Rheda-Wiedenbrück
Behörden lassen Schlachthof schließen

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Am Freitag 15 Infizierte, am Montag 81, am Mittwoch 112: Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus’ ausgehend von Beschäftigten des Weidemark-Schlachthofs in Sögel zu verhindern, wird dieser für drei Wochen geschlossen. Das haben die Behörden angeordnet.

Mittwoch, 07.10.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 07.10.2020, 21:31 Uhr

Der Betrieb, der zur Tönnies-Holding gehört, gilt als einer der neuen Corona-Hotspots in Deutschland. War es im Juni das beispiellose Infektionsgeschehgen am Stammsitz in Rheda, das Aufsehen erregte, ist es nun die Tönnies-Tochter Weidemark, die in den Fokus rückt. Die Schlachtung ende am Freitag, bis Sonntag werde noch zerlegt, danach werde der Betrieb mit rund 2000 Mitarbeitern voraussichtlich 22 Tage dicht sein, teilt der Landkreis Emsland mit. „Diese Regelung ist wichtig, um zu vermeiden, dass es zu einer exponentiellen Verbreitung des Virus’ in der Belegschaft, aber auch außerhalb des Schlachthofs kommt“, hieß es in der Mitteilung.

In den vergangenen Tagen hatte das Unternehmen den Behörden zufolge diverse Maßnahmen umgesetzt, um die Infektionsketten zu durchbrechen. So seien unter anderem die Abstände zwischen den Beschäftigten im betroffenen Arbeitsbereich vergrößert, die Zahl der dort tätigen Personen sei erheblich reduziert worden. Außer den täglichen Reihenuntersuchungen ist man außerdem wohl dazu übergegangen, vor Schichtbeginn bei jedem einen Corona-Schnelltest durchzuführen.

Die Verantwortlichen im Schlachthof halten den Betriebsstopp für unverhältnismäßig. Tönnies zitiert den Geschäftsführer Christopher Rengstorf, der angibt, dass die unlängst ergriffenen Präventionsmaßnahmen bereits erste Erfolge erzielt hätten. Damit habe man gleichzeitig den Druck auf die landwirtschaftlichen Erzeugungsketten entlastet. Das Unternehmen kündigt an, im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes bei dem zuständigen Verwaltungsgericht gegen die Schließungsverfügung des Kreises Emsland vorgehen.

Rengstorf sagt, dass die Fallzahlen zunächst konstant gehalten werden konnten und am Dienstag erheblich gesunken sind, „nämlich auf sieben Neuinfektionen“. Eine Schließung gehe zulasten der Landwirte und der Tiere im Stall. Er meint, dass die betrieblichen Maßnahmen verantwortlich dafür seien, „dass von diesem Betrieb keine außerordentliche Gefahr ausgeht“.

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