Rheda-Wiedenbrück
Keine Gefahr an der Parkschule

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Entwarnung für die Rhedaer Parkschule: Gutachter, Stadt und Kreisverwaltung sehen keine Gesundheitsgefahr für Kinder und andere Nutzer der Außenanlagen. Bei einer Bodenuntersuchung waren in einem Teilbereich des Areals leicht erhöhte PCB-Werte festgestellt worden.

Donnerstag, 06.02.2020, 15:07 Uhr

Trotzdem sollen im Umfeld der Bildungseinrichtung an der Parkstraße im Sommer weite Teile der im Erdreich liegenden Altlast abgetragen und durch neuen, unbelasteten Boden ausgetauscht werden. Das erklärte Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU) am Mittwochabend während einer Informationsveranstaltung in der Parkschule, an der Eltern, Lehrer und Anlieger teilnahmen.

Keine Auffälligkeiten

Wolfgang Hoffmann vom Gutachterbüro OWS betonte, dass nahezu alle der an verschiedenen Stellen und in unterschiedlichen Bodentiefen genommenen Proben keine Auffälligkeiten aufweisen. Die besonders niedrigen Grenzwerte für Verunreinigungen, die der Bundesgesetzgeber für Kinderspielflächen festgesetzt hat, würden fast ausnahmslos eingehalten. Lediglich in einem Teilbereich des Schulumfelds seien minimal erhöhte PCB-Werte von 0,58 beziehungsweise 0,84 Milligramm pro Kilo Trockenmasse ermittelt worden. Der zulässige Höchstwert für Kinderspielflächen liege bei 0,4 Milligramm.

Der Abschnitt mit den erhöhten PCB-Werten werde nicht als Spielfläche genutzt, er sei Teil der angrenzenden öffentlichen Parkanlage, sagte Markus Orzel vom städtischen Fachbereich Tiefbau. Als „reine Vorsichtsmaßnahme“ sei aber nicht nur dieses Areal vom Bauhof mit rot-weißem Flatterband abgesperrt worden, sondern beispielsweise auch der direkt an der Parkstraße liegende Kinderspielplatz. Dort seien indes keinerlei Auffälligkeiten festgestellt worden.

Mettenborg: Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen

Dass insbesondere auch der Spielplatz „sauber“ ist, erklärte Wilhelm Gröver, Leiter der Abteilung Umwelt beim Kreis, so: Unter dem Spielgelände befinde sich eine Art Grabungsschutz als Barriere zum darunterliegenden Erdreich. Zudem werde die Sandschicht regelmäßig ausgetauscht. Nach allen vorliegenden Erkenntnissen könne eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden, sagte Theo Mettenborg. „Wenn es anders wäre, würden wir Ihnen das sagen.“ Auffällig sei, dass die erhöhten PCB-Werte nicht oberhalb der ehemaligen Mülldeponie gemessen worden seien, sondern auf der danebenliegenden Fläche.

Wie geht es jetzt im Umfeld der Rhedaer Parkschule weiter?

Bis März sollen oberhalb der ehemaligen Mülldeponie die Bäume gerodet werden. Die Entfernung der Bodenverunreinigungen ist für die Sommerferien vorgesehen. Dazu die Stadt: „Die Altlast wird also auf der zum Schulgelände gehörenden Fläche auf jeden Fall entfernt – obwohl die Messwerte dort unbedenklich sind.“ Ab Frühjahr 2021 soll dann der Erweiterungsbau der Schule entstehen.

Sind weitere Messungen rund um die Parkschule erforderlich?

Im nächsten Schritt wird der von der Stadt beauftragte Gutachter weitere Detailuntersuchungen vornehmen. Dabei konzentriert er sich nach Auskunft der Kommune vor allem auf die Fläche neben dem ehemaligen Deponiegelände, auf der die leicht erhöhten PCB-Werte festgestellt wurden. „In diesem Teilbereich wird versucht, die belasteten Stellen möglichst genau einzugrenzen, damit der dortige Baumbestand weitestgehend erhalten bleiben kann“, sagt die Stadt.

Warum wurden gerade jetzt Bodenproben genommen?

Anlass dafür war der geplante Erweiterungsbau für die insbesondere im offenen Ganztagsbereich aus allen Nähten platzende Grundschule. Weil bekannt ist, dass das Schulgelände an eine ehemalige Mülldeponie angrenzt, ist die Untersuchung des Bodens hinsichtlich möglicher Belastungen gesetzlich vorgeschrieben. Für die Entsorgung und den Austausch des Bodens hat die Stadt 500 000 Euro einkalkuliert – zusätzlich zu den Kosten für den Anbau von einer Million Euro.

Hintergrund

Die Untersuchungsergebnisse des Bodens rund um die Parkschule haben lediglich auf einer Teilfläche leicht erhöhte PCB-Messwerte ergeben. PCB ist ein Industriestoff, der früher häufig als Weichmacher oder Dehnungsmasse zum Einsatz kam. Heute weiß man, dass er in erhöhter Konzentration gesundheitsschädlich ist.

Eine akute Gefährdung kann für die Parkschule jedoch ausgeschlossen werden. Zwar werden dort stellenweise die strengen PCB-Höchstwerte, die für Kinderspielflächen gelten, leicht überschritten. Die ermittelten Werte liegen aber immer noch entweder unter der gesetzlichen PCB-Grenze für Wohngebiete von 0,8 Milligramm pro Kilo Trockenmasse beziehungsweise dem Höchstwert für Park- und Freizeitanlagen von zwei Milligramm. Die Bodenproben wurden in 30 Zentimetern Tiefe genommen. Das ist die sogenannte „Buddeltiefe“. Man geht davon aus, dass Kinder beim Spielen mit ihren Plastikschüppen nicht tiefer graben. Das Verfahren für die Probenentnahme und die Auswertung ist vorgegeben. Beides regelt das Bundesbodenschutzgesetz.

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