Rheda-Wiedenbrück Zusätzliche Bauplätze für St. Vit

Rheda-Wiedenbrück (sud) - St. Vit bekommt ein neues Baugebiet. Im Anschluss an die Siedlung an der Franz-Geshe-Straße sollen etwa zehn Baugrundstücke entstehen. Diskussionen gab es im Vorfeld um die Erschließung des Quartiers.

Von Anonymous User

Die Nachfrage nach Grundstücken in St. Vit sei groß, informierte in der jüngsten Sitzung des Bau-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschusses die Verwaltung. Zahlreiche interessierte Bauherren stünden bereits in den Startlöchern, um auf dem Areal im Anschluss an die Franz-Geshe-Straße alsbald loslegen zu können.

Beschleunigtes Verfahren

Das vergleichsweise kleine Neubaugebiet in Dorflage soll im sogenannten vereinfachten Verfahren aufgestellt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Gesamtgrundfläche zur Wohnnutzung weniger als 10.000 Quadratmeter umfasst, keine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht und die Gefährdung von Schutzgütern ausgeschlossen werden kann. Alles das trifft auf die in Rede stehende Fläche nach Auskunft der Stadtverwaltung zu.

Hintergrund

In der Bauausschusssitzung ging es auch um die Frage, ob die Franz-Geshe-Straße den zusätzlichen Anwohnerverkehr, der durch die zirka zehn Neubaugrundstücke entsteht, aufnehmen kann. Anlieger der Straße hatten dies bezweifelt und sich im Rahmen der Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung an die Stadtverwaltung gewandt. Im Rathaus geht man jedoch nicht von einem drohenden Verkehrskollaps auf der Spielstraße aus. Dabei stützt sich die Verwaltung auf ein von ihr in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten. Demnach werden aktuell auf der Franz-Geshe-Straße zu Spitzenzeiten 27 Kfz-Fahrten pro Stunde registriert. Damit liegt die Verkehrsbelastung nach Auskunft der Kommune im unteren Bereich eines durchschnittlichen Wohnwegs. Bis zu 150 Kraftfahrzeuge pro Stunde seien andernorts die Regel. Soweit wird es laut Gutachten auf der Franz-Geshe-Straße aber auch dann nicht kommen, wenn demnächst die zehn neuen Baugrundstücke bewohnt sind. Zu Spitzenzeiten sei mit einer Verkehrsbelastung von 55 Fahrzeugen pro Stunde zu rechnen.

Die Politiker im Bauausschuss begrüßten die Ausweisung zusätzlicher Grundstücke im beschleunigten Genehmigungsverfahren. Fragen warf jedoch die Erschließung auf. Peter Rentrup (Grüne) wies darauf hin, dass es sich bei der Franz-Geshe-Straße um eine verwinkelte Spielstraße handele, die für größere Lastwagen und Begegnungsverkehr nicht ausgelegt sei. Würde der Baustellenverkehr darüber abgewickelt, sei das für die Anwohner eine Zumutung.

Gute Chancen für Baustraße

Bauausschussvorsitzender Georg Effertz (CDU) konnte diesbezüglich Entwarnung geben. Die Chancen stünden gut, dass der Eigentümer einer angrenzenden Ackerfläche der vorübergehenden Anlage einer provisorischen Baustraße über seinen Grund und Boden zustimmen werde. Damit sei die Nutzung der engen Franz-Geshe-Straße als Baustellenzufahrt vom Tisch.

Peter Berenbrinck (SPD) wollte am liebsten noch einen Schritt weitergehen. „Wir könnten sagen, dass wir den Bebauungsplan nur dann zur Rechtskraft bringen, wenn die Einrichtung einer Baustellenzufahrt gesichert ist.“

Erweiterungspotenzial vorhanden

Das kleine Wohnquartier soll nach Osten eine Stichstraße erhalten – zunächst in Form eines Wendehammers. In späteren Jahren könne man also über die Erweiterung der Siedlung in diese Richtung nachdenken, erklärte die Stadtverwaltung. Noch sei dies aber Zukunftsmusik, sagte Georg Effertz. Weitere Flächen im näheren Umfeld stünden derzeit nicht für eine Wohnbebauung zur Verfügung.

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