Rheda-Wiedenbrück Pfarrerin stellt sich übers Internet vor

Rheda-Wiedenbrück (wl) - Einen solchen Dienstantritt hat es in der Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde Rheda-Wiedenbrück noch nicht gegeben: Am Sonntag stellt sich die neue Pfarrerin Mandy Liebetrau im Rahmen des dritten Sofagottesdiensts per Videomitschnitt den Gläubigen offiziell vor.

Zusammen mit Pfarrer Artur Töws hält sie den Gottesdienst in der Herzebrocker Kreuzkirche. Die Feier wird zuvor aufgezeichnet, auf die passende Länge geschnitten und ist dann als Sofagottesdienst online abrufbar. Unter dem Motto „Es ist gut“ werden die beiden zu den Menschen virtuell ins Haus kommen, damit gemeinsam der Sonntagsgottesdienst gefeiert werden kann.

Marco Beuermann übernimmt Regie

Für die 30-jährige Pfarrerin ist das kein Problem. Sie ist nah dran an der modernen Technik und findet es gut, dass nun alle neue Wege gehen müssen. Dass die Corona-Pandemie ausgerechnet in die Passionszeit fällt, in der viele Menschen freiwillig beispielsweise auf Süßigkeiten oder Alkohol verzichten, sei eine besondere Herausforderung. „Aktuell heißt es sieben Wochen ohne alles“, sagt die Geistliche. Die beiden ersten Sofagottesdienste der Gemeinde sind gut angekommen. Mehr als 3000 Menschen haben sie sich angesehen. Pfarrer Marco Beuermann hat zahlreiche positive Rückmeldungen bekommen. Er ist froh, dass sein Team und das Presbyterium gemeinsam die Idee dazu hatten.

Beuermann hat sich in die Technik des Videoschnitts eingearbeitet und sich ein bisschen an das Jahr 2007 erinnert, als der Fernsehgottesdienst in der Kreuzkirche Wiedenbrück gedreht wurde. „Damals habe ich schon von den Profis gelernt, dass die Menschen viele Bilder sehen möchten und nicht nur eine Einstellung“, berichtet er. Deshalb ist er auch als Regisseur kreativ und macht den Gottesdienst durch interessante Kameraeinstellungen am Bildschirm kurzweilig. Die neue Pfarrerin Mandy Liebetrau wurde in Leipzig geboren. Aufgewachsen ist sie in Westerkappeln. Nach dem Abitur verbrachte sie ein Jahr in Island, wo sie in einem Obdachlosenheim arbeitete. In Münster studierte sie Theologie. Die vergangenen zweieinhalb Jahre war sie Vikarin in Harsewinkel. Zusammen mit ihrer Frau lebt sie in Rheda.

Ökumene ist ihr Steckenpferd

Besonders freut sich die junge Pfarrerin im Probedienst auf die Konfirmandenarbeit. Es ist der erste Kursus dieser Art, den sie in Herzebrock-Clarholz eigenverantwortlich leiten darf. Auf ihre neue Aufgabe in der knapp 14 000 Mitglieder zählenden Versöhnungskirchengemeinde ist sie ebenfalls gespannt. Sie begrüßt es, dass in der Gemeinde die Ökumene offen gelebt wird. Das sei ganz klar auch ihr Steckenpferd. Gerade in diesen Zeiten wird sie wohl viel telefonieren müssen, bevor sie den persönlichen Kontakt zu den Menschen herstellen kann.

„Ich sehe es als eine Vorstellung im doppelten Sinn“, erklärt Mandy Liebetrau. „Das erste Mal im Rahmen des Sofagottesdiensts und ein zweites Mal später persönlich.“ In ihrer Freizeit geht die Fußballinteressierte gerne ins Stadion. Ihr Lieblingsverein ist Borussia Dortmund. Ihr zweites Hobby ist das Reisen durch Europa. Beiden Freizeitbeschäftigungen kann sie aktuell indes wegen der Coronakrise nicht nachkommen. Trotzdem bleibt die junge Pfarrerin optimistisch, getreu ihrem selbstgewählten Motto: „Sieben Wochen Zuversicht ohne Pessimismus.“

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