Rheda-Wiedenbrück
Ponyreiten auf Kirmes bleibt erlaubt

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Soll das Ponyreiten auf Volksfesten verboten werden? Einem entsprechenden Bürgerantrag ist der Haupt- und Finanzausschuss nicht gefolgt. Stattdessen soll demnächst die Betreiberin eines Ponykarussells und Pferdehofs Gelegenheit haben, sich in dem Gremium zu äußern.

Dienstag, 08.09.2020, 17:45 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 18:31 Uhr

Unterstützung gab es für den Bürgerantrag lediglich von den Bündnisgrünen. Hans-Hermann Heller-Jordan warf die Frage auf, „ob diese Form der Kirmesbeschickung noch zeitgemäß ist“. Der Radius, in dem sich die Tiere beim Ponyreiten bewegen müssen, sei denkbar klein. „Fühlen die Pferde das? Und wie leidensfähig sind sie?“, wollte Heller-Jordan vor diesem Hintergrund wissen.

Nur die Grünen sind dagegen

Mit ihrer kritischen Haltung gegenüber dem Ponyreiten auf Volksfesten rannten die Grünen im Hauptausschuss nicht gerade offene Türen ein. Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU) gab zu bedenken, dass die Pferdehof-Betreiberin aus Rheda, die auf den Jahrmärkten der Stadt für gewöhnlich das Ponyreiten veranstaltet, sehr verantwortungsvoll mit ihren Tieren umgehe. „Ich habe dabei nicht ansatzweise ein Störgefühl“, sagte Mettenborg. Er selbst lasse seine Kinder auf den Pferden reiten. Seine Probleme mit dem Bürgerantrag hatte auch Patrick Büker (FDP). „Rat und Verwaltung haben sich an geltendes Recht zu halten“, betonte er. Weil Ponyreiten nicht verboten sei, könne man in Rheda-Wiedenbrück keinen anderslautenden Beschluss fassen. „Das würde uns bei einer juristischen Prüfung um die Ohren fliegen.“

Dirk Kursim (SPD) verwies darauf, dass in Deutschland der Grundsatz der freien Berufsausübung greife. Dieses Recht würde unterlaufen, wenn man das Ponyreiten auf Volksfesten im Stadtgebiet generell verbieten würde.

Hofbesitzerin soll zu Wort kommen

„Wir haben mit den Betrieben, die das Ponyreiten in unserer Stadt anbieten, gar kein Problem“, gab Sabine Hornberg (CDU) zu Protokoll. Eine Lanze für den besagten Pferdehof aus Rheda brach auch ihre Parteikollegin Elisabeth Witte: Die regelmäßige Möglichkeit zum Ponyreiten in den Innenstädten führe dazu, dass bei vielen Kindern das Interesse für Pferde überhaupt erst geweckt werde.

Ein von Bürgermeister Mettenborg ins Spiel gebrachter Kompromissvorschlag stieß – abgesehen von den Grünen – auf breite Zustimmung: Demnach soll besagte Ponyhof-Betreiberin in einer der nächsten Sitzungen des Gremiums die Möglichkeit erhalten, sich umfassend zu dem Thema zu äußern. Erst danach will der Haupt- und Finanzausschuss eine endgültige Entscheidung in der Sache treffen.

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