Rheda-Wiedenbrück
30-Jähriger soll Frau vergewaltigt haben

Rheda-Wiedenbrück (gdd) - Ein 30 Jahre alter Werkvertragsarbeiter aus Rumänien soll in der Nacht auf den 11. Juni in einem Wohnheim am Heiligenhäuschenweg in Wiedenbrück eine gleichaltrige Arbeitskollegin aus Polen brutal vergewaltigt haben. Jetzt hat der Prozess begonnen.

Montag, 02.11.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 19:31 Uhr

Der Rumäne steht seit Montag vor dem Landgericht Bielefeld – zusammen mit einem Landsmann (35), der die Gewalttat miterlebte, ohne der Frau Hilfe zu leisten.

Mitangeklagter schildert Geschehen

Zu Beginn der Beweisaufnahme ließ der in Gütersloh ansässige Hauptangeklagte seinen Anwalt eine kurze Erklärung verlesen. Darin behauptete er, die Frau sei betrunken gewesen und habe ihn verführen wollen. Er habe sie mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen.

Präzise und ausführlich schilderte dagegen der 35-jährige Mitangeklagte der zweiten Strafkammer das Kerngeschehen, das sich in einem zum Tatzeitpunkt unbewohnten Schlafraum zugetragen hatte. Er habe gefragt: „Will sie es freiwillig tun oder willst du sie mit Gewalt zwingen?“ Ohne zu antworten habe der Hauptangeklagte die sich augenscheinlich wehrende Arbeitskollegin erst brutal mit Fäusten und Ellenbogen ins Gesicht und in den Unterleib geschlagen, bevor er sie entkleidete.

„Es war gegen ihren Willen“

„Es war klar gegen ihren Willen“, gab der 35-Jährige zu Protokoll. Er habe den Landsmann und die Frau aufgefordert, das Haus zu verlassen und versucht, die Hausverwaltung telefonisch zu erreichen. Er habe jedoch weder die Aufsicht noch andere Mitbewohner des Wohnheims erreicht.

Während in den Stunden bis Mitternacht Schreie aus dem Nachbarraum den 35-jährigen Mitbewohner, der sich in der Küche verkrochen hatte, immer wieder aufschreckten, erlitt das Opfer eine Tortur: Die Polin wurde erheblich durch Schnittwunden verletzt. Sie schleppte sich blutend ins Badezimmer. Laut Anklage soll sie einen günstigen Moment genutzt haben, um aus dem Haus zu flüchten. Eine Passantin alarmierte die Polizei.

Opfer weint vor Gericht

Den jüngeren Landsmann, der verwitwet und Vater eines Sohns ist, bezeichnete der Mitangeklagte als Mensch, der häufig in Wut gerate und ständig mit einem Messer bewaffnet sei, das er in einem Hemdsärmel verstecke. Er sei einmal von dem Kumpel mit dem Messer angegriffen worden.

Das Opfer wurde am Montag ebenfalls gehört. Die Frau weinte und sagte aus, sie könne sich an Details nur noch bruchstückhaft erinnern. Ohnehin sei das Geschehen für sie nicht mehr so sehr von Bedeutung. Als Grund gab die 38-Jährige an, ihr Ehemann habe sich zwei Wochen nach der Tat das Leben genommen.

Der Prozess wird am Donnerstag vor dem Landgericht Bielefeld fortgesetzt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7660656?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730030%2F
Tausende Pakete in nur einer Nacht
Christian Wibbe leitet den Amazon-Standort in Mönkeloh. Seit sechs Wochen läuft der Betrieb. 450 Transporter rollen hier an den Werktagen vom Hof.
Nachrichten-Ticker