Rheda-Wiedenbrück
Stadtrat größer als so mancher Landtag

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Der Rheda-Wiedenbrücker Rat ist größer als der Landtag des Saarlands: Während es das Kommunalparlament in der neuen Legislaturperiode auf 52 Sitze bringt, gehören der Landesvertretung in Saarbrücken lediglich 51 Abgeordnete an.

Dienstag, 10.11.2020, 23:30 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 00:16 Uhr

Aber der Stadtrat der Emskommune ist nicht nur größer als jemals zuvor, sondern auch bunter: Neun Gruppierungen sitzen in dem Gremium, wie Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU) am Montagabend während der konstituierenden Ratssitzung hervorhob.

Mettenborg als Bürgermeister vereidigt

Zuvor war Mettenborg feierlich vereidigt worden. FWG-Ratsherr Dirk Kamin (Jahrgang 1943) hängte ihm als ältestes Mitglied des Gremiums nicht nur die Bürgermeisterkette um den Hals, sondern nahm ihm auch den Amtseid ab. Kamin unterzeichnete auch Mettenborgs Bestellungsschreiben zum Bürgermeister.

Zur Person

Georg Effertz (CDU) ist ab sofort erster stellvertretender Bürgermeister. Der 66-jährige selbstständige Dachdeckermeister aus Wiedenbrück gehört dem Rat seit 2013 an. Ab 2014 leitete er den Bauausschuss.

Gudrun Bauer (Move) aus Wiedenbrück ist künftig Mettenborgs zweite Stellvertreterin. Die 60-jährige Mitarbeiterin im Sozialen Dienst war bereits von 2006 bis 2014 Vize-Bürgermeisterin, damals noch für die SPD.

Gabriele Bremke-Moenikes (CDU) aus Rheda wurde zur dritten Vize-Bürgermeisterin gewählt. Die 69-jährige pensionierte Studiendirektorin gehört dem Stadtrat erst seit der neuen Legislaturperiode an.

Während Theo Mettenborg direkt von den Bürgern gewählt worden war, entschied über die Besetzung der drei Stellvertreter-Posten am Montag der Stadtrat. Die Fraktionen hatten sich im Vorfeld auf einen gemeinsamen Vorschlag geeinigt. Die Abstimmung konnte also en bloc erfolgen. Das Ergebnis war eindeutig: Mit 40 Ja-, vier Neinstimmen und einer Enthaltung wurden Georg Effertz (CDU) zum ersten Stellvertreter, Gudrun Bauer (Move) zur zweiten und Gabriele Bremke-Moenikes (CDU) zur dritten Vize-Bürgermeisterin gewählt. Eine abgegebene Stimme war ungültig.

SPD nimmt nicht an Abstimmung teil

Nicht an der geheimen Wahl der drei Vize-Bürgermeister beteiligte sich die sechsköpfige SPD-Fraktion. Sprecher Dirk Kursim kommentierte das Verhalten seiner Genossen auf Nachfrage nicht. Man kann jedoch davon ausgehen, dass den Sozialdemokraten die Kandidatur ihres früheren Parteimitglieds Gudrun Bauer um das Amt der zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin nicht schmeckte.

Bauer nicht überrascht

Die Reaktion der SPD habe sie erwartet, erklärte Gudrun Bauer gegenüber dieser Zeitung. „Verwundert bin ich nicht.“ Die Partei habe gewiss ihre Gründe. Jeder müsse sein Handeln mit seinem Gewissen vereinbaren.

„Aus Steinen etwas Schönes bauen“

„Manchmal kann man aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, auch etwas Schönes bauen“, hatte Gudrun Bauer direkt nach ihrer Wahl im Ratsplenum erklärt – und damit womöglich ihre ehemaligen Parteifreunde gemeint. Bauer hatte sich nicht im Guten von der SPD getrennt und war später von Move als Direktkandidatin für den Innenstadtbezirk Wiedenbrück nominiert worden. Den hatte sie am 13. September mit 32,73 Prozent vor Georg Effertz (CDU, 31,48 Prozent) gewonnen. Effertz zog über die Liste dennoch in den Rat.

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