Rheda-Wiedenbrück
Stadt gewährt Gründach-Zuschuss

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Mehr Grün aufs Dach: In diesem Ziel sind sich Rheda-Wiedenbrücks Kommunalpolitiker einig. In der Frage, wie viel ihnen die Förderung naturnah gestalteter Dächer auf Privatgebäuden wert ist, gibt es jedoch Unterschiede. Trotzdem hat der Haupt- und Finanzausschuss eine Entscheidung getroffen.

Mittwoch, 06.05.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 21:31 Uhr

Der Antrag zur städtischen Förderung privater Gründachprojekte stammt von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die Umweltschutzpartei rührte für ihren Vorstoß in der Ausschusssitzung noch einmal die Werbetrommel. Hans-Hermann Heller-Jordan (linkes Bild) unterstrich, dass bepflanzte Hausdächer das Innenstadtklima positiv beeinflussen, indem sie Feuchtigkeit speichern, Staub binden und einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Wärmedämmung leisten. „Der Klimawandel ist eine reale Bedrohung und lässt sich nicht mit Medikamenten bekämpfen“, sagte Heller-Jordan.

Erderwärmung Einhalt gebieten

Es sei wichtig, zeitnah auf möglichst vielen Feldern tätig zu werden, um der Erwärmung der Erde Einhalt zu gebieten. Einen griffigen Namen für das von seiner Partei beantragte Förderprogramm für Gründächer hatte Hans-Hermann Heller-Jordan bereits parat: „Mehr Grün in meiner Nähe.“ Er berichtete von ähnlichen Initiativen anderer Kommunen. Allein in Gütersloh seien bislang schon 16 Gründächer öffentlich gefördert worden. Eine Gesamtfördersumme von 10 000 Euro hatten die Grünen ursprünglich gefordert. Zu wenig, befand die Stadtverwaltung. Sie schlug vor, 30 000 Euro an öffentlichen Fördergeldern bereitzustellen.

Was die Grünen gerne hörten, gefiel der CDU in der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung weniger gut. Vor allem vor dem Hintergrund der noch nicht absehbaren Corona-Folgekosten sei ein sparsamer Umgang mit den kommunalen Finanzmitteln angezeigt, sagte Uwe Henkenjohann. Seine Fraktionskollegin Sabine Hornberg sprach sich ebenfalls dafür aus, es bei den 10 000 Euro zu belassen. „Aber es spricht nichts dagegen, die Summe in den Folgejahren zu erhöhen.“ Voraussetzung sei, dass das städtische Budget dies hergebe und die Nachfrage entsprechend groß sei. Denn auch mit der nun bereitgestellten Startsumme könnten vier bis fünf Projekte bezuschusst werden. Auf den Kompromissvorschlag, den Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU) in der Sitzung unterbreitete, konnten sich fast alle einlassen: Es bleibt bei der Fördersumme von 10 000 Euro in diesem Jahr, für 2021 gibt es aber eine Aufstockungsoption auf 30 000 Euro. Endgültig entschieden wird darüber im Herbst.

Kritik an „unpraktikabler Umsetzung“

Patrick Büker (FDP, rechtes Bild) war der einzige, der in der Sitzung gegen das städtische Konzept zur Gründachförderung stimmte – allerdings nicht aus inhaltlichen Beweggründen („da bin ich nah bei den Grünen“), sondern wegen der aus seiner Sicht „völlig unpraktikablen Umsetzung“. Die Förderbedingungen seien kompliziert und wirkten auf potenzielle Antragsteller eher abschreckend, sagte Büker. „Da wiehert der Amtsschimmel“, sagte er. Der FDP-Ratsherr geht davon aus, dass ein Verwaltungsmitarbeiter mit der Prüfung ausgefüllter Förderformulare mindestens anderthalb Tage beschäftigt ist und ist sich deshalb sicher: „Wir werden mit dem Konzept allenfalls kaum messbare Erfolge erzielen.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7398858?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730030%2F
Datenpanne: Inzidenz steigt auf 41 – doch Kreis darf nicht sofort handeln
22 Neuinfektionen sind am Samstag gemeldet worden. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker