Rheda-Wiedenbrück
Zwei Frauen fordern Platzhirsch heraus

Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Und noch eine Herausforderin: Bürgermeister Theo Mettenborg, der sich anschickt, bei der Kommunalwahl Stimmen einzufangen, um seine dritte Amtszeit als Rheda-Wiedenbrücker Verwaltungschef bestreiten zu können, hat es dieses Mal mit geballter Frauenpower zu tun.

Donnerstag, 04.06.2020, 09:33 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 10:01 Uhr

Nachdem für die Bündnisgrünen in der Doppelstadt an der Ems Sonja von Zons ihren Hut in den Wahlkampfring geworfen hat (diese Zeitung“ berichtete), tritt für die Genossen Brigitte Frisch-Linnhoff als Bewerberin an. Während seiner Mitgliederversammlung zur Aufstellung der Wahlkampfkandidaten in der Mensa der Städtischen Gesamtschule hat am Dienstagabend der SPD-Ortsverein Rheda-Wiedenbrück Brigitte Frisch-Linnhoff als Anwärterin auf den Chefsessel im Rathaus nominiert. Bei fünf Gegenstimmen weiß sie die Mehrheit der mehr als 30 stimmberechtigten Mitglieder hinter sich.

Frisch-Linnhoff steht für Schulpolitik

Die Rolle als Gegenkandidatin des amtierenden CDU-Bürgermeisters ist für das 58-jährige SPD-Fraktionsmitglied nicht neu. Bereits bei der Kommunalwahl 2014 war sie gegen ihn angetreten. „Brigitte Frisch-Linnhoff steht für Schulpolitik“, hebt Marco Sänger, Vorstands- und Fraktionsmitglied, ein wesentliches Aufgabenfeld hervor, das die Genossen angehen wollen und nennt zudem die Integration als ein für die SPD wichtiges Betätigungsfeld. Brigitte Frisch-Linnhoff sei genau die Richtige, um Zukunftsthemen wie die Digitalisierung an den Bildungsstätten voranzubringen. Zudem gelte es künftig angesichts zu erwartender steigender Schülerzahlen, einen hohen Standard an den Schulen aufrechtzuerhalten. Die studierte Pädagogin ist an der Gesamtschule in Rheda-Wiedenbrück für die Abteilungsleitung mehrerer Jahrgänge tätig.

Über den Bildungsbereich hinaus, in dem die Mutter dreier erwachsener Kinder (19 bis 26 Jahre) ebenfalls eine ihrer wesentlichen Kompetenzen sieht, will sie sich dem Thema Wohnen widmen. „Mir persönlich ist es wichtig, dass die Menschen, die zu wirtschaftlichem Wohlstand beitragen, auch die Möglichkeit haben, hier vor Ort bezahlbaren und guten Wohnraum zu finden“, betont die Anwärterin auf Bürgermeisteramt. Auf der Agenda der langjährigen Parteigenossin, die bereits das vierte Mal für den Rat kandidiert, steht nicht zuletzt der

„Die Hauptstraße ist eine Katastrophe“

Bereich Radwegesanierung. „Die Hauptstraße ist eine Katastrophe“, nennt die 58-Jährige ein Beispiel für Sanierungsbedarf.

Die SPD Rheda-Wiedenbrück schickt zahlreiche Kandidaten bei den Kommunalwahlen im September ins Rennen. Auf der Reserveliste der SPD wird Michaela Koroch auf der ersten Position geführt. Nachfolgend hat die SPD Dirk Kursim, Martina Mester-Grunewald, Marco Sänger, Brigitte Frisch-Linnhoff, Michael Fischer, Gudrun Bauer, Maik Birkholz, Anja Kern, Ümit Kahraman, Ina Schweikardt, Andreas Schweikardt, Daniela Frisch, Andreas Schüngel, Gabi Paulsen, Alfred Kontermann, Susanne Goldberg, Wilfried Noltenhans und Michaela Gomolka nominiert. In den 19 Wahlkreisen treten folgende Kandidaten für die Sozialdemokraten aus der Emsstadt an: Michael Fischer (WK 1), Brigitte Frisch-Linnhoff (WK 2), Maik Birkholz (WK 3), Martina Mester-Grunewald (WK 4), Ümit Kahraman (WK 5), Anja Kern, (WK 6), Marco Sänger (WK 7), Dirk Kursim (WK 8), Gudrun Bauer (WK 9), Susanne Goldberg (WK 10), Alfred Kontermann (WK 11), Andreas Schüngel (WK 12), Michaela Gomolka (WK 13), Wilfried Noltenhans (WK 14), Andreas Schweikardt (WK 15), Daniela Frisch (WK 16), Ina Schweikardt (WK 17), Michaela Koroch (WK 18) und Gabi Paulsen (WK 19).

