Rheda-Wiedenbrück
Amazon kündigt Start für 6. Juli an 

Oelde/Rheda-Wiedenbrück (sud) - In gut einem Monat werden die ersten Pakete vom neuen Amazon-Standort in Oelde aus verschickt. Das Logistikzentrum im Grenzbereich zu Rheda-Wiedenbrück nimmt am 6. Juli seinen Betrieb auf. 450 Beschäftigte sollen in der Startphase bei Amazon arbeiten.

Mittwoch, 03.06.2020, 16:38 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 05:01 Uhr

Bis zum Jahresende soll diese Zahl auf etwa tausend anwachsen. In dem Logistikzentrum des Internet-Warenhauses, das über eine Gebäudegrundfläche von 47.000 Quadratmetern verfügt, laufen zurzeit die letzten Vorbereitungen. Vor allem im zweiten Obergeschoss gibt es noch reichlich zu tun. Dort müssen nach Angaben des künftigen Standortleiters René Hille (33) noch Regale für die Warenlagerung aufgestellt werden. Im ersten Obergeschoss, das ebenfalls Lager- und Kommissionierungszwecken vorbehalten ist, ist das bereits geschehen.

Transportroboter stemmen schwerste Lasten

Intelligente Transportroboter kommen auf beiden Lagerebenen zum Einsatz. „Oelde ist unser zweiter Standort in Nordrhein-Westfalen, in dem die Mitarbeiter von Robotern unterstützt werden“, erklärt Amazon-Sprecher Michael Schneider. Die elektronischen Helfer sind vor allem dafür da, schwere Regale mit Produkten hochzuheben und diese zu den Mitarbeitern in der Wareneinlagerung und -entnahme zu bringen. Das spart Zeit und Laufwege. Mehrere hundert Transportroboter versehen allein bei Amazon an der A 2 bei Oelde ihren Dienst. Jeder von ihnen bringt 130 Kilogramm auf die Waage und kann fast 570 Kilogramm stemmen – also mehr als das Dreifache seines Eigengewichts. Ihre Ladung befördern sie mit einer Höchstgeschwindigkeit von sechs Stundenkilometern an jede gewünschte Stelle der Lagerebene.

Herzstück des 14. Logistikzentrums von Amazon in Deutschland ist das Erdgeschoss. Dort werden die Pakete für die Kunden gepackt, mit Adressetiketten versehen und dann auf die Reise geschickt. „In diesem Bereich werden mit Abstand die meisten Menschen arbeiten“, sagt Hille. Etwa 200 Versandstationen gibt es am Standort Oelde. An ihnen kommen die zuvor aus den oberen Lagerstockwerken bereitgestellten Artikel zielgerichtet zur Verpackung in kleine oder große, schmale oder breite Kartons mit dem typischen Amazon-Logo an.

Inbetriebnahme erfolgt schrittweise

Wenn der neue Stützpunkt des Internetriesen am 6. Juli seinen Betrieb aufnimmt, geschieht das schrittweise. „Wir fahren das Gebäude nach und nach hoch“, sagt der zuständige Geschäftsführer Norbert Brandau (51). Er führt den Standort während der Startphase, später soll dann René Hille das Ruder übernehmen. Sukzessive wolle man weitere Einstellungen vornehmen, fügt Brandau hinzu. Zum Weihnachtsgeschäft wolle man unter Volllast fahren.

Bis zu 17 Millionen Artikel können in den Regalen des Amazon-Standorts in Oelde eingelagert werden. Dabei spezialisiere man sich eher auf kleinere Artikel wie Bücher, CDs, Spielzeug oder auch handliche Elektrogeräte, erläutert der künftige Leiter des neuen Logistikzentrums, René Hille. „Wir halten hier vor allem die Produkte vor, mit denen Amazon auch in Deutschland groß geworden ist“, sagt Hille. Für sperrige Güter, Schuhe oder Kleidung sei das Lager nicht ausgelegt. Wer als Endverbraucher solche Artikel bestelle, erhalte diese in der Regel also von einem anderen der deutschen Standorte des Internet-Kaufhauses.

Pakete gehen überwiegend an Käufer im Inland 

Der überwiegende Teil der in Oelde geschnürten Pakete werde innerhalb des Bundesgebiets verschickt, erklärt Hille. Kunden aus dem Ausland bediene man aber auch – nämlich dann, wenn die von ihnen gewünschten Waren ausschließlich im Logistikzentrum Oelde vorrätig seien. Die Frage nach den Investitionskosten für den Neubau beantwortet Amazon nicht im Detail. In diesem Jahr eröffne man außer in Oelde auch bei Magdeburg einen Standort. Für beide Zentren sei mit Gesamtausgaben von 100 Millionen Euro zu rechnen, sagt Sprecher Michael Schneider.

Ähnlich zurückhaltend ist seine Auskunft zum Thema Gewerbesteuern. „An anderen Standorten bewegen sich unsere Gewerbesteuerzahlungen im sechsstelligen Bereich.“ Die Steuerzahlungen von Unternehmen sind eine wichtige Einnahmequelle für Kommunen. Rheda-Wiedenbrück rechnet für das Jahr 2020 mit Gewerbesteuereinnahmen von insgesamt 43 Millionen Euro.

3200 Bewerbungen für zirka 1000 Jobs am Aurea-Standort

Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf das neue Amazon-Logistikzentrum. Bewerbungsgespräche können nur per Videochat oder telefonisch geführt werden, sagt Geschäftsführer Norbert Brandau. Probleme, genügend Mitarbeiter zu rekrutieren, gebe es aber trotzdem nicht. „Uns liegen bislang 3200 Bewerbungen vor.“ Dass durch die Amazon-Ansiedlung zwischen Oelde und Rheda-Wiedenbrück binnen weniger Monate mindestens tausend neue Jobs vor allem für Niedrigqualifizierte entstehen sollen, freut Christian König. „Das ist eine Riesenchance für die Region“, sagt der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Ahlen/Münster.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7435168?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730030%2F
SEK-Einsatz in Bad Oeynhausen
Für einen Polizeieinsatz, auch mit Beamten eines SEK, ist das Restaurant „New Orleans“ in der Bad Oeynhausener Innenstadt weiträumig mit Flatterband abgesperrt. Foto: Christian Müller
Nachrichten-Ticker