Rheda-Wiedenbrück
Rechtsstreit um Tönnies-Kantinenvideo

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Die gerichtliche Auseinandersetzung um die fristlose Kündigung einer Küchenhilfe bei der Firma Tönnies, die zur Hochzeit des Infektionsgeschehens im Schlachtbetrieb ein brisantes Video aus der Kantine verbreitet haben soll, geht in die nächste Runde. 

Montag, 07.09.2020, 12:08 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 12:31 Uhr

Am Donnerstag, 10. September, beschäftigt sich die I. Kammer des Arbeitsgerichts Bielefeld unter Vorsitz des Direktors Joachim Kleveman damit. 

„Das ist Tönnies“

Der Clip zeigt, wie Beschäftigte in Zeiten von Corona dicht gedrängt an den Tischen sitzen. „Wie sollen wir uns hier schützen?“, fragt eine Frau immer wieder, während die Kamera die Szenerie erfasst. „Das ist Tönnies“. 

Unzählige Male ist das Filmchen seither in sozialen Netzwerken geteilt worden. Das Gütersloher Catering-Unternehmen reagierte umgehend und sprach der Mitarbeiterin eine fristlose Kündigung aus, Tönnies erteilte ein Hausverbot aus. 

Echtheit bestätigt

„Das im Netz kursierende Video ist uns im Unternehmen seit dem 28. März 2020 bekannt“, hatte ein Unternehmenssprecher bereits vor einigen Wochen erklärt. Er bestätigte die Echtheit der Aufnahmen. Wann genau das Video entstanden ist, dazu gibt es unterschiedliche Aussagen. Tönnies behauptet, es sei Ende März – also ganz am Anfang der Pandemie-Phase – gefilmt worden. Der SWR hat jedoch eigenen Angaben zufolge nach Analyse der Metadaten herausgefunden, dass das Video im April entstanden ist und damit erst nach Inkrafttreten der Hygieneverschärfungen in NRW. 

Frau bestreitet Beteiligung

Ob ihrer Entlassung klagte die Frau vor dem Arbeitsgericht Bielefeld. Zwar einigten sich die Parteien zunächst auf eine fristgerechte Kündigung und eine Abfindung, doch widerrief die Frau diesen Vergleich. Inzwischen bestreitet sie, das Video überhaupt gedreht und geteilt zu haben. Der Ex-Arbeitgeber hingegen gibt an, sie sei beim Filmen von einer Kollegin beobachtet worden. sei. 

Das Video tauchte auf, nachdem die positiven Corona-Fälle bei Tönnies im Juni in die Höhe schossen. Eine Landesverordnung schreibt seit dem 22. März vor, dass Mitarbeiter in Kantinen von Betrieben eineinhalb Meter Sicherheitsabstand einhalten müssen.

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