Zweite Schicht im Werk in Rheda-Wiedenbrück aufgenommen – Übernahme von Crailsheimer Firma Lazar
Tönnies fährt Schlachtbetrieb weiter hoch

Rheda-Wiedenbrück (dpa). Der Fleischkonzern Tönnies schlachtet wieder mehr Schweine. Am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück wurde eine zweite Schicht eingebunden. Die Schlachtung und Zerlegung von Schweinen sei seit Freitag in Absprache mit den Behörden weiter hochgefahren worden, teilte ein Konzernsprecher am Montag mit. Knapp mehr als 4000 Mitarbeiter seien in dem Betrieb wieder aktiv.

Montag, 03.08.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 14:16 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Nach dem Corona-Ausbruch beim größten deutschen Schlachtbetrieb hatte die zuständige Aufsicht zuletzt nur der Einsatz einer Schicht erlaubt. Ziel sei es nun, im nächsten Schritt 15.000 Schweine pro Tag zu schlachten, sagte der Sprecher.

Der Betrieb musste wegen hoher Corona-Infektionszahlen in der Belegschaft von Mitte Juni bis Mitte Juli pausieren. Nach der Umsetzung eines verschärften Hygienekonzepts, dem Einbau neuer Filtertechnik und trennenden Plexiglasscheiben zwischen den Arbeitern durfte Tönnies mit einer Schicht beginnen und bis zu 8000 Schweine schlachten.

Vor der Corona-Krise durfte Tönnies in Rheda-Wiedenbrück bis zu 30.000 Schweine am Tag schlachten. Dieser Rahmen aber wurde nicht ausgeschöpft. Je nach Marktlage waren es nach Konzern-Angaben bis zu 25.000 Tiere.

Tönnies will Crailsheimer Firma Lazar übernehmen

Wie am Montag zudem bekannt wurde, will Tönnies die Crailsheimer Firma Lazar übernehmen. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg mit etwa 200 Mitarbeitern hat nach Angaben eines Konzern-Sprechers bislang an verschiedenen Standorten im Auftrag für Tönnies Rinder geschlachtet und zerlegt. Die Übernahme durch Tönnies steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Behörden. Das Bundeskartellamt hat eine sogenannte Fusionskontrolle angekündigt, nachdem Tönnies am 29. Juli den Übernahmewunsch angemeldet hatte.

Hintergrund der Übernahme durch Tönnies: Das Bundeskabinett hatte Ende Juli schärfere Regeln für die Fleischindustrie auf den Weg gebracht. Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht vor, dass in größeren Betrieben der Branche ab dem 1. Januar 2021 im Kerngeschäft Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine Werkvertragsarbeiter und ab 1. April 2021 auch keine Leiharbeiter mehr beschäftigt werden dürfen. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Ausgenommen sind Fleischerhandwerksbetriebe mit maximal 49 Mitarbeitern.

 

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