Rheda-Wiedenbrück
Kündigung nach Video aus Tönnies-Kantine

Rheda-Wiedenbrück (dpa) - Nach der Veröffentlichung eines Videos mit mutmaßlichen Verstößen gegen Corona-Präventionsregeln aus der Kantine des Schlachtereibetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurde einer Mitarbeiterin gekündigt. Das Arbeitsgericht Bielefeld verhandelt jetzt über die Wirksamkeit der Entlassung aus dem April.

Donnerstag, 02.07.2020, 20:51 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 22:16 Uhr

 Das bestätigte Arbeitsgerichtsdirektor Joachim Kleveman am Donnerstag. Ein Verhandlungstermin sei aber noch offen. Die Cateringfirma, die bei Tönnies die Kantine mit Essen beliefert, hatte sich mit der Frau bei einem Gütetermin Anfang Juni auf eine fristgerechte Kündigung und eine Abfindung geeinigt. Laut Kleveman hatte die Frau bei dem Gespräch bestätigt, das Video ins Internet gestellt zu haben. Sie bestritt demnach aber, dass eine negative Kommentierung in dem Video von ihr sei. Nach einem Anwaltswechsel widerrief die Frau den Vergleich vom 9. Juni. Jetzt muss vor dem Arbeitsgericht verhandelt werden.

 Das Video mit mutmaßlichen Verstößen gegen Corona-Präventionsregeln war Ende März im Internet aufgetaucht. Die Firma Tönnies hatte am 28. März von ihm erfahren. Das genaue Erstellungsdatum dagegen ist umstritten. Die Bilder zeigen Tönnies-Mitarbeiter, die in der Kantine an Tischen zusammensitzen und essen. Nach einer Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen musste auch in Firmenkantinen seit dem 22. März aus Gründen des Infektionsschutzes ein Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Ob es Verstöße gab, prüft derzeit die Staatsanwaltschaft Bielefeld nach dem Eingang zahlreicher Anzeigen gegen das Unternehmen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7478412?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730030%2F
Mundschutz: Arminia-Gegner appelliert an Fans
VfL-Coach Oliver Glasner Foto: dpa
Nachrichten-Ticker