Der zweite Test war negativ – aber Frau aus dem Kreis Lippe infiziert
Doch kein Corona-Fall im Kreis Gütersloh

Gütersloh/Paderborn (WB/kol/ef). Vorläufige Entwarnung für den Kreis Gütersloh: Der Mann aus Rheda-Wiedenbrück ist doch nicht mit dem Coronavirus befallen. Dies ergab ein zweiter Test. Bei einer Frau im Kreis Lippe wurde indes eine Infektion mit den Coronaviren nachgewiesen. Es ist damit der erste Fall in OWL.

Donnerstag, 05.03.2020, 09:39 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 13:34 Uhr
Abstriche aus OWL waren positiv.

Die Frau befindet sich in Quarantäne. Das teilte die Kreisverwaltung in Detmold am Donnerstag mit und bestätigte damit einen Bericht, den das WESTFALEN-BLATT exklusiv veröffentlicht hatte.

Bei dem älteren Mann aus dem Kreis Gütersloh gab die Kreisverwaltung am Donnerstag Entwarnung. Nachdem das Labor zunächst am Mittwoch Abend vermeldet hatte, dass der Corona-Test positiv gewesen sei, erfolgte am Donnerstag durch das Labor die Korrektur. Der Mann habe auch nur wenige Symptome gezeigt.

Die in Lippe erkrankte Frau habe sich nach der Rückkehr aus dem Skiurlaub in Südtirol unwohl gefühlt gefühlt, sei daher nicht zur Arbeit gegangen und habe und ihre Erkältungssymptome untersuchen lassen, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Lippe. Der Abstrich habe ein positives Ergebnis gezeigt.

Kontaktpersonen unter Quarantäne

Die Kontaktpersonen aus dem Bewegungsprofil der Frau seien ermittelt und ebenfralls unter Quarantäne gestellt worden. „Die Diagnostik läuft“, heißt es in der Mitteilung der Kreisverwaltung. Wenn nötig, werde umgehend ein Krisenstab eingerichtet. Aktuell seien keine Einschränkungen im Kita-, Schul- oder Verwaltungsbetrieb notwendig.

Sollten Menschen in Lippe den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, so bleibe das Vorgehen unverändert: Im ersten Schritt telefonisch den eigenen Hausarzt kontaktieren und eine eventuell erforderliche Behandlung besprechen. Außerhalb der Sprechzeiten hilfe der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116 117. Zudem habe das Gesundheitsamt Lippe eine Informationshotline unter 05231 / 62-1100 geschaltet. Die Akteure entscheiden auch, ob eine Vorsprache oder Einweisung in das Klinikum Lippe notwendig ist, daher ist auch von telefonischen Anfragen an das Klinikum abzusehen.

Seit Sonntag in häuslicher Quarantäne

Vorerst Entwarnung gab es im Kreis Paderborn. Bei drei der vier Verdachtsfälle seien die Tests negativ gewesen, teilte die Kreisverwaltung mit. Die beiden seit Montag geschlossen gebliebenen Schulen in Büren nehmen den Unterrichtsbetrieb an diesem Donnerstag wieder auf. Die Testergebnisse waren bereits für Dienstag erwartet worden. Es habe in einem Referenzlabor für Fälle mit komplizierter Diagnostik jedoch Probleme beim Auslesen der Proben gegeben, hieß es vom Kreis Paderborn.

Bei den Verdachtsfällen handelte es sich um eine zweifache Mutter aus Büren, die beruf­lichen Kontakt zu einem nachweislich Infizierten gehabt hatte, der im Kreis Heinsberg ermittelt worden war. Die Frau befindet sich gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Kindern seit Sonntag in häuslicher Quarantäne. „Unabhängig von den Testergebnissen verbleiben alle Personen und ihre Familienangehörigen in häuslicher Quarantäne bis zum Ablauf der Inkubationszeit von 14 Tagen. Erst wenn innerhalb dieser Frist keine Symptome auftauchen und ein zweiter Test negativ ist, können alle wieder ganz normal ihren Alltag aufnehmen“, teilte die Kreisverwaltung mit.

Ergebnis des vierten Verdachtsfalls steht noch aus

Ein Geschäftsreisender aus Venetien, der dort Kontakt hatte zu einer infizierten Person, und seine Ehefrau sind nach Angaben der Kreisverwaltung ebenfalls negativ getestet. Ebenso wie eine Urlaubsrückkehrerin aus der Lombardei, die innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr grippeähnliche Symptome entwickelt hatte. Auch diese Personen bleiben in Quarantäne, bis ein zweiter Test negativ ausfällt. Das Ergebnis des vierten Verdachtsfalls, ein Reiserückkehrer aus der Emilia Romagna in Italien, stehe noch aus.

Nach Kliniken in Bielefeld und Detmold eröffnet auch in Minden das Klinikum ein ambulantes Corona-Zentrum . Auf dem Platz vor dem Klinikum stehen ein Lkw mit einem Untersuchungsraum sowie beheizte Zelte. Dort könnten potenzielle Corona-Patienten untersucht werden, die vom Hausarzt dorthin verwiesen werden.

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