Rheda-Wiedenbrück
Stadthalle besteht den Narrentest

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Auf Herz und Nieren geprüft und für hundertprozentig narrentauglich befunden haben die Aktiven des Wiedenbrücker Carnevalsvereins (WCV) die neue Stadthalle. Technik, Akustik und Platzangebot - nahezu alles schien am Samstagabend perfekt.

Sonntag, 09.02.2020, 19:30 Uhr

Kein Wunder also, dass die Jecken dem millionenschweren Neubau grünes Licht gaben – und das nicht nur im übertragenen Sinn. Mit Scheinwerfern wurde der gesamte Komplex innen wie außen in die Vereinsfarbe der Grünen Funken getaucht.

Bauarbeiterhelm für Mettenborg

Nur wenige Stunden vor Beginn des närrischen Treibens auf der Bühne und im Saal war die Stadthalle von Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU) feierlich eröffnet worden. Der erhielt als symbolisches Dankeschön für die termingerechte Fertigstellung von den WCV-Jecken einen grünen Bauarbeiterhelm geschenkt.

Sven Grabau, der gemeinsam mit Ehrenpräsident Hansi Gnädig schwungvoll durchs Programm führte, hatte den Kopfschutz eigentlich zu seiner eigenen Sicherheit mitgebracht. „Ich dachte, wir müssten hier auf einer Baustelle feiern“, feixte Grabau. Doch Pustekuchen: Wie versprochen hatten bis zum Einzug der Karnevalisten die letzten Handwerker den schmucken Neubau an der Hauptstraße verlassen.

WCV-Akteure fühlen sich wie zuhause

Dass einer der heimischen Vereine der erste Nutzer der 13,3 Millionen Euro teuren Veranstaltungsstätte ist, begrüßte Bürgermeister Theo Mettenborg ausdrücklich, denn: Vor allem für sie habe man den Reethus-Ersatz errichtet.

Mehr als 30 Jahre lang hatte der WCV seine Sitzungen in dem abgängigen Vorgängerbau gefeiert. In der Stadthalle bewegten sich die Akteure dennoch nicht auf unbekanntem Terrain. Im Gegenteil: Vom ersten Programmpunkt des fünfstündigen Bühnengeschehens an schien es, als fühlten sich die Narren in ihrer neuen Wirkungsstätte wie zuhause.

Kindergarde bricht das Eis

Das Eis brach gleich zu Beginn die Kindergarde. Frei weg von der Leber wirbelten die Nachwuchskarnevalisten übers Parkett. Zu begeistern wusste auch die Damengarde des WCV. Die Jugendformation entführte das Publikum in die faszinierende Welt des Zirkus’. Fernab der Manege funkelten die Altweiber in einer wilden Zeitreise-Show, die zurück in die schrillen 1970er-Jahre führte.

Auftritt der Grünen Bengel ist Pflicht

Die Grünen Bengel verwandelten sich im Minutentakt in Schlagerstars und Ballermann-Sternchen. Die fetzige Karaoke-Einlage des Vereinsnachwuchses ist ein fester Bestandteil des Prunksitzungsgeschehens und durfte auch am neuen Ort nicht fehlen. Dann waren da noch das Tanzpaar Annalena Lucarelli und Charlotte Brauner sowie die WCV-Version des Königs der Löwen – beides bezaubernd schön anzusehen.

Keine Sitzung ohne Büttenredner

Was wäre eine Karnevalssitzung ohne Büttenredner und andere Wortbeiträge? Klar, nur halb so lustig. Deshalb hatten die Programmgestalter des Wiedenbrücker Carnevalsvereins am Samstag unter anderem den Delbrücker Hubert Meiwes in die Stadthalle geholt. Der plauderte als Schützenbruder mit roter Narrennase – zumindest im übertragenen Sinn – frech und frei aus dem Nähkästchen.

98 Prozent wählen CDU

Unter anderem berichtete er von der jüngsten Kommunalwahl in seinem Heimatort, bei der die CDU 98 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. „Und den einen, der etwas anderes gewählt hat, haben wir anschließend aus dem Dorf gejagt.“ Wundern musste sich der jecke Schütze über den langen Namen der Doppelstadt an der Ems. Sein Vorschlag: „Machen wir es uns doch einfacher und sagen von jetzt an nur noch Bindestrich-Wiedenbrück.“

Klamauk vom Feinsten

Klamauk vom Feinsten in schönster Heinz-Erhardt-Manier präsentierte später am Abend Kay Scheffel. Der Komiker, Sänger und Bauchredner lieferte eine rasante, mit viel Wortwitz gespickte Programmeinlage ab, in der die Unterschiede zwischen ihm und seinem bereits 1979 verstorbenen Idol zu verwischen schienen. Kein Wunder eigentlich, schließlich kommt Scheffel Erhardt nicht nur stimmlich, sondern auch optisch ziemlich nah. Zum Schluss hielt es der gern gesehene Stammgast in der WCV-Bütt mit seinem großen Vorbild: „Wenn ich einmal traurig bin, dann trink’ ich einen Korn...“

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