Rheda-Wiedenbrück
„Im März hatten alle mehr Angst“

Rheda-Wiedenbrück (ebl) - Nähe ist die wohl wichtigste Dienstleistung, die hilfsbedürftige Menschen in der Pflege entgegennehmen. Nicht gerade einfach in Zeiten der Corona-Pandemie. Überdies erlebt die Branche gegenwärtig den zweiten Lockdown im Kreis Gütersloh binnen weniger Monate.

Donnerstag, 02.07.2020, 17:59 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 18:16 Uhr

„Die Glocke“ hat sich bei Pflege-Anbietern in der Doppelstadt umgehört, wie sie mit dieser Situation umgehen. „Durch den regionalen Lockdown hat sich kaum etwas verändert“, räumt Elena Grawe von der Diakonie Gütersloh ein. Der evangelische Wohlfahrtsverein unterhält in Rheda-Wiedenbrück zwei Wohngemeinschaften, die jeweils maximal 15 Bewohner beherbergen. Viele von ihnen leiden unter Demenz. Mithilfe regelmäßiger Beschäftigungen wie dem Schneiden von Gemüse beim Kochen und Gymnastikübungen sollen die betagten Bewohner fit bleiben. Unabhängig vom Lockdown im Kreis Gütersloh sind im Lauf dieser Woche weitere Lockerungen erlaubt worden: So dürfen die Bewohner ihre Bleibe für maximal sechs Stunden verlassen – sie seien selbst für ihren Infektionsschutz verantwortlich. Zudem ist es ihnen erlaubt, zweimal täglich Besuch zu empfangen, was in Zeiten der Kontaktbeschränkungen im Frühling undenkbar war. Lediglich die Besuche in den Bewohnerzimmern bleibt für den Kreis Gütersloh untersagt. Frühestens ab dem 7. Juli soll dies wieder möglich sein. Wer nicht in der Wohngemeinschaft leben möchte und Pflege in den eigenen vier Wänden benötigt, der nimmt die ambulante Pflegedienstleistung in Anspruch. 20 Mitarbeiter sind bei der Diakonie für diesen Bereich zuständig. Sie helfen den Bedürftigen beim Waschen von Kleidung, beim Aufwärmen von Speisen, bei der Einteilung von Medikamenten und haben darüber hinaus ein offenes Ohr für die Probleme der zumeist Alleinlebenden. „Bei der Arbeit tragen die Pflegenden weiterhin Schutzmasken und Handschuhe“, erklärt Grawe. Die Einhaltung des Sicherheitsabstand zwischen Mitarbeiter und dem Gepflegten hänge dagegen von der Situation ab – das Stützen bei Gehproblemen oder der Wechsel von Verbänden funktioniere kaum ohne Körperkontakt. Drückt die Situation aus die Stimmung der Pflegebedürftigen? „Eher nicht“, meint die Vorstandsassistentin der Diakonie und betont: „Während der ersten Welle im März hätte man deutlich mehr Ängste wahrgenommen. Jetzt nehmen die meisten es gut auf.“

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