Rheda-Wiedenbrück
Eisbahn vielleicht im zweiten Anlauf

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Die Pläne des Gewerbevereins Wiedenbrück zur Einrichtung einer Schlittschuhbahn stehen aktuell auf dünnem Eis. Grund sind die verschärften Corona-Schutzmaßnahmen. Im Dezember oder Januar könnte das Projekt mit Verzögerung aber vielleicht doch noch realisiert werden.

Dienstag, 03.11.2020, 23:00 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 23:16 Uhr

„Wir geben die Hoffnung nicht auf“, sagt Klaus Westermann vom Vorstand des Gewerbevereins. Aktuell sei an den Betrieb einer Eisbahn auf dem Wiedenbrücker Markt wegen der hohen Zahl an Neuansteckungen zwar nicht zu denken. „Aber spätestens Ende November wollen Bund und Länder die Lage neu bewerten“, erklärt Westermann. „Sollte es im Dezember oder Januar gesetzlich wieder erlaubt sein, ein solches Freizeitvergnügen anzubieten, werden wir zeitnah eine Entscheidung treffen.“

Firma wartet auf nachricht vom Gewerbeverein

Der Gewerbevereinsvertreter unterstreicht, dass dafür das Votum des Gesamtvorstands notwendig sei. Um dieses herbeizuführen, sei dann eine Videokonferenz geplant. Eine wichtige Rolle bei der finalen Entscheidung für oder gegen eine Eisbahn spiele abgesehen von den rechtlichen Rahmenbedingungen die Stimmungslage in der Bevölkerung. „Wir wollen schließlich etwas für die Bürger schaffen und nichts gegen ihren Willen durchsetzen.“ Die Schlittschuhbahn, die ursprünglich als Ersatz für den coronabedingt abgesagten Christkindlmarkt gedacht war, soll von der Dorstener Firma Inter-Event aufgebaut und betrieben werden. „Dort steht man quasi Gewehr bei Fuß und wartet auf Nachricht von uns“, sagt Westermann. Das Unternehmen habe ihm zugesichert, die Bahn binnen zwei Wochen einsatzbereit zu haben. 

Doch ob vielleicht noch im Dezember und ansonsten zum Jahresanfang wirklich Schlittschuhläufer auf dem Markt ihre Runden drehen können, steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch in den Sternen. „Wünschen würden wir uns das, aber zurzeit hat der Coronaschutz absoluten Vorrang“, sagt Westermann. Sollte es doch noch zum Eislaufvergnügen in Wiedenbrück kommen, müssten freilich auch dort Hygiene- und Abstandsregeln penibel eingehalten werden. Nach ersten Vorgesprächen mit Stadt- und Feuerwehrvertretern, die noch vor dem seit Montag geltenden „Lockdown Light“ stattfanden, ist Westermann guter Dinge, dass das funktioniert. „Wir wollen mit der Eisbahn erreichen, dass in den Wintermonaten etwas Leben in der Innenstadt ist.“ Zugleich gelte es aber, größere Menschenansammlungen, wie man sie von Weihnachtsmärkten kennt, auf alle Fälle zu vermeiden.

Allenfalls nur wenige Stände

Um das Besucheraufkommen in Grenzen zu halten, will der Gewerbeverein rund um die Eisbahn allenfalls einige wenige Stände zulassen – „vielleicht einen Süßigkeiten- oder Crêpes-Verkauf“, sagt Vorstandsmitglied Klaus Westermann. Denkbar sei zudem die Aufstellung des historischen Kinderkarussells, das gewöhnlich in den Christkindlmarkt-Wochen Jungen und Mädchen zur Mitfahrt einlädt. Der Schausteller habe seine Bereitschaft bekundet. Platztechnisch wäre es möglich: Denn der Markt ist ausreichend groß. Für die Eisbahn selbst müsste eine Fläche von 15 mal 30 Metern reserviert werden.

Späterer Beginn wäre kein Beinbruch

Ursprünglich sollte die Eisbahn Ende November öffnen und 44 Tage bis zum 10. Januar in Betrieb bleiben. Von diesem Zeitplan musste sich der Gewerbeverein mittlerweile aber wegen der verschärften Corona-Bestimmungen verabschieden. Der Antrag bei der Stadt wurde zurückgezogen – vorerst zumindest. Rathaussprecher Martin Pollklas: „Unter den Maßgaben der aktuellen Corona-Schutzverordnung wäre die Veranstaltung bis zum 30. November auch nicht mehr genehmigungsfähig gewesen. Ein erneuter Antrag zu einem späteren Zeitpunkt ist aus Sicht des Betreibers aber sehr wohl denkbar.“ Für den Gewerbeverein wäre ein späterer Beginn des rutschigen Freizeitvergnügens kein Beinbruch. Auch Januar und Februar seien prinzipiell geeignete Monate zum Schlittschuhfahren, sagt Vorstandsmitglied Klaus Westermann. Festhalten wolle man an der veranschlagten sechswöchigen Betriebszeit. „Bei einer kürzeren Frist lohnt sich der aufwendige Auf- und Abbau der Bahn nicht.“ Dankbar sei man mit Blick auf die Kosten für die angekündigte finanzielle Hilfe der Stadt. Auch zahlreiche Unternehmen hätten ihre Unterstützung zugesichert.

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