Rheda-Wiedenbrück Vortrag: Alternative zu Steinwüsten

Rheda-Wiedenbrück (ebl) - Hauseigentümer stellen sich oft die Frage, wie man den Garten gestaltet. Sie entscheiden sich für eine Steinwüste und hoffen, weniger Arbeit zu haben. Ein Irrglaube, meint Philippe Dahlmann. Der Gartenberater hat bei seinem Vortrag eine Alternative aufgezeigt.

Von Anonymous User

Eine Steinwüste ist nicht pflegeleicht“, stellte der Experte vor 80 Besuchern im Pfarrheim St. Johannes am Donnerstagabend in Rheda klar. „Unter diesen Steinen setzt sich Laub ab. So entsteht eine Humusschicht. Das ist ein idealer Nährboden für Löwenzahn. Ich denke, das liegt nicht im Interesse des Gartenbesitzers“, schätzte der 41-Jährige ein.

Experte erzählt über Extrembeispiel

Ein schöner Garten kann das Lebensgefühl seiner Besitzer verbessern. Anders als ein Beispiel aus einer Neubausiedlung in Hamm, von dem der Experte am Abend erzählte.

„Dort wurden Gabionenwände im Garten aufgestellt. Diese speichern im Gegensatz zu Grünhecken Wärme. Den Urlaub in Italien kann man sich somit sparen, wenn man es heiß haben will“, scherzte Dahlmann, der für den Verband Wohneigentum NRW tätig ist und regelmäßig Seminare dieser Art gibt.

Wie sieht es mit der Bodenbeschaffenheit aus?

Er setzte einen Begriff in den Fokus: naturnah. Diese Eigenschaft sollte jeder Garten haben. „Das heißt nicht, dass Pflanzen beliebig an unterschiedliche Stellen im Garten gesetzt werden. Es bedarf einer genauen Analyse“, meinte der Mann aus dem Kreis Soest.

Wie sind die Lichtverhältnisse? Wie warm kann es an einer bestimmten Stelle werden? Und wie sieht es mit der Bodenbeschaffenheit aus? Der Experte empfahl für Letzteres eine Bodenanalyse, die mindestens vier Wochen vor der Bepflanzung zu tätigen ist. „Mit einem Analyse-Set entnimmt man Bodenproben, schickt diese an ein Labor und bekommt im Anschluss einen Tipp, welche Pflanzen in diesen Garten gehören“, erklärte Dahlmann, der die Durchführung dieser Arbeit im Februar vorschlug.

Wie wäre es mit bunten Mischstauden?

Eingeladen wurde der Experte von der Rheda-Wiedenbrücker Gemeinschaft des Verbands Wohneigentum. Ihr Vorsitzender, Roland Dust, appellierte an seine Mitglieder: „Wir haben heute Abend viele Dinge gelernt. Ich hoffe, ihr nehmt euer Wissen mit und teilt es mit den Besitzern von Steingärten.“

Wer eine pflegeleichte Alternative für seinen Garten braucht, der sollte auf die Bepflanzung von Stauden setzen. „Die Planung der Anlage bedarf keiner professionellen Hilfe. Sie müssen die Stauden lediglich für acht Minuten im Jahr pflegen – und damit ist die größte Arbeit getan“, schilderte Philippe Dahlmann dem Publikum in Rheda den Vorteil der Mischstauden.

Erwartungen nicht enttäuscht

Um Farbe ins Spiel zu bringen, kann man diese Pflanzen miteinander beliebig kombinieren. Das Ergebnis: ein blühender Vorgarten, der das gesamte Jahr schön anzuschauen ist und kein tristes Grau. Im Gegensatz zu Steinwüsten siedeln sich Insekten an Staudenbeeten an: Bienen, Wespen, Hummeln, Marienkäfer, Schmetterlinge sowie Erdwürmer sind einige Beispiele.

Einer der 80 Besucher an dem Abend im Pfarrheim St. Johannes war Martin Schmidt. Die Erwartungen des Gärtners aus Langenberg hat Philippe Dahlmann nicht enttäuscht: „Obwohl ich durch meinen Beruf einige Dinge weiß, habe ich heute viel Neues im Hinblick auf Steinwüsten gelernt. Dieses Wissen werde ich an meine Kunden weitertragen.“

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