Rheda-Wiedenbrück
Linteler lieben ihre jecke „Ecke“

Rheda-Wiedenbrück (lani) - Dass die Ecke Sagemüller aus Lintel den großen Karnevalsvereinen der Doppelstadt in Sachen Narretei in nichts nachsteht, steht schon vor der Sause fest. Lange bevor die erste donnernde Rakete in der Halle - pardon - im Saloon Voltmann zündete, war die Party ausverkauft.

Sonntag, 23.02.2020, 16:33 Uhr

Diejenigen, die Eintritt in den Wilden Westen erhielten, durften sich auf ein vierstündiges Bühnenprogramm freuen. Spätestens als zum großen Finale noch einmal alle Protagonisten des Gemeindekarnevals gemeinsam auf der Bühne stehen, die Konfetti Kanonen eine Salve nach der anderen ins Publikum abfeuern und aus hunderten Kehlen die noch frische Linteler Jeckenhymne „I Love Ecke“ intoniert wird, ist Aufatmen bei den Gemeindekarnevalisten ob der gelungenen Sitzung angesagt. Für andere wiederum heißt es um kurz vor Mitternacht durchatmen, schließlich ist Party bis in die Morgenstunden angesagt.

Cowboys und Indianer-Squaws stürmen ins Rampenlicht

Doch der Reihe nach: Als wäre die Bühne im Saloon an der Varenseller Straße mit dem Einmarsch des Elferrats nicht schon genug vor platztechnische Herausforderung gestellt, bringen die Tollitäten Prinz Nico Hollenbeck und seine Lieblichkeit Lisa Hofmeister einen Thron mit, den die „Ecke“ so noch nicht gesehen hat: 30 Cowboys und Indianer-Squaws stürmen ins Rampenlicht, dass die Bühnenbretter vor der Last nur so ächzen und knarzen.

Das ohnehin schon dünne Eis zwischen Publikum und Aktiven auf der Bühne ist nun vollends geschmolzen. Auf die Probe gestellt wird das Werk der Bühnenbauer auch bei den schwungvollen Tanzdarbietungen der Ecken-Formationen und der Freunde aus Wiedenbrück von WCV und KG Helü. Bei den vereinseigenen Gruppen stechen da vor allem die 21 Eckengirls und die „Dancing Queens“ hervor. Letztere verwandeln die Voltmann-Arena in eine bunte Blumenwiese, auf der es nur so brummt und summt.

Das vermeintlich starke Geschlecht lässt derweil im Dunkeln die rot erleuchteten Stöcke wirbeln – seit vergangenem Jahr verfügt die „Ecke“ mit den Knüppelbrüdern über so etwas wie einen eigenen Spielmannszug – oder tanzt zusammen mit Prinz Nico als Eckentänzer zu den fetten Beats von Seeed, den Fantastischen Vier und Co. Dass es die Besucher bei derlei dargebotener Fröhlichkeit nicht auf den Bänken hält, ist nur nachvollziehbar.

Frau Ellermeyer aus dem Nähkästchen

Wenn die Ecke Sagemüller Karneval feiert, kann man sich sicher sein, dass ein scharfer Zungenschlag sowie ganz viel Hohn und Spott den Ton angeben. Zu spüren bekommen dies wie so oft beim Linteler Gemeindekarneval die Nachbarn aus Rheda. „Das tut gut mal weg zu sein vom Schlachtgeruch, oder?“, wirft Andrea Kaupmann alias Lehrerin Ellermeyer Besuchern aus der ehemaligen Fürstenstadt in ihrer Bütt an den Kopf. Und dann plaudert die Lehrerin der Postdammschule noch aus dem Nähkästchen. Ganz ungeniert gibt sie zu, dass sie von Verhoffs gern mal ein Paket Spargel entgegennahm, wenn’s bei deren Nachwuchs notentechnisch mal nicht so rosig aussah.

Während die Eckensänger-Kids nach der Musik von Ramsteins „Engel“ den „bierbäuchigen Elferrat“ aufs Korn nehmen, hat das Gruppenpendant der Erwachsenen unter anderem die Geschlechtergerechtigkeit im Blick. Nach der Melodie des Udo-Jürgens-Klassiker „Aber bitte mit Sahne“ wecken die Eckensänger Begehrlichkeiten nach einer „Uniform für die Damen“ – um sie darauf wieder mit müden Männerparolen wieder zunichte zu machen.

Auftritt der Landjugend ein Höhepunkt

Einer der Höhepunkte der jecken Ecken-Party ist kurz vor Schluss der Auftritt der Landjugend. Die Jungen und Mädchen haben gleich ein ganzes Programmpaket geschnürt, das der Postdammschule huldigt, dem Ort also, dem das Linteler Lebensgefühl zugrunde liegt. Als der sprichwörtliche Vorhang fällt, schallt es wieder „I Love Ecke“ durch die Halle. Aber wen wundert’s?

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