Rheda-Wiedenbrück
Virus: Kreis testet in Schlachtbetrieben

Rheda-Wiedenbrück/Kreis Gütersloh (gl) - In einer Krisenstabssitzung am Sonntag ist die Vorgehensweise zur Testung der Schlachtbetriebsmitarbeiter festgelegt worden. Das Ergebnis laut einer Mitteilung: Es sollen alle Beschäftigte auf das Coronavirus untersucht werden.

Sonntag, 10.05.2020, 14:57 Uhr aktualisiert: 10.05.2020, 15:31 Uhr

An der Sitzung des Krisenstabs nahmen auch Vertreter der Bezirksregierung und der Firma Tönnies teil sowie Vertreter der Stadt Rheda-Wiedenbrück teil. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte nach einer Häufung von Coronainfizierten bei einem Schlachtbetrieb in Coesfeld angeordnet, dass sämtliche Mitarbeiter der Schlachtbetriebe in NRW zu testen seien. Im Kreis Gütersloh sind dies 16, darunter fünf große Betriebe.

Das Land übernimmt die Kosten

Aktuell gibt es im Kreis 23 mit labortechnisch bestätigte Coronainfizierte. Keiner von diesen 23 hat nach Angaben des Kreises eine Verbindung zur Fleischindustrie. „Starten können wir jetzt, da inzwischen klar ist, auf welcher Rechtsgrundlage die Reihentests stattfinden und wer die Tests bezahlt“, betont Landrat Sven-Georg Adenauer. Das Land wird demnach die Kosten übernehmen. In ganz NRW sind rund 20.000 Personen zu untersuchen.

Seit Donnerstag hat sich der Kreis Gütersloh auf die bevorstehende Aufgabe vorbereitet. „Wir verfolgen eine risikoorientierte Testung der Mitarbeiter“, erklärte Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch. „Von den Großen zu den Kleinen“, führte er aus, daher auch die Teilnahme der Vertreter der Firma Tönnies und der Stadt Rheda-Wiedenbrück an der Krisenstabssitzung. Gestartet wird am Montag, 11. Mai, mit den Tests in der Schlachtung bei Tönnies. Inklusive der Beschäftigten des Kreises in der Fleischkontrolle und Überwachung sowie eines weiteren im selben Gebäude tätigen Unternehmens werden rund 500 Personen kontrolliert. Ziel ist es, die Beschäftigten in allen Schlachtbetrieben im Kreis schnellstmöglich flächendeckend zu überprüfen, um bei positiven Tests die Infektionsketten durch geeignete Maßnahmen konsequent unterbrechen zu können.

Ausreichend Testkits vorhanden

Der Kreis verfügt nach eigenen Angaben über ausreichend Testkits, um die Beprobung bewältigen zu können. Auch die Unterkünfte sollen laut Erlass der Landesregierung überprüft werden, um etwa zu klären, ob dort die Hygienestandards und Abstandsregeln eingehalten werden können. Wann die Reihentests abgeschlossen sind, hänge auch von den Testkapazitäten ab. Rund 500 pro Tag schaffe das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe. Weitere Testkapazitäten seien angefragt.

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