Rheda-Wiedenbrück
Stolperfalle vorm Rathaus entschärfen

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Die Stufenanlagen vorm Rhedaer Rathaus sollen besser gekennzeichnet werden, damit Sehbehinderte nicht darauf stolpern. Die Forderung des Rheda-Wiedenbrücker Seniorenbeirats soll jetzt in die Tat umgesetzt werden. Der zuständige Ausschuss hat dafür grünes Licht gegeben.

Donnerstag, 20.02.2020, 13:00 Uhr

Bei Benutzung von Treppenanlagen können Leib und Leben gefährdet sein, zumindest wenn das Sehvermögen eingeschränkt ist: Deshalb hat das Land NRW im Behindertengleichstellungsgesetz öffentliche Eigentümer dazu verpflichtet, Immobilien „in der allgemein üblichen Weise ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe“ – sprich barrierefrei – zugänglich und nutzbar zu machen.

Gesetz zwingt Stadt zum Handeln

Aus diesem Gesetz leitet sich für die Stadtverwaltung Rheda-Wiedenbrück ab, dass sie ihre Haupteingangstreppen am Rathaus Rheda im Sinn der Barrierefreiheit markieren muss, damit Sehbehinderte nicht zu Schaden kommen.

Anlass zum Handeln bietet ein Antrag des Seniorenbeirats mit gleichlautendem Inhalt. Das Gremium weist darauf hin, dass die Stufenanlage vor dem öffentlichen Gebäude groß sei, sich farblich allerdings kaum von der Pflasterung auf dem Platz davor abhebe. Wer nicht über die besten Augen verfüge, für den sei mit Blick auf das Grau-in-Grau kaum zu erkennen, wo Stolperfallen lauerten.

Mehr Kontrast im Einheitsgrau

Um die Situation zu verbessern „und mehr Kontrast zu bekommen“, wie es im Antrag heißt, schlägt der Seniorenbeirat vor, weiße Markierungen an der Vorderkante der einzelnen Tritte aufzubringen.

Die DIN 18040-1 „Barrierefreies Bauen“ bietet Orientierungshilfe – zunächst einmal für die Verantwortlichen im Rathaus: Dort ist beschrieben, dass Markierungen durchgängig und vier bis fünf Zentimeter breit zu sein haben. Bei bis zu drei Einzelstufen und Treppen, die frei im Raum beginnen beziehungsweise enden, muss jeder Tritt mit einer Markierung versehen werden. In Treppenhäusern indes reicht es, wenn zuoberst und am Absatz mit weißer Farbe gearbeitet wird. Es darf allerdings auch mehr sein.

SPD fordert Barrierefreiheit

Einstimmig brachten die Mitglieder des Ausschusses für Grundstücke und Gebäude während ihrer jüngsten Zusammenkunft die Markierungen auf den Weg. Gleichzeitig warf SPD-Ratsherr Dirk Kursim die Frage auf, ob das Rathaus insgesamt und im Detail mal einer Betrachtung in Sachen Barrierefreiheit unterzogen worden sei. „Nein“, antwortete der Leiter des Fachbereichs Immobilienmanagement, Thomas Becher. „Aber das wäre in der Tat eine interessante Aufgabenstellung.“ Eine Antwort, die wiederum CDU-Vertreter Georg Effertz dazu veranlasste, darauf hinzuweisen, dass zumindest alle erforderlichen Stellen des Verwaltungsgebäudes auch für Menschen mit Handicap erreichbar seien.

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