Rheda-Wiedenbrück
Als Dealer und Geldeintreiber unterwegs

Rheda-Wiedenbrück (gdd) - Mit einer spitzen Schere, die er auf einen 25-jährigen Rheda-Wiedenbrücker richtete, soll ein ungelernter Maurer (31), der nebenbei mit Marihuana dealte, den Tatbestand der räuberischen Erpressung erfüllt haben. Daran beteiligt war ein 19-Jähriger. 

Montag, 03.02.2020, 13:42 Uhr

Der Bauhelfer und ein mitangeklagter Azubi aus Gütersloh (19) hatten gemeinsame Sache gemacht, um Schulden einzutreiben. Sie mussten sich am Montag vor den Landgericht Bielefeld verantworten.

Ruppiges Geschäft

Das ruppige Geschäft im Drogenmilieu wurde vor der vierten Strafkammer im Beisein einer Vertreterin des städtischen Jugendamts erhellt: Zögerlich räumte der Auszubildende ein, er habe mit dem Bekannten eine Adresse an der Lippstädter Straße in Rheda-Wiedenbrück aufgesucht. Dort waren zeitweise zwei Beteiligte zu finden: der 25-jährige Wohnungsinhaber und sein obdachloser Bruder. Letzterer hatte wohl Schulden beim Dealer, der ihm ein Paket Marihuana geliefert hatte. Die Rechnung von 700 Euro war einige Wochen später noch immer offen.

So verbündete sich der Rauschgifthändler mit dem Azubi, bei dem der Obdachlose ebenfalls mit 90 Euro in der Kreide stand: Der Heranwachsende besuchte die besagte Wohnung, in der sich allerdings gerade nur der 25-Jährige mit einem Freund beschäftigte – beim Schneiden des Marihuanas in kleine Portionen für den Tagesbedarf. Nach fünf Minuten verabschiedete sich der „Lockvogel“ und ließ die Wohnungstür einen Spalt offen. Der Dealer schlüpfte herein, griff gleich zur Schere, deren Spitze sich auf den Körper des 25-Jährigen richtete und befahl: „Pack ein.“

Wohnung geplündert

In einer Tasche verstaute der Betroffene sein abgefordertes Eigentum, als Pfand für die Darlehensforderung, die den abwesenden Bruder betraf. Es handelte sich um eine Playstation, Konsolen, ein Bluetoothgerät und weitere elektronische Dinge. Sie wurden später vom 31-Jährigen in ein Pfandhaus gebracht, das einen Teil übernahm und 90 Euro ausgezahlt hat.

Im Krankenhaus randaliert

Der 19-Jährige musste sich gestern nicht nur für seine „Lockvogel“-Aktion, sondern auch wegen eines Krawalls in der Notaufnahme des Vinzenz-Krankenhauses Wiedenbrück am 29. März vergangenen Jahres verantworten. Alkoholisiert war er mit dem Fahrrad gestürzt, wankte zum Hospital. Dort schlug er rabiat auf Klinikmitarbeiter ein, bedrohte und beleidigte alarmierte Polizisten und leistete Widerstand. In der Strafsache wurden am Montag mehrere Zeugen vernommen. Der Bruder des Opfers, der für die Schulden verantwortlich zeichnete, war nicht zu sehen.

Der Prozess wird am 17. Februar fortgesetzt.

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