Rheda-Wiedenbrück
Bleichstraße in Rheda ändert ihr Gesicht

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Vom Parkplatz mit Hinterhofcharakter zum Vorzeigeprojekt: Deutlich sein Gesicht verändern soll in den kommenden Jahren das Quartier an der Bleichstraße in Rheda. Dafür hat der Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr jetzt die ersten Weichen gestellt.

Dienstag, 18.02.2020, 20:50 Uhr

Mit großer Mehrheit hat das Gremium beschlossen, den seit Dezember vorliegenden Siegerentwurf für die Umgestaltung des Bleichstraßen-Areals zu verfeinern. In einem zweiten Schritt soll dann noch einmal die Politik eingebunden werden, bevor schließlich das Bauleitplanverfahren in den Stiel gestoßen wird. Das Konzept für die Neugestaltung des etwa 12.500 Quadratmeter großen Quartiers zwischen Hotel Reuter, dem König’s und der Volksbank stammt vom Büro Steinweg Claus Architekten aus Münster. Es hatte im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs das Rennen gemacht.

Münsteraner Entwurf überzeugt

Die Jury konnte der Entwurf seinerzeit vor allem mit seiner Gliederung überzeugen. Durch klarere Straßenführungen und die Ausbildung von Raumkanten dank geschickt platzierter Baukörper soll „der bislang nur als Parkplatzstandort wahrgenommene Bereich mit Hinterhofcharakter zu einem lebendigen Innenstadtquartier mit Einzelhandel, kleineren Gastronomie- und Dienstleistungsnutzungen in Kombination mit Wohnen und qualitätsvollen öffentlichen Räumen“ werden, heißt es in dem Konzept, das nun umgesetzt nach und nach werden soll.

Hintergrund

Durch das „Variieren des giebelständigen Hausthemas“ soll das Quartier Bleichstraße nach Worten des Technischen Beigeordneten Stephan Pfeffer „repariert und sinnvoll ergänzt werden“. Erste „interessante Gespräche“ mit Grundstücks- und Immobilieneigentümern habe es bereits gegeben, erklärte der Beigeordnete in der Bauausschusssitzung. „Es kommen Dinge in Bewegung, die vorher starr und unverrückbar erschienen.“ Die geplante kleinteilige Bebauung soll laut Siegerentwurf des Münsteraner Büros Steinweg Claus Architekten „eine gewachsene Struktur suggerieren“. Der östliche Bereich der Bleichstraße soll demnach eine reine Wohnnutzung erhalten. Im westlichen Abschnitt ist ein Mix aus Gewerbe, Dienstleistern und Gastronomie vorgesehen. Auch ein neuer öffentlicher Platz soll entstehen – als Bindeglied zwischen der Innenstadt und dem neuen Einzelhandelsstandort in Bahnhofsnähe an der Kolpingstraße.

Technischer Beigeordneter Stephan Pfeffer bescheinigte dem Entwurf, dass er zu dieser Stelle Rhedas „passt wie ein Maßanzug“. Er lobte die geplanten giebelständigen Baukörper, die unterschiedliche Wohn- und Gewerbenutzungen zuließen und zugleich den Charme der nahen Rhedaer Altstadt aufgriffen.

„Vieles noch Zukunftsmusik“

Peter Berenbrinck (SPD) gab zu bedenken, dass bei aller Euphorie nicht vergessen werden dürfe, dass die Realisierung der einzelnen Baukörper mitunter noch Jahrzehnte auf sich warten lassen werde. Einige der vorhandenen Wohn- und Geschäftshäuser in dem überplanten Bereich seien erst kürzlich von den jeweiligen Eigentümern saniert worden. Vor diesem Hintergrund sei ein baldiger Abriss illusorisch. „Vieles ist zum jetzigen Zeitpunkt nichts als Zukunftsmusik“, sagte Berenbrinck, der zudem forderte, die Grenzen des Plangebiets Bleichstraße genauer als bislang zu fassen.

Flexible Zuschnitte

In dieselbe Kerbe schlug Uwe Henkenjohann (CDU). Zur Wahrheit gehöre, dass die Umgestaltung einiger Teile des Quartiers noch viel Zeit in Anspruch nehmen werde. „Es geht auch darum, was leistbar und realistisch ist“, sagte er. Dirk Kamin (UWG) wollte wissen, ob in den vorgesehenen Neubaukörpern lediglich kleinere Flächen für Gewerbe oder Einzelhandel zur Verfügung stehen. Die Räumlichkeiten in den Erdgeschossen der Immobilien im Umfeld der Bleichstraße könnten nach Bedarf flexibel zusammengeschlossen werden, informierte Beigeordneter Pfeffer darüber, dass in dem neuen Quartier prinzipiell vieles möglich sei.

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