Rheda-Wiedenbrück
172 Infizierte in Tönnies-Betrieb

Rheda-Wiedenbrück (dpa/gl) - Beim Schlachtbetrieb Tönnies in Weißenfels in Sachsen-Anhalt sind derzeit 172 Mitarbeiter mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Zuvor habe es einen großangelegten Reihentest bei den Beschäftigten gegeben, erklärte Ariane Körner vom Burgenlandkreis am Mittwoch.

Mittwoch, 02.12.2020, 17:33 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 18:16 Uhr

Der Landkreis habe daher Gespräche mit der Firma aufgenommen, sagte Körner weiter. Das Unternehmen wolle die Betroffenen nun in einer gesonderten Quarantäneeinrichtung unterbringen. Zudem soll es Ende der Woche erneute Tests geben.

Werk bleibt geöffnet

Der Landkreis hofft, dass so das Infektionsgeschehen eingedämmt werden kann. Das Werk soll jedoch weiter geöffnet bleiben. Am Tönnies-Standort in Weißenfels arbeiten nach Unternehmensangaben rund 2200 Beschäftigte. Der Konzern hat in Weißenfels seinen zweitgrößten Standort im Bundesgebiet.

„Wir haben unsere Präventionsmaßnahmen immer wieder angepasst und verschärft, so dass eine Verbreitung des Virus im Betrieb sehr unwahrscheinlich ist“, hatte sich Geschäftsführer Reinhold Dierkes Ende der vergangenen Woche noch optimistisch gegeben. Das Fleischwerk stehe in enger Abstimmung mit den Behörden. Zu den bereits vor Monaten ergriffenen Maßnahmen zählen laut Tönnies eine generelle Maskenpflicht, Luftfiltrationsanlagen, Abstandsregelungen „sowie ein klar strukturiertes Testregime“.

Weitere Baustelle

Abseits vom Infektionsgeschehen tat sich für Tönnies am Mittwoch eine weitere Baustelle auf. Das deutsche Tierschutzbüro hat medienwirksam Vorwürfe gegen angebliche Lieferanten erhoben. Damit konfrontiert, überprüfte das Unternehmen die angeblichen Verbindungen und fand heraus: Es gibt überhaupt keine Lieferverträge.

Die Fehler anderer

Man stehe mit dem deutschen Tierschutzbüro in direktem Austausch, heißt es bei Tönnies. „Wir gehen jedem Hinweis nach und klären auf. Aber wir stehen nicht für die Fehler anderer gerade“, sagt Geschäftsführer Dr. André Vielstädte. Einer der beiden im Video gezeigten Betriebe ist ein Vertragslandwirt eines großen genossenschaftlichen Wettbewerbers. „Wir lassen uns nicht für die Zwecke des Tierschutzbüros missbrauchen. Tönnies hat lediglich sporadisch Schweine abgenommen.“

Nur geringe Stückzahlen

Ähnlich verhält es sich offenbar mit dem zweiten angeprangerten Erzeugerbetrieb: Seit diesem Sommer sei kein einziges Tier von ihm angeliefert worden, zuvor ebenfalls nur geringe Stückzahlen. „Insgesamt weniger als fünf Prozent der von diesem Landwirt erzeugten Schweine“, sagt der Leiter der Abteilung Landwirtschaft bei Tönnies, Dr. Wilhelm Jaeger. Mehr noch: „Wir können ausschließen, dass die in dem Video gezeigten oder andere, ähnlich verletzte Tiere an uns geliefert wurden. Diese würden sofort bei der Anlieferung bei den amtlichen Untersuchungen der Veterinärbehörden im Zusammenspiel mit den Schlachtbefunddaten auffallen und Konsequenzen auslösen“, sagt Jaeger.

170 Veterinäramtsmitarbeiter in Rheda

Allein am Standort Rheda arbeiten 170 amtliche Vertreter des Veterinäramts. Schweine mit Verletzungen würden zwingend beanstandet, heißt es.

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