Rheda-Wiedenbrück
Tönnies: 36 Coronafälle im Werk Sögel

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Die Firma Tönnies beschäftigt ein weiterer Coronaausbruch. Betroffen ist der Schlachthof Weidemark in Sögel. Der Betrieb gehört zum heimischen Fleischkonzern. Aktuellen Informationen zufolge sind 36 Beschäftigte positiv auf Covid-19 getestet worden. 

Freitag, 02.10.2020, 15:24 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 16:16 Uhr

Es handele sich überwiegend um Mitarbeiter von Subunternehmen der Firma Weidemark-Fleischwaren, teilte der Landkreis Emsland mit. Alle Betroffenen seien in Quarantäne. Festgestellt worden sind die Fälle bei Regeltestungen, die das Unternehmen eigenständig durch einen Betriebsarzt durchführen lässt. Nach Angaben der Gemeinde Sögel laufen derzeit weitere Untersuchungen. Darüber hinaus ermittelt der Landkreis Emsland Kontaktpersonen, um auch bei ihnen Abstriche durchführen zu können. 

Engmaschige Kontrollen

„Der Landkreis hat bereits Maßnahmen getroffen. So sind das Tragen von FFP-2-Masken mit hoher Schutzwirkung für die Mitarbeiter auf dem gesamten Gelände des Unternehmens sowie engmaschige Kontrollen angeordnet worden“, heißt es seitens der Gemeinde. Die weitere Entwicklung im Unternehmen werde nun genau beobachtet. Gegebenenfalls seien weitere Anordnungen zu treffen. 

Die Werkvertragsunternehmen und auch die Firma Weidemark halten vorsorglich Quarantäne-Wohnungen vor, um in einem Infektionsfall erkrankte Menschen zu isolieren. Sie stellten bei Bedarf auch die Versorgung betroffener Beschäftigter und derer Angehöriger sicher, heißt es seitens der Gemeinde Sögel. Während Zoll, Veterinär-, Gesundheit- und Gewerbeaufsichtsamt, das betriebseigene Qualitätsmanagement und die großen Kunden wie Aldi, Lidl, Edeka und McDonald’s den Schlachthof „mit seinen hygienischen Anforderungen und Arbeitsabläufen schon immer regelmäßig kontrollieren oder durch Auditorenteams inspizieren lassen“, seien diese Aufsichtstätigkeiten zuletzt nochmals intensiviert worden, schreibt die Verwaltung. 

Seit 1998 gehört die Weidemark zur Tönnies-Unternehmensgruppe mit Sitz in Rheda. Am Standort Sögel sind eigenen Angaben zufolge 1800 Menschen beschäftigt. Pro Woche werden dort 75 000 Schweine geschlachtet, heißt es. Bereits in der vergangenen Woche seien acht von 3000 Tests im Sögeler Werk positiv ausgefallen, teilt die Tönnies-Holding mit. Die Unternehmensführung von Weidemark stehe im ständigen Austausch mit der Gesundheitsbehörde und stimme die Test- sowie Präventionsmaßnahmen ab, ist dort zu lesen. 

„Nehmen das Geschehen ernst“

„Wir nehmen das Infektionsgeschehen in unserem Werk sehr ernst und arbeiten eng mit den Behörden zusammen. Gleichzeitig bestätigen die Messergebnisse der meisten positiv getesteten Mitarbeiter, dass wir die Kollegen in einem frühen Infektionsstadium gefunden haben. Lediglich ein Beschäftigter zeigt aktuell Erkältungssymptome“, wird Weidemark-Geschäftsführer Christopher Rengstorf von der Tönnies-Holding zitiert.

Nach dem beispiellosen Infektionsgeschehen am Stammsitz der Firma Tönnies im Juni dieses Jahres hatte das Unternehmen umfangreiche Veränderungen – insbesondere baulicher und struktureller Art – vorgenommen. Die Maßnahmen erstreckten sich dabei mitnichten nur auf den Schlachtbetrieb in Rheda, sondern sind Unternehmenssprecher Fabian Reinkemeier zufolge gleichermaßen an allen Standorten getroffen worden. 

Maßnahmen an allen Standorten

Wesentlicher Punkt im Maßnahmenkatalog ist eine spezielle Lüftungs- und Filtertechnik. Auch regelmäßige Testungen der Beschäftigten – am Standort in Sögel werden laut Fabian Reinkemeier wieder von jedem Mitarbeiter täglich Abstriche genommen – zählen zum Schutzkonzept. Im Rahmen dieser betrieblichen Probeentnahmen waren bei Weidemark in den vergangenen Wochen die positiven Befunde entdeckt worden, die in Summe nunmehr 36 betragen.

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