Rheda-Wiedenbrück
Doppelstadt kurz vor dem Abflug

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Hebt Rheda-Wiedenbrück bald ab? Wenn es nach der Mehrheit der Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses geht, sogar lieber heute als morgen: Auf Antrag der FDP hat das Gremium beschlossen, dass sich die Doppelstadt für die Patenschaft eines Lufthansa-Fliegers bewerben soll.

Dienstag, 09.06.2020, 21:27 Uhr

Um seine Heimatverbundenheit zu signalisieren, benennt der Flugkonzern einen Teil seiner Maschinen bereits seit 1960 nach deutschen Städten. Berlin machte damals den Anfang. Inzwischen ist die Ehre auch Kommunen in der Region zuteilgeworden: Gütersloh, Lippstadt, Herford oder auch Bielefeld gehen seit einigen Jahren regelmäßig in die Luft. Doch auch wesentlich kleinere Städte standen bereits Pate für eine Maschine der Lufthansa: darunter Bergzabern (7700 Bewohner) und Dinkelsbühl (11.500 Einwohner).

Werbung in der Luft und auf der Schiene

In diese Riege soll sich nach Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses künftig auch Rheda-Wiedenbrück einreihen. Mit der Stimmenmehrheit von CDU und FDP wurde die Verwaltung beauftragt, einen Antrag auf Übernahme einer Namenspatenschaft bei der Lufthansa zu stellen. Gespräche mit ähnlichem Ziel soll die Stadtspitze zudem mit der Deutschen Bahn führen: Denn auch das Transportunternehmen benennt seine ICE-Züge nach deutschen Städten und Regionen. Und einer davon soll künftig im besten Fall auf Rheda-Wiedenbrück getauft werden.

Mit diesem Teil des FDP-Antrags konnten sich am Montagabend auch SPD und Grüne anfreunden, die dem Vorhaben, eine Lufthansa-Maschine nach der Emskommune zu benennen, aus Umweltschutzaspekten indes ablehnend gegenüberstanden.

Bekanntheit Rheda-Wiedenbrücks steigern

FDP-Fraktionschef Patrick Büker (Bild) hatte für beide Vorhaben noch einmal die Werbetrommel gerührt. Er verwies darauf, dass ein Kurz- oder Mittelstreckenflugzeug der Lufthansa täglich bis zu acht Flüge in Deutschland und Europa zurücklege. „Bei jeweils bis zu 200 Passagieren an Bord, die den Städtenamen beim Ein- und Aussteigen lesen, dürfen wir eine deutlich steigende Bekanntheit unserer Stadt erwarten“, sagte Büker.

„Alles, wo Rheda-Wiedenbrück drauf steht, ist gut“, betonte Uwe Henkenjohann (CDU). Dirk Kursim (SPD) bezeichnete den liberalen Vorstoß als „erfrischend“. Hans-Hermann Heller-Jordan (Grüne) trieb die Frage um, was die FDP mit ihrem Antrag bezwecken will: „Möchte sie bei der Kommunalwahl etwa auch abheben?“

Jetzt heißt es erstmal abwarten: Denn die Wartezeit für die Namenspatenschaft einer Lufthansa-Maschine beträgt bis zu 15 Jahre.

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