Rheda-Wiedenbrück
Emswall-Promenade im Praxistest

Rheda-Wiedenbrück (lalü) - Hinweisschilder mit drei Mühlrädern als Logo deuten seit einiger Zeit auf einen neuen Wanderweg hin: Die Emswall-Promenade. „Die Glocke“ hat die neue Strecke gemeinsam mit Mitgliedern der Kreisgruppe Gütersloh des Sauerländischen Gebirgsvereins auf Herz und Nieren getestet.

Dienstag, 04.02.2020, 07:10 Uhr

„Gute Idee, nicht am Seecafé als offiziellem Startpunkt zu beginnen.“ Das ist der Tenor bei der Begrüßung auf dem Wanderparkplatz im Stadtholz an der Röckinghauser Straße. „Wer jemals in Wiedenbrück war, weiß, dass dort selten ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen“, können Ute Schmidt aus Lippstadt und Erika Enders aus Herzebrock-Clarholz den Einheimischen nur zustimmen. Schmidt sowie Anneliese und Wolfgang Leppelt drehen als Emsstädter im Stadtholz ihre Walking-Strecken. Deswegen startet die Gruppe durch den Wald auf die gut 8,6 Kilometer lange „Runde“ – in Wirklichkeit eher eine Acht mit langen Verbindungsstücken entlang der Ems.

Mühlrader an der Ems als Signet

Der Trimmpfad und die Wegemarkierung „A 5“ begleiten die Gruppe besser als die neue Wegekennzeichnung. Im vergangenen Herbst waren die blauweißen Schilder in großer Zahl aufgetaucht. Jetzt fehlen etliche bereits wieder. „Immer geradeaus, wenn kein Schild eine neue Richtung anzeigt“: Die alte Wanderweisheit würde erstmals nach gut einem Kilometer in die Irre führen. An der Ems in Höhe des Kreishauses entsteht erneut ein Richtungsstreit: Jetzt rechts über die Emsbrücke zur Reumont-Promenade oder geradeaus? Die Pfeile geben beides vor. Wolfgang Leppelt grinst. „Heute entlang der Ems – und beim nächsten Mal anders herum.“

Das geht auf der Emswall-Promenade erfreulicherweise mehrfach. Beim Betreten des Flora-Westfalica-Geländes über den Mühlenwall sind gut 90 Minuten vergangen, zwei Stunden sind offiziell als Wegezeit genannt. Die Umrundung des Emssees fällt der Nebelnässe zum Opfer. Die gewonnene Zeit wird für einen Latte Macchiato nahe den neuen Emstreppen genutzt. Die drei Mühlrader an der Ems als Signet des Wanderwegs drehen sich im Original neben dem Weg.

Wer Wiedenbrück nur als Fachwerkstadt kennt, entdeckt nun am Nordwall und am Aegidienwall entlang der Umflut viele Bürgerhäuser aus Stein. Dort nutzte man die Künste der Wasserbauer. Das zeigte die wasserseitige Nutzung der kleinen Grundstücke hinter den historischen Gebäuden. Dort wimmelt es zur Mittagszeit von Rädern und Passanten.

Gute Wegequalität

Die Wegeplaner führen die Gruppe über die Reumont-Promenade am Sitz des Amts Reckenberg entlang zur Ems zurück. Von dort ist der Weg an der Ems schon bekannt. „Da wären wir besser am Freibad entlang zur Ems zurückgegangen“, meint Gerda Schmidt. Die Leppelts schlagen alternativ zum erneuten Seitenwechsel einen kleinen Stichweg über die Roggenstraße am Spielplatz entlang durch die Bruchwiese zum Eusternbach vor. Erika Enders strahlt: „Das ist ja herrlich hier.“

Am Ausgangspunkt ist man nach gut 160 Minuten. Die Wanderprofis vom Sauerländischen Gebirgsverein sind im Prinzip mit dem neuen Emswall-Promenadenweg zufrieden: Gute Wegequalität, wechselnde Beläge und etliche überraschende Einblicke stehen unter anderem auf der Habenseite. Positiv fällt ihnen zudem auf, dass die Strecke sowohl für Kinder als auch für Senioren zu bewältigen ist. Dass man durch zwei miteinander verbundene Rundwege im Stadtholz und um den Emssee Variationsmöglichkeiten hat, begrüßen die Tester ebenfalls.

Es gibt noch Verbesserungsbedarf

Verbesserungsbedarf gibt es bei der Ausschilderung. „Hier fehlen Schilder, sicher festgemacht, in jeder Richtung“, lautet das erste Zwischenfazit, schon bevor die Emsseite gewechselt werden soll. Zudem seien zu wenige Einkehrmöglichkeiten in der offiziellen Beschreibung enthalten: La Luna, Anker-Villa und die vielfältige Gastronomie am Marktplatz oder auch die Feinkostgeschäfte der Innenstadt seien nicht ausdrücklich genannt, obwohl sie nur wenige Schritte vom Weg entfernt liegen. Im Stadtholz hätten einige Passagen auf anderen Wegen zu Info- und Ruhepunkten führen können, wo weniger Ausflugs- und Sportverkehr herrscht. Und als Einstieg eigne sich besser der Bereich der Schanze. Wolfgang Leppelt: „Dort gibt es gute Parkmöglichkeiten. Busanbindungen sind an der Wasserstraße, der Lippstädter Straße und der Hauptstraße vorhanden. Das ist ein schönerer Einstieg ins touristisch wertvolle Wiedenbrück als die quälende Parkplatzsuche am Seecafé.“ Zur Erinnerung: Dort startet der Weg offiziell.

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