Rheda-Wiedenbrück Altstadtreff statt Arbeiterherberge

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Als die Stadt 2018 das Haus Nummer 21 am Großen Wall in Rheda kaufte, ist das vor dem Hintergrund geschehen, dass man dort einen Beherbergungsbetrieb für Werkvertragsarbeiter ausschließen wollte. Nun meldet die Altstadtinitiative Interesse daran an.

Von Anonymous User

Es war die Altstadtinitiative, die per Antrag den Anstoß zum Kauf gegeben hatte. Und sie ist es auch, die nun den Rat bittet, ihr die Liegenschaft zur langfristigen Nutzung zu übertragen. Mit Mitteln aus dem Landesförderprogramm „Dritte Orte“ möchte die Initiative das 120-Quadratmeter-Gemäuer von 1855 instand setzen und dort ihre Aktivitäten bündeln.

Temporär Kneipe oder Café

Er soll zu einem Treffpunkt werden, „der temporär Kneipe oder Café sein kann, ein Ort zum Planen und zum Diskutieren“. So steht es in dem Antrag. Unter dem Dach des Baudenkmals könnten Lesungen, kleine Konzerte, Ausstellungen sowie Projekte mit anderen Gruppen sowie Vereinen stattfinden, meinen die Altstädter. „Wir wollen auch das Konzept der Malerin Barbara Körkemeier, ein offenes Atelier samt Galerie zu betreiben, einbinden und möglichst verwirklichen“, heißt es weiter.

Mehr noch: Bespielt mit den entsprechenden Aktivitäten könne sich ein kulturelles Dreieck bestehend aus Altstadthaus, Domhof und Schloss entwickeln, das auch über die Grenzen Rhedas hinaus von Interesse sein dürfe, sagen die aktiven Rhedaer. „Wir sind überzeugt, dass unsere Idee förderungswürdig ist, denn wir können belegen, dass wir dieses Kreativhaus sicher langfristig betreiben können und wir ein durchdachtes Konzept haben. Zudem beweisen wir seit 40 Jahren, dass wir mit Finanzmitteln verantwortungsvoll umgehen. Überdies wäre eine weitere Immobilie langfristig vor dem Verfall gerettet“, schreibt die Initiative. Am Mittwoch, 12. Januar, findet dazu ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Neuhaus ein Informationsabend statt.

Ursprünglich Verkauf geplant

Vor einem halben Jahr noch hatte die Stadt das Haus zum Verkauf angeboten. Mindestpreis: 135 000 Euro. Die Zeit, in der die Immobilie in kommunaler Hand ist, wurde dazu genutzt, einige Anpassungen im Grundbuch vorzunehmen. Eine gewerbliche Nutzung beispielsweise als Beherbergungsbetrieb ist seither ausgeschlossen, auch eine Vermietung.

Vertragsabschluss geplatzt

Warum das Haus nicht – wie angekündigt – schon längst verkauft sei, hat „Die Glocke“ am Dienstag die Pressestelle der Stadtverwaltung gefragt. Von dort hieß es: „Auf der Grundlage des Ergebnisses einer Ausschreibung der Immobilie hat der Ausschuss für Grundstücke und Gebäude in seiner Sitzung am 19. November beschlossen, ein Erbbaurecht zu bestellen. Der Abschluss des Vertrags ist letztlich nicht zustanden gekommen, da die Bewerberin ihr Angebot zurückgezogen hat.“ Jedoch habe sie zu dem Zeitpunkt bereits Gespräche mit der Altstadtinitiative Rheda geführt, die nun ihrerseits Interesse an der Immobilie bekundet hat.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7307902?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730030%2F