Rheda-Wiedenbrück CDU stellt Weichen für Urnengang

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Der CDU-Stadtverband hat sein Team für die Kommunalwahl am 13. September vorgestellt. Gleich fünf junge Leute wollen die Christdemokraten ins Rennen um ein Ratsmandat schicken. Im Gegenzug haben mit Elisabeth Witte, Henrika Küppers, Norbert Flaskamp und Heinz-Georg Großerohde  auch gestandene Politiker ihren Rückzug aus dem Stadtparlament erklärt.

Die Zeiten, in denen Rheda-Wiedenbrücker CDU-Mitglieder sowohl dem Stadtrat als auch dem Kreistag angehören konnten, sollen der Vergangenheit angehören. Zu diesem Grundsatzbeschluss habe sich der Stadtverbandsvorstand im Vorfeld der Kandidatenaufstellung durchgerungen, erklärt Henrika Küppers. Die Entscheidung betrifft auch die Stadtverbandschefin selbst: Die 58-Jährige wird im September nur noch für den Kreistag kandidieren, aber nicht mehr für den Rat. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth Witte musste sich für eine Aufgabe entscheiden: Sie will ebenfalls im Kreistag weitermachen.

Heinz-Georg Großerohde wechselt vom Rat in den Kreistag. Gar nicht mehr antreten wird der langjährige Ratsherr und stellvertretende Bürgermeister Norbert Flaskamp – aus Altersgründen, wie Fraktionschef Uwe Henkenjohann sagt. Die Entscheidung, auf Doppelmandate zu verzichten, habe man vor allem deshalb getroffen, um den „erfreulicherweise zahlreich vorhandenen Nachwuchskräften“ die Chance auf einen Ratssitz zu ermöglichen, betont Henrika Küppers. „Vertrauen haben und die jungen Leute machen lassen“, laute das Motto. Das funktioniere aber nicht ohne die Bereitschaft der älteren Generation, sich von Aufgaben und Funktionen zu trennen.

Mit Stefan Schlepphorst, Patrick Kosel und Hendrik Hemke (alle 24) schickt die CDU im Stadtteil Rheda drei junge Leute in den Ratswahlkampf, die allesamt aus Wiedenbrück stammen. Ob das in Teilen der Partei kritisch gesehen werde, beantwortet Henkenjohann so: „Das alte Stadtteildenken haben wir überwunden. Wir verstehen Rheda-Wiedenbrück als Einheit. Und es geht uns weniger um Personen, sondern vor allem um die Sache.“ Verabschiedet hat sich die Partei von der umstrittenen 70er-Regelung, die es formell laut Küppers ohnehin nie gegeben habe. Das bedeutet: Auch wer älter als 70 Jahre ist, darf sich um ein Mandat in Stadtrat oder Kreistag bewerben. Beim Urnengang 2014 wurde noch auf die Einhaltung der Altersgrenze Wert gelegt.

Eine Überraschung ist es nicht: Zum dritten Mal soll Amtsinhaber Theo Mettenborg bei der Bürgermeisterwahl für die CDU seinen Hut in den Ring werfen. Er freue sich über das ihm von der Partei entgegengebrachte Vertrauen, sagt der Rathauschef, der bereits vor einigen Monaten seine erneute Kandidatur angekündigt hatte. Mettenborg sei sowohl mit Blick auf die Ratsmitglieder und die Rathausmitarbeiter als auch mit Blick auf die Bürgerschaft ein „absoluter Teamplayer“, bescheinigt ihm CDU-Fraktionschef Uwe Henkenjohann. Zudem vereine er zwei wichtige Eigenschaften: „Er ist visionärer Projektplaner und zupackender Macher – ein richtiger Wirbelwind.“

„Wir platzen vor Stolz aus allen Nähten“, sagt CDU-Stadtverbandsvorsitzende Henrika Küppers und meint damit die aus ihrer Sicht „rundum gelungene“ Kandidatenauswahl. Mitstreiter unterschiedlicher Alters- und Berufsgruppen konnten gewonnen werden, betont die Parteichefin und spricht von einem „bunten Querschnitt unserer Gesellschaft“. Das Durchschnittsalter der Ratsbewerber von nur 45 Jahren könne sich durchaus sehen lassen, ergänzt Fraktionschef Uwe Henkenjohann. Die Frauenquote liege ebenso wie der Anteil der politischen Neueinsteiger bei 31,6 Prozent. Stolz sei man zudem darauf, dass fünf Ratskandidaten erst Mitte 20 seien.

In Stein gemeißelt ist in Sachen Kandidatenaufstellung bei der CDU noch nichts. Henrika Küppers unterstreicht, dass es sich lediglich um Vorschläge des Stadtverbands handele, die mit den vier Ortsverbänden Lintel, Batenhorst/St. Vit, Wiedenbrück und Rheda abgestimmt worden seien. Das letzte Wort haben am heutigen Samstag die Parteimitglieder. Die Stadtverbandsversammlung zur Aufstellung der 19 Ratskandidaten und zur Nominierung der vier Rheda-Wiedenbrücker Kreistagskandidaten Heinz-Georg Großerohde (Bezirk 108), André Schulte (109), Elisabeth Witte (110) und Henrika Küppers (111) beginnt um 10.30 Uhr in der Stadthalle.

Die 19 Kandidaten der CDU für den Stadtrat:

Rheda (Bezirk 1 bis 8): Aysegül Winter (46 Jahre), Uwe Henkenjohann (54), Thomas Mader (47, Ersatz für Roland Dust), Stefan Schlepphorst (24, Ersatz für den inzwischen fraktionslosen Thomas Theilmeier-Aldehoff), Gabriele Bremke-Moenikes (68, Ersatz für Elisabeth Witte), Michael Pfläging (51), Hendrik Hemke (24, Ersatz für Elke Leßmeier), Patrick Kosel (24, Ersatz für Klaus-Dieter Schulze).

Wiedenbrück (Bezirk 9 bis 16): Georg Effertz (65), Jörg Schramm (57), Sabine Hornberg (47), Konstantin Setzer (24, Ersatz für Christine Röber), Christina Coban (40, Ersatz für die inzwischen fraktionslose Christa Bußwinkel), Birgit Krimpmann (50, Ersatz für Norbert Flaskamp), Jochen Buschsieweke (49, Ersatz für Henrika Küppers), Ralf Harz (57).

Lintel (Bezirk 17): Frank Schürmann (46, Ersatz für Alexander Siefert).

Batenhorst (Bezirk 18): Lisa Elbracht (25, Ersatz für Heinz-Georg Großerohde).

St. Vit (Bezirk 19): Peter Heinz Woste (55).

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