derzeit sind die aktuell vier Gruppen übergangsweise auf zwei Standorte in Rheda – Wilhelmstraße und Fürst-Bentheim-Straße – verteilt. Anfang 2022 sollen dann fünf Gruppen das neue Domizil beziehen. Von zwei auf drei Gruppen soll die Kindertagesstätte in St. Vit erweitert werden. Nachdem im Herbst bereits ein entsprechender Beschluss gefasst worden war, musste unlängst nachjustiert werden, da die Einrichtung einen verstärkten Ausbau der Plätze für Sprösslinge unter drei Jahren anstrebt.

Zusätzliche Kapazitäten schaffen

Im Rathaus geht man davon aus, dass in den nächsten Monaten mit der Maßnahme begonnen werden kann, so dass die zusätzlichen Kapazitäten im Lauf des Kindergartenjahrs 2021/2022 verfügbar sind. Auch in Wiedenbrück tut sich möglicherweise etwas. Ruth Lohmeier, Leiterin des städtischen Jugendamts, berichtete unlängst, dass derzeit für die Katholische Kindertageseinrichtung St. Pius geprüft werde, ob das benachbarte Pfarrhaus für eine Erweiterung der Einrichtung um eineinhalb Gruppen genutzt werden kann. Sollten sich zuletzt aufgetretene Schwankungen verfestigen, werde man darauf mit zusätzlichen Aufnahmen – oder Reduzierung der Kapazitäten – reagieren.

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