Rheda-Wiedenbrück
Stellenweise Schneise der Verwüstung

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Das Regenband, das die Smartphone-App anzeigte, verhieß wenig Gutes: Der violette Kern ließ erahnen, in welchem Maß Rheda-Wiedenbrück von dem Unwetter betroffen sein würde. Tatsächlich schüttete es wie aus Kübeln und es stürmte massiv - zumindest stellenweise.

Montag, 10.08.2020, 17:12 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 17:31 Uhr

Das Unwetterereignis vom vergangenen Sonntag ist eins von starker lokaler Ausprägung gewesen. Während ganze Straßenzüge unter Wasser standen, weil die Kanalisation die Regenmengen nicht fassen konnten, rechneten andere wenige Meter weiter zu dem Zeitpunkt beinahe damit, am Abend noch die Blumen im Garten gießen zu müssen. 

Alarm im Krankenhaus

Nachdem der Himmel seine Schleusen geöffnet hatte und die Kreisleitstelle von einer Flut von Schadensmeldungen erreicht wurde, ist in Wiedenbrück ein sogenannter Meldekopf eingerichtet worden: Von dort aus steuerte die Feuerwehr die Arbeit der fünf Löschzüge im Stadtgebiet. Um 16.53 Uhr einsatzbereit, ging um 16.54 Uhr der Hinweis ein, dass es im St.-Vinzenz-Hospital brenne. Glücklicherweise entpuppte sich der Alarm als Defekt im Sicherheitssystem des Krankenhauses. 

Noch schlimmere Konsequenzen hätte das Unwetter für einen Landwirt in Batenhorst haben können: Windgeplagte Bäume drohten, auf eine Biogasanlage zu stürzen. Als sie tatsächlich fielen, war der Energieerzeuger bereits heruntergefahren worden. Gleichwohl ist ein angrenzendes Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen, das gesamte Dach abgedeckt und fortgeweht worden. 

Baum stürzt auf Autos

Weniger Glück hatte ein Gebrauchtwagenhändler an der Rietberger Straße in Wiedenbrück. Auch dort hielt ein Baum dem Sturm nicht stand und krachte auf die Ausstellungsfläche. Zwei Fahrzeuge sind dabei beschädigt worden, berichtete tags drauf Matthias Köpp, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr in der Doppelstadt. 

Etwa 40 Einsätze

Zu annähernd 40 Einsätzen seien die Blauröcke am Sonntagabend ausgerückt. Zumeist seien vollgelaufene Keller das Problem gewesen, berichtete Köpp weiter. Gegen 20.30 Uhr dann rückten auch die letzten Kräfte – insgesamt leisteten 125 Aktive Hilfe – wieder ein. 

Ungezählt sind jene Fälle, in der sich die Bewohner selbst sowie Nachbarn halfen: Etliche Rheda-Wiedenbrücker berichten in sozialen Netzwerken davon, wie sich das Wasser seinen Weg unter Terrassentüren hindurch bahnte, sie Keller mittels Teichpumpen trockenlegten und dass dort mitunter Frösche gesichtet worden sind. In Lintel sollen sogar ein Strommast und ein großer Hühnerstall auf einer Straße gelegen haben.

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