Rheda-Wiedenbrück
Demonstration gegen rechte Symbolik

Rheda-Wiedenbrück (eph) - Mit Transparenten, Trillerpfeifen und Buh-Rufen haben am Sonntagmorgen etwa 60 Bürger aus Rheda-Wiedenbrück friedlich gegen zwei öffentlich zur Schau gestellte Reichsflaggen (wir berichteten) auf einem Grundstück an der Wiedenbrücker Umflut protestiert.

Sonntag, 08.03.2020, 14:19 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 11:17 Uhr

Zu der von der Polizei genehmigten und in Gruppen der sozialen Netzwerke WhatsApp („OWL gegen Rechts“) und Facebook („Grüne gegen Rechts“) angekündigten Demonstration aufgerufen hatten die beiden heimischen Grünen-Parteimitglieder Hagen Klaus und Moritz Ritschel.

Zwar stellt das Aufhängen derartiger Flaggen keinen Gesetzesverstoß dar. Für Menschen aus dem rechtsgerichteten Milieu sind sie jedoch ein gern gezeigtes und häufig verwendetes Merkmal der eigenen politischen Identität. „Mit unserer kurzfristig anberaumten Demonstration wollen wir zeigen, dass in Rheda-Wiedenbrück kein Platz für rechtes Gedankengut ist“, begründete Hagen Klaus sein Engagement. „Außerdem wollen wir Auswärtige, die den viel befahrenen Radweg am Aegidienwall nutzen, nicht abschrecken. Sie sollen vielmehr den Eindruck bekommen, dass sie in unserer Stadt willkommen sind“, ergänzte Mit-Organisator Moritz Ritschel.

Zu den Demonstrierenden, die sich am Sonntagmorgen am Wall eingefunden haben, gehörte auch Anliegerin Annette Nowack. Wenn sie morgens ihre Jalousien hochzieht, kann sie auf der gegenüberliegenden Umflutseite die Fahnen sehen. „Das will ich mir nicht länger bieten lassen“, begründete sie ihre Teilnahme an der Aktion. Und für den Protestler Bernd Mester steht fest: „Man kann nicht mit der Fahne von vorgestern Politik für morgen machen.“

Wie ein Polizeisprecher am Rande der Demonstration mitteilte, habe es im Vorfeld der Veranstaltung eine offizielle Ansprache an den Bürger mit dem Flaggenmast gegeben. Dabei habe dieser erklärt, er sei kein Vertreter der rechten Szene. Auch in sozialen Netzwerken äußerte sich der Klosterwall-Anlieger am vergangenen Wochenende in dieser Weise. Er wolle mit den Fahnen lediglich provozieren („Mal sehen, wie die Leute darauf reagieren“), lade jeden zum Tee ein und sei über sein Verhalten zum Dialog bereit, heißt es dort.

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