Rheda-Wiedenbrück
Rats-Neuling soll Mandat zurückgeben

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Zwischen Rheda-Wiedenbrücks Bündnisgrünen sowie den abtrünnigen Fraktionsmitgliedern Sonja von Zons und Stefan Breddermann herrscht seit Wochen Eiszeit: Letzterer soll jetzt sein jüngst erworbenes Stadtratsmandat an die Umweltschutzpartei zurückgeben. 

Montag, 09.11.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 17:16 Uhr

Wenige Wochen nach der Kommunalwahl am 13. September hatten die frühere Bürgermeisterkandidatin Sonja von Zons und ihr Lebensgefährte angekündigt, der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen den Rücken zu kehren. Für ihre Entscheidung führten sie seinerzeit vor allem inhaltliche Differenzen mit den Rheda-Wiedenbrücker Vertretern der Ökopartei ins Feld. Von Zons und Breddermann haben inzwischen eine eigene Fraktion gebildet, die sogenannte „Offene Liste“. 

„Vertrauensvorschuss grob missachtet“

Das hatte weitreichende Konsequenzen: Die Ratsfraktion der Grünen schrumpfte durch die Abspaltung von zehn auf acht Mitglieder. Zudem verlor die Partei den Anspruch auf den Posten des dritten stellvertretenden Bürgermeisters an die CDU. Für das Amt war Hans-Hermann Heller-Jordan vorgesehen. 

In einem offenen Brief, den die Bündnisgrünen unter anderem auf ihrer Internetseite veröffentlicht haben, fordern sie Breddermann zur Rückgabe seines Ratsmandats auf. Sie begründen dies damit, dass es nur durch die Positionierung auf dem vergleichsweise aussichtsreichen Listenplatz zehn in den Rat geschafft habe. Den Vertrauensvorschuss, den die Partei ihm gebeben habe, habe er grob missachtet. 

„Nicht nachvollziehbar“

Nicht nachvollziehen können die 25 Unterzeichner des offenen Briefs, darunter Fraktionschef Volker Brüggenjürgen und sein Stellvertreter Hans-Hermann Heller-Jordan, Breddermanns Begründung für den Austritt. Denn bis zum Zeitpunkt seiner öffentlichen Erklärung habe Breddermann „tatsächlich nur an eineinhalb Fraktionssitzungen teilgenommen“. „In dieser Situation von einem nachhaltig zerstörten Vertrauensverhältnis gegenüber den Mitgliedern der Fraktion zu sprechen, finden wir absolut unglaubwürdig.“ Und: Eine „zumindest ansatzweise nachvollziehbare inhaltliche Begründung“ fehle bis heute. 

Privatfraktion ohne Legitimation?

Der Bildung einer „Privatfraktion“ mit seiner Lebensgefährtin Sonja von Zons fehlt nach Überzeugung der Grünen „jede Legitimität“. Denn: Der bis zur Kommunalwahl politisch kaum in Erscheinung getretene Breddermann sei nicht wegen seiner Person, sondern „einzig und allein als eines von vielen Mitgliedern des grünen Kandidatenteams“ gewählt worden. Das belege auch das Ergebnis in seinem Wahlkreis: Breddermann habe lediglich 168 Stimmen erhalten, wohingegen die Grünen stadtweit 3800 Stimmen einfahren konnten. Die Partei habe deshalb überhaupt kein Verständnis dafür, dass Stefan Breddermann sein Ratsmandat behalten wolle, heißt es.

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