Von Zons seit 16 Jahren politisch aktiv

In Sonja von Zons findet Bürgermeister Theo Mettenborg ebenfalls eine kommunalpolitisch erfahrene Herausforderin. Die Mehrheit der über 20 stimmberechtigten Mitglieder des Ortsverbands Bündnis 90/Die Grünen hat sich bei drei Nein-Stimmen für eine Kandidatin entschieden, die seit 16 Jahren politisch aktiv und seit 2014 im Rat der Stadt vertreten ist.

Entschlossene Kandidatin

Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen Volker Brüggenjürgen erklärt: „Wir freuen uns, dass wir mit Sonja von Zons eine Bürgermeisterkandidatin gewinnen konnten, die die Entschlossenheit mitbringt, die notwendigen Veränderungen in unserer Stadt voranzubringen, ohne auf traditionelle Bedenkenträger Rücksicht nehmen zu müssen. Als Diplom-Verwaltungswirtin mit langer Berufserfahrung kennt sie die Strukturen einer Kommunalverwaltung von innen und steht für eine moderne Verwaltungsführung im Dialog mit den Mitarbeitern.“ Die Grünen lassen anlässlich der Vorstellung ihrer Kandidatin nicht unerwähnt, dass sie sich für eine gelebte Erinnerungskultur und die Aufarbeitung der deutschen Geschichte in der Nazi-Diktatur und der SED-Diktatur einsetze. Die 46-jährige gebürtige Langenbergerin, die seit 25 Jahren in Wiedenbrück lebt, unterstreicht: „Eines meiner Schwerpunktthemen ist die Bewahrung und Stärkung unserer demokratischen Grundwerte und der Einsatz für eine tolerante, weltoffene und vielfältige Gesellschaft.“

Erste Wahl

Der Mutter von vier Kindern (17 bis 22 Jahre) liegt es am Herzen, dass alle Mädchen und Jungen unabhängig von ihrer Herkunft und ungeachtet ihres sozialen Hintergrundes die gleichen Bildungschancen haben. Seit zehn Jahren ist sie nebenberuflich als Deeskalationstrainerin in der Gewaltprävention mit Kindern und Jugendlichen tätig.

Als „erste Wahl“ bezeichnet Ortsverbandssprecher Hans-Herman Heller-Jordan die Bewerberin, „die als gläubige Katholikin durch ihre christliche Werteorientierung und ihr glaubwürdiges Engagement für eine menschliche und soziale Stadtgesellschaft überzeugt“.

Auf der Reserveliste auf Platz eins

Auf der Reserveliste des Ortsverbands Bündnis 90/Die Grünen stehen Sonja von Zons auf Platz eins sowie nachfolgend Volker Brüggenjürgen, Hans-Herman Heller-Jordan, Peter Rentrup, Andreas Hahn, Hagen Klauß, Alwin Wedler, Klaus Zerbin, Sandra Reffold, Stefan Breddermann, Bernd Mester, Sabine Hasselhoff, Dr. Christiane Braun, Leon Thumel, Peter Portman, Willi Repke, Anette Nordemann, Thomas Birwe, Dieter Epkenhans, Dr. Bernd Daelen, Norbert Walgern, Dr. Klaus Telgenkämper und Hubert Leiwes. In den 19 Wahlkreisen treten an: Hans-Herman Heller-Jordan (WK 1), Thomas Birwe (WK 2), Hagen Klaus (WK 3), Andreas Hahn (WK 4), Sandra Reffold (WK 5), Stefan Breddermann (WK 6), Sabine Hasselhoff (WK 7), Alwin Wedler (WK 8), Bernd Mester (WK 9), Willi Repke (WK 10), Dr. Bernd Daelen (WK 11), Sonja von Zons (WK 12), Volker Brüggenjürgen (WK 13), Peter Rentrup (WK 14), Peter Portman (WK 15), Leon Thumel (WK 16), Dieter Epkenhans (WK 17), Norbert Walgern (WK 18) und Klaus Zerbin (WK 19).

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