Rheda-Wiedenbrück
Anklage lautet auf versuchten Totschlag

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Wegen versuchten Totschlags müssen sich ab Mitte Juni zwei Männer ohne festen Wohnsitz vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Den Lastwagenfahrern wird vorgeworfen, einen Kollegen auf dem Parkplatz des Fleischwerks Tönnies mit Tritten und Schlägen verletzt zu haben.

Montag, 01.06.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 01.06.2020, 14:16 Uhr

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft hat sich der Fall wie folgt zugetragen: Der Geschädigte soll seinen Lastwagen auf dem Parkplatz des fleischverarbeitenden Unternehmens an der Gütersloher Straße in Rheda abgestellt und dann mit anderen LKW-Fahrern in einer Fahrerkabine Rum getrunken haben. Zwischen den Angeklagten (27 und 31 Jahre alt) sowie dem späteren Opfer soll es im weiteren Verlauf des Trinkgelages zu einem Streit über die Stellplätze der Lastwagen gekommen sein.

Vorwurf: Mit Sicherheitsschuhen auf Opfer eingetreten

Die Angeklagten sollen den Geschädigten aus der Fahrerkabine gezogen und zu Boden gebracht haben. Anschließend sollen sie auf Kopf und Körper des am Boden Liegenden eingetreten und eingeschlagen haben, wobei sie Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen getragen trugen. „Die Angeklagten haben dabei sowohl den Tod als auch schwerste körperliche Verletzungen des Geschädigten in Kauf genommen“, erklärt die Staatsanwaltschaft. Nachdem der Geschädigte schwer verletzt und regungslos auf dem Boden liegen blieb, sollen die Männer von ihm in dem Bewusstsein abgelassen haben, dass er ohne fremde Hilfe versterben könne.

Nur durch das schnelle Eingreifen der herbeigerufenen Sanitäter konnte das Leben des Schwerverletzten gerettet werden. Er erlitt einen großflächigen Hirninfarkt, der zu einer lebensbedrohlichen Hirnschwellung führte. Seit der Tat ist seine gesamte linke Körperhälfte gelähmt. Zudem soll er eine Berstungsfraktur eines Brustwirbels sowie diverse Hämatome erlitten haben.

Urteil soll erst im August fallen

Der Prozess vor dem Bielefelder Landgericht beginnt am Donnerstag, 18. Juni, um 9 Uhr im Saal vier (Aktenzeichen (1 Ks – 446 Js 555/19 – 8/20). Acht Fortsetzungstermine sind anberaumt worden. Die Urteilsverkündung ist für Mittwoch, 19. August, vorgesehen.

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