Familienstreit im Familienbetrieb von Axel Schramm – Mutterfirma von Interlübke in Rheda-Wiedenbrück
Zoff beim Möbelpräsidenten

Winnweiler/Rheda-Wiedenbrück(WB). Im Familienunternehmen von Axel Schramm (63) gibt es heftigen Streit. Die Schwester des Präsidenten des Verbandes der deutschen Möbelindustrie, Susanne Schramm (54), hat am Montag eine Pressemitteilung an mehrere Medien verschickt, wonach ihr Bruder „mit sofortiger Wirkung“ entmachtet sei. Sie selbst und – erstmals in der Geschichte des Möbelherstellers – ein namentlich nicht genannter familienfremder Manager hätten auf Beschluss der Gesellschafter am Sitz im pfälzischen Winnweiler die Geschäftsleitung übernommen.

Dienstag, 03.03.2020, 17:55 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 13:44 Uhr
Schlafmöbel aus dem aktuellen Programm der Manufaktur Schramm. Foto: dpa
Axel Schramm

Axel Schramm Foto: Hertlein

Etwas nebulös heißt es, die neue Leitung wolle die führende Marktposition von Schramm in Deutschland schärfen und die Digitalisierung ausbauen. Zudem bleibe die Integration der Tochterfirma Interlübke eine wichtige Aufgabe. Der genannte Möbelhersteller in Rheda-Wiedenbrück ist vor zwei Jahren von Schramm übernommen worden. Nach einer Übergangszeit führt Axel Schramms Sohn Philipp (28) Interlübke seit gut einem Jahr allein. Er war am Dienstag für keine Stellungnahme erreichbar.

Der seit 2014 amtierende Verbandspräsident Axel Schramm brauchte immerhin auch einen Tag, um auf die Mitteilung seiner Schwester zu reagieren. Am Dienstag ließ er dann eine Stellungnahme verbreiten, wonach bei der Eigentümergesellschaft der Schramm-Werkstätten nach wie vor ein am 3. Dezember 2019 beim Landgericht in Kaiserslautern geschlossener Vergleich gelte. Danach bleibe er, Axel Schramm, bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren alleiniger Geschäftsführer der Schramm Werkstätten. Diese Entscheidung des Gerichts sei nicht ergangen.

„Pfälzischer Denver-Clan“

Vor Ort in der Gemeinde Winnweiler im Donnersbergkreis spricht man in Erinnerung an eine erfolgreiche US-Serie vom „pfälzischen Denver-Clan“. Über die Gründe, die zu dem Streit geführt haben, gibt es öffentlich nur Spekulationen. Fest zu steht wohl, dass die Mutter und Mitgesellschafterin auf der Seite ihrer Tochter steht.

Axel Schramm führt die auf die Produktion sehr hochwertiger Schlafzimmer-Möbel spezialisierte Manufaktur seit 1998. Sie beschäftigt etwa 200 Mitarbeiter. Hinzu kommen 155 Beschäftigte in Rheda-Wiedenbrück.

Übrigens: In drei Jahren wollen die Schramm Möbelwerkstätten 100. Geburtstag feiern.

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