Rheda-Wiedenbrück
VHS Reckenberg-Ems unter neuer Leitung

Rheda-Wiedenbrück (sbr) - Die Volkshochschule (VHS) Reckenberg-Ems in stürmischen Zeiten auf Kurs zu halten, hat sich André Mannke zum Start auf die Fahnen geschrieben. Der neue Leiter der Bildungseinrichtung geht seine Aufgabe mit viel Vorfreude und auch einem Hauch Demut an.

Dienstag, 11.08.2020, 18:10 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 18:46 Uhr

„Ich kann mich glücklich schätzen, an so einer Volkshochschule zu sein“, machte Mannke am Dienstag im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich. Als erste formelle Amtshandlung stellte er gemeinsam mit Fachbereichsleitern im Stadthaus Wiedenbrück den VHS-Bildungskatalog des am 7. September beginnenden Wintersemesters vor, für dessen Veranstaltungen sich Interessenten ab heute anmelden können.

„Die Coronakrise hat auch uns fest im Griff“

„Die Coronakrise hat auch uns fest im Griff“, stellte der Geschäftsführer fest, betonte aber sogleich, dass die Pandemie der Qualität und Vielseitigkeit des Programms nicht abträglich sei. Im Hinblick auf die bestehenden Abstands- und Hygieneregeln erläuterte Mannke, dass die Formate nun verstärkt auf Kleingruppen und den digitalen Zugangsweg ausgerichtet seien.

Der VHS-Leiter hob in dem Zusammenhang hervor, dass es der Bildungseinrichtung zugutekomme, bereits in der Vergangenheit auf IT-Ausstattung und Mitarbeiterschulung gesetzt zu haben. „Es wurde viel in Hard- und Software investiert. Dadurch ist ein mobiles Arbeiten möglich“, sagte Mannke und nannte als Beleg die VHS-Cloud, in der Aufgaben und Dokumente hochgeladen werden und auch Angebote wie Vorträge stattfinden könnten.

Diese „zukunftsgewandte Weitsicht“ macht er als Hauptgrund dafür aus, dass die Einrichtung bislang auch in finanzieller Hinsicht mit einem blauen Auge durch die Krise gekommen ist. „Wir wollen weiterhin ein breites Angebot bereitstellen und präsent sein“, bringt er den auch in schwierigen Zeiten geltenden Anspruch des Bildungsträgers auf den Punkt.

Offiziell trägt André Mannke die Gesamtverantwortung seit Anfang August. Zuvor arbeitete ihn Dr. Rüdiger Krüger im Rahmen eines dreimonatigen Übergabemodells ein. Dass die Fußstapfen seines Vorgängers, der das Bildungsinstitut zwei Jahrzehnte lang geleitet hat, groß sind, ist dem neuen Steuermann bewusst und stört ihn nicht im Geringsten. Vielmehr möchte er an die geleistete Arbeit anknüpfen. „Herr Krüger hat die Volkshochschule Reckenberg-Ems groß und bekannt gemacht und sie auch in Themenfelder geführt, in der klassische Volkshochschulen nicht vertreten sind“, stellte Mannke fest. Das verdiene Anerkennung und Respekt.

Zweigleisig fahren

Kein Zweifel lässt der neue VHS-Leiter daran, dass ihm die digitalen Angebote nicht nur aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation am Herzen liegen. Diese „Kulturrevolution“, wie André Mannke es ausdrückt, brauche Zeit und Überzeugung. Im Umkehrschluss heiße das aber nicht, dass sie zulasten der Angebote mit menschlicher Begegnung gehen sollen. „Wir müssen zweigleisig fahren. Wir wollen eine Präsenz-Volkshochschule sein, aber es gibt den digitalen Wandel und außerdem noch die Pandemie. Die neue Normalität wird uns noch einige Zeit begleiten“, unterstrich André Mannke.

Wendiger ja, größer auf keinen Fall

Seit Monatsbeginn steht André Mannke als Leiter der Volkshochschule (VHS) Reckenberg-Ems und der zugehörigen Fortbildungsakademie Reckenberg-Ems (Fare) in der Hauptverantwortung. Er trat die Nachfolge von Dr. Rüdiger Krüger an, der sich nach zwei Dekaden an der Spitze der kommunalen Einrichtung in den Ruhestand verabschiedete. Der 42-jährige Mannke stammt gebürtig aus Herford und ist gelernter Industriekaufmann. Darüber hinaus absolvierte er ein Studium der Politikwissenschaften, der Volkswirtschaftslehre und des öffentlichen Rechts. Mannke verfügt im volkshochschulischen Bereich über profunde Vorerfahrungen. Bevor er nach einem dreimonatigen Übergabemodell die Nachfolge von Krüger antrat, hatte er vier Jahre lang bei der VHS Münster gearbeitet. In der städtischen Bildungseinrichtung leitete er den Fachbereich Beruf und Wirtschaft. Bei der Bewerbung um den Chefposten der Volkshochschule Reckenberg-Ems setzte sich Mannke gegen 30 weitere Bewerber durch. Die VHS Reckenberg-Ems ist als Bildungsträger in Rheda-Wiedenbrück, Herzebrock-Clarholz, Rietberg und Langenberg aktiv. Hauptsitz ist das Stadthaus in Wiedenbrück.

Der Krüger-Nachfolger kann nach eigener Einschätzung auf einem soliden Fundament aufbauen. Das Team sei eingespielt, die Arbeitsatmosphäre vertrauensvoll. Die Mitarbeiter hätten ihm die Eingewöhnung leicht gemacht. „Ich bin mit offenen Armen empfangen worden und fühle mich bereits integriert“, freute sich Mannke. „Höher, schneller, weiter“ sei nicht sein Leitmotiv. „Ich möchte die Volkshochschule nicht noch größer machen, als sie ohnehin schon ist, sondern höchstens flexibler und wendiger, und die internen Strukturen noch belastbarer ausrichten“, erklärte er.

Aktuell sind 300 Beschäftigte für den Bildungsträger tätig. Neuen Betätigungsfeldern und Projekten gegenüber sei die Einrichtung freilich aufgeschlossen, betont Mannke. Allerdings müssten diese stets auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden und dürften die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten keinesfalls überlasten.

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