Gespräche über Hygienekonzept dauern an – Tests bei weiteren Fleischfirmen negativ
Vorerst keine Produktion bei Tönnies

Rheda-Wiedenbrück (WB/OH/ef/skü). Darf Tönnies bald wieder seine Produktion hochfahren und wieder Schweine schlachten? Darüber wurde am Montag zwischen Regierungsbezirk, Kreis und dem Unternehmen rund fünf Stunden lang verhandelt. Tönnies sollte ein aus Sicht der Behörden akzeptables Hygienekonzept vorlegen.

Dienstag, 07.07.2020, 10:11 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 10:16 Uhr
Produktion im Schlachtkonzern Tönnies. Aktuell aber ruht der Betrieb wegen Corona. Foto: dpa

„Die Beteiligten haben ein Verfahren vereinbart, unter welchen Bedingungen welche Betriebsteile wieder geöffnet werden können“, erklärte die Bezirksregierung am Abend. „Konsens dabei war, dass die Sicherheit vor möglichen Ansteckungen im Vordergrund steht.“ An diesem Dienstag sollen erste Begehungen durch themenspezifische Arbeitsgruppen stattfinden. Mit einem Ergebnis wird in Verhandlungskreisen erst in den nächsten Tagen gerechnet.

„Das Konzept, das die Firma vorgelegt hat, beantwortet bei Weitem nicht alle Fragen, die geklärt werden müssen. Also bis der Betrieb wieder anläuft, kann es noch dauern!“, hatte der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer vor Beginn der Gespräche erklärt.

Schließung bis zum 17. Juli

Die Stadt Rheda-Wiedenbrück hatte die Schließungsverfügung der gesamten Schlacht- und Fleischfabrik bis zum 17. Juli verlängert. Tönnies kann einen Antrag stellen, dass die Verfügung für einzelne Bereiche aufgehoben werden soll. Voraussetzung dafür ist aber ein Konzept zum Gesundheits- und Arbeitsschutz, das den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung von NRW entspricht.

Wie der Kreis Gütersloh am Montag mitteilte, erhöhte sich die Zahl der bestätigten Infektionen gegenüber dem Vortag um 44 auf nunmehr 2467 Fälle seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der akut Infizierten stieg um 40 auf 513, die der Genesenen erhöhte sich zum Sonntag um 4 auf 1933.

Der relativ hohe Zuwachs an neuen Corona-Fällen – der höchste auf Tagesbasis seit fast einer Woche – steht vor allem im Zusammenhang mit den am Wochenende erfolgten Nachtestungen in Haushalten von Tönnies-Beschäftigten. 40 mobile Teams waren vor allem in solchen Wohnungen unterwegs, in denen bis dato alle Personen negativ getestet worden waren. Hier kam es nun aber offenbar innerhalb der Inkubationszeit zu mehreren Positivfällen – auch wenn die meisten der zunächst 1000 Befunde negativ seien. Der Kreis teilte Montag mit, dass 42 der 44 neuen Fälle einen Tönnies-Bezug haben.

Weitere Tests bei Tönnies-Beschäftigten

Die Tönnies-Beschäftigten und ihre Mitbewohner befinden sich seit mehr als 14 Tagen in Quarantäne. Es stünden aber auch weitere Tests in Haushalten von Tönnies-Beschäftigten an, die bislang noch gar nicht erfasst und getestet worden seien, sagte der Sprecher des Kreises, Jan Focken.

Derweil wurden jetzt auch die Ergebnisse von weiteren Tests in fleischverarbeitenden Unternehmen in und um Versmold bekannt. Die Region gilt als ein Zentrum der fleischverarbeitenden In­dustrie in OWL. Ergebnis: Die umfangreichen Testungen auf das Coronavirus ergaben bislang keine Infektionen von Mitarbeitern.

Bei Reinert 500 negative Ergebnisse

Bereits in der vergangenen Woche wurde bei Stockmeyer in Füchtorf getestet; das Unternehmen war ehemals in Versmold ansässig. Hier waren 650 Tests negativ. Bei Wiltmann in Versmold gab es nach Auskunft von Versmolds Bürgermeister Michael Meyer-Hermann nur einen unklaren Befund bei insgesamt 750 Testungen.

Mittlerweile liegen auch die Testergebnisse bei Reinert vor: Hier gibt es laut Meyer-Hermann 500 negative Ergebnisse. Weiterhin habe Nölke in Versmold, seit einigen Jahren ein Tochterunternehmen von Tönnies, eigene Tests bei rund 400 Mitarbeitern durchgeführt. Das Ergebnis: alle negativ. Zusätzlich werde das Kreisgesundheitsamt in diesen Tagen bei Nölke weitere amtliche Testungen durchführen, sagte Meyer-Hermann.

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