Frist läuft nun bis zum 17. Juli – Verfügung gilt für alle Kreise
Quarantäne für Tönnies-Personal um zwei Wochen verlängert

Düsseldorf (dpa). Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat die Quarantäne für Personen, die beim Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet haben oder in einer der Gemeinschaftsunterkünfte leben, um zwei Wochen verlängert.

Mittwoch, 01.07.2020, 18:03 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 20:36 Uhr
Symbolbild Foto: dpa

In der entsprechenden Allgemeinverfügung wird häusliche Quarantäne bis zum 17. Juli angeordnet. Ausgenommen sind unter anderem Personen, die schon erkrankt waren und als geheilt gelten. In dem Tönnies-Werk im Kreis Gütersloh hatte es einen massiven Corona-Ausbruch gegeben.

Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) wandte sich dazu am frühen Mittwochabend mit Videobotschaften an Betroffene, die aus Rumänien, Polen und Bulgarien kommen: In den auf Twitter veröffentlichen Botschaften, die jeweils in die entsprechenden Sprache übersetzt wurden, kündigte der Landrat Besuche durch Kreis-Mitarbeiter an: „Sie erhalten ein Dokument mit Informationen, wie Sie sich zu verhalten haben.“ Er sei sich bewusst, „dass das für alle eine sehr schwierige Situation ist“, betonte Adenauer.

Auch Kontaktpersonen müssen in Quarantäne bleiben

Eine Ministeriumssprecherin erläuterte am Mittwoch, dass die Verfügung nun für alle Kreise gelte. Entscheidend für die Quarantäne ist, ob eine Person zwischen dem 3. und 17. Juni „an mindestens einem Tag“ auf dem Betriebsgelände von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet hat – unabhängig davon, ob sie bei Tönnies selbst, einem Subunternehmer oder einer Leiharbeitsfirma angestellt war oder ist.

Auch alle Personen, die nicht auf dem Gelände waren, aber mit entsprechenden Menschen in Sammel- und Gemeinschaftsunterkünften oder Wohnungen leben, müssen laut Verfügung in Quarantäne bleiben.

Das ist die Begründung

Ausnahmen gelten unter anderem, wenn man seit dem 16. Juni positiv getestet wurde, als geheilt gilt oder in einer Unterkunft lebt, in der alle negativ getestet worden sind. Laut einer Kreis-Mitteilung vom Mittwochabend dürfen in den nächsten Tagen 389 Tönnies-Mitarbeiter die Quarantäne verlassen.

In der Begründung heißt es, dass selbst diejenigen, die „bislang nicht positiv getestet worden sind, gleichwohl ansteckungsverdächtig sein können“. Angesteckt haben könnten sie sich laut der Verordnung auch in der Kantine oder einer Unterkunft.

Das sagt der Kreis Gütersloh

Von der Kreisverwaltung aus Gütersloh heißt es in einer Mitteilung: „Positiv getestete Personen, die die Quarantänezeit von 14 Tagen seit dem Test hinter sich haben, dürfen die Quarantäne verlassen, wenn Sie 48 Stunden keine Symptome haben. Sie kriegen eine entsprechende Bescheinigung, die durch die örtlichen Ordnungsämter zugestellt wird.“

Und weiter: „Für negativ getestete Personen endet die Quarantäne nicht automatisch nach 14 Tagen! Sie können trotz des negativen Tests noch positiv werden. Dabei haben sie nicht unbedingt Symptome. So ist es zum Beispiel in einem dreiköpfigen Haushalt möglich, dass alle negativ getestet wurden, dann aber eine Person unerkannt positiv wird und die anderen ansteckt. Deshalb kann die Quarantäne für den Haushalt erst aufgehoben werden, wenn in der Wohnung 14 Tage lang niemand infiziert war und ein Test am Ende der 14-tätigen Quarantäne wieder für alle ein negatives Ergebnis zeigt. Die Quarantäne ist dann erst zu Ende, wenn das Ordnungsamt eine entsprechende Bescheinigung zustellt. Der Krisenstab wird versuchen, beim Einsatz der mobilen Teams, die seit heute ihre nächste Test-Runde machen, diesem Umstand Rechnung zu tragen.“

 

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