Rheda-Wiedenbrück
Kampfkandidatur um ersten Vize-Posten

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Überraschung bei der CDU: Sabine Hornberg und Michael Pfläging werden doch nicht stellvertretende Fraktionsvorsitzende. In einer Kampfkandidatur um den ersten Vize-Posten hat sich überraschend Lisa Elbracht durchgesetzt. Ralf Harz wird zweiter Stellvertreter. 

Donnerstag, 05.11.2020, 17:29 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 18:16 Uhr

Fast schon erwartungsgemäß verlief während der Fraktionssitzung am Mittwochabend in der Mensa der Rhedaer Gesamtschule stattdessen die Nominierung der beiden Bürgermeister-Stellvertreter. Georg Effertz (Wiedenbrück) und Gabriele Bremke-Mönikes (Rheda) sollen erster Vize beziehungsweise dritte Vertreterin von Verwaltungschef Theo Mettenborg (ebenfalls CDU) werden. Auf den zweiten Stellvertreterposten hat die Wählergemeinschaft Move Anspruch. Sie hat – wie bereits berichtet – Gudrun Bauer (Wiedenbrück) nominiert. 

17 zu null

In den vergangenen Wochen hatte sich innerhalb der CDU eine Kampfabstimmung um das Amt des ersten Bürgermeister-Stellvertreters zwischen Effertz und Bremke-Mönikes angebahnt. Dazu kam es in der entscheidenden Sitzung am Mittwoch dann aber doch nicht. Dass Georg Effertz erster und Gabriele Bremke-Mönikes dritte Vize von Mettenborg werden sollen, habe die Fraktion mit „17 zu null“ entschieden, sagte am Donnerstag Thomas Mader. „Dieser Prozess war nicht einfach, aber am Ende konnten wir alle überzeugen.“ Gezwungen worden, dieser Reihenfolge zuzustimmen, sei niemand. 

Georg Effertz hatte seinen Wahlkreis in der Wiedenbrücker Innenstadt am 13. September gegen Gudrun Bauer (Move) verloren. Das führte in den Wochen danach zu Diskussionen darüber, ob er noch als erster Bürgermeister-Stellvertreter infrage kommt. Fraktionschef Mader sieht das anders: „Georg Effertz ist kein Wahlverlierer, sondern einer der verdientesten Bürger unserer Stadt.“ Zudem sei es unfair, ihm die wenigen Dinge, die in der Vergangenheit eventuell falsch gelaufen seien, vorzuhalten. Effertz war über die Reserveliste der CDU doch noch in den neuen Rat eingezogen. 

Politischer Neuling

Gabriele Bremke-Mönikes ist ein politischer Neuling. Sie kandidierte erstmals für das Kommunalparlament und holte ihren Wahlkreis direkt. Gleiches gilt für Lisa Elbracht, die am Mittwoch zur ersten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde. Die 25-jährige Batenhorsterin arbeitet als Beraterin und Business-Analystin in einem IT-Unternehmen. Elbracht setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen die langjährige Ratsfrau Sabine Hornberg durch. Das genaue Abstimmungsergebnis nannte Mader auch auf Nachfrage nicht. Nach Informationen dieser Zeitung soll der Ausgang aber knapp gewesen sein.

Fachliche Expertise

„Wenn man eine Wahl verliert, gefällt das einem natürlich nicht“, sagt der designierte Fraktionschef Thomas Mader mit Blick auf die von der Fraktionsmehrheit nicht bestätigte bisherige Vize-Vorsitzende. Er gehe aber davon aus, dass Hornberg sich auch künftig in die Fraktionsarbeit einbringen werde. „Ihre fachlichen Expertisen sind unbestritten“, sagt er.

Doppelmandate vermeiden

Dass Michael Pfläging am Mittwoch seine Kandidatur für den zweiten Stellvertreterposten zurückgezogen hat, begründet Thomas Mader wie folgt: „Als ausgewiesener Experte in Bildungsfragen wird er künftig für die CDU den Schulausschuss als Vorsitzender leiten.“ Die Partei verfolge das Ziel, Doppelmandate zu vermeiden. Das erkläre Pflägings Verzicht auf eine Bewerbung um das Amt des zweiten Vizes. 

Reichlich Erfahrung

Den Posten wird nun Ralf Harz übernehmen. Der 57 Jahre alte Groß- und Außenhandelskaufmann ist leitender Angestellter eines heimischen Unternehmens und wohnt in Wiedenbrück. Harz verfügt über reichlich Ratserfahrung. 

Qualifikation zählt

Bei der Besetzung der fraktionsinternen Spitzenpositionen stehe die persönliche Qualifikation der Kandidaten im Vordergrund, sagt Mader, der nach der bereits vor einigen Wochen erfolgten Vorabstimmung erwartungsgemäß ohne Gegenstimmen zum Vorsitzenden der CDU im Rat gewählt wurde. Doch auch die Berücksichtigung der geografischen Besonderheiten der Stadt sei wichtig. „Mit mir als Rhedaer, Lisa Elbracht als Vertreterin der Landgemeinden und Ralf Harz als waschechtem Wiedenbrücker haben wir das optimal gelöst.“ Alle Stadtteile habe man gleichzeitig im Blick, „und das ist auch richtig so“. Die Fraktion sieht Mader durch die nun getroffenen Personalentscheidungen „bestens aufgestellt“. Nun könne wieder die Sacharbeit in den Fokus rücken.

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