Rheda-Wiedenbrück
Rettungshunde trainieren den Notfall

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Raven ist nicht nur eine bildhübsche vierjährige belgische Schäferhündin, sondern auch extrem schlau. Sie und ihre Besitzerin Manuela Trendelberend bilden ein Team, und das nicht nur privat, sondern auch bei der Rettung von Menschenleben.

Dienstag, 25.02.2020, 12:31 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 10:47 Uhr

Mensch und Tier  sind aktive Mitglieder des Bundesverbandes Rettungshunde  in der Rettungshundestaffel Lippe-Ems. Manuela Trendelberend ist Ausbildungsleiterin, und an diesem Tag haben sie einen besonders spannenden Ort zum Trainieren. Dank der Kontakte des Rheda-Wiedenbrücker Mitglieds Joachim Jacobsen, der mit seinem Weimaraner Lincoln seit einiger Zeit dazu gehört, durfte die Gruppe eine Woche lang im Reethus trainieren, bevor es abgerissen wird.

Reethus bietet beste Bedingungen

„Das ist für uns ein großes Glück, weil es hier viele Verstecke gibt, es teilweise sehr dunkel ist und wir natürlich auch temperaturmäßig beste Bedingungen haben“, betont die Ausbildungsleiterin. In erster Linie besteht die Arbeit der Rettungshundestaffel im Aufspüren vermisster Menschen. Mit ihren feinen Nasen sind die Hunde Dank einer guten Ausbildung in der Lage, Menschen aufzuspüren, auch in den hintersten Ecken und Winkeln.

Raven rennt etwas aufgeregt durchs Reethus. Es dauert nicht lange, dann bleibt sie vor dem Inforegal im Eingang stehen, schnüffelt und bellt dann los. Das macht sie so lange, bis ihre Besitzerin kommt. Und tatsächlich: Als Manuela Trendelberend das Regal von der Wand schiebt, sitzt dahinter eine Person. Raven wird belohnt. Das kann ein Ball zum Spielen sein oder auch ein Leckerchen, je nachdem, was der Hund lieber mag.

35 Aktive wollen für den Ernstfall gewappnet sein

Auch die anderen Hunde wie Lincoln, der Australien Shepherd Athos oder Luna machen ihre Aufgabe gut und finden bei der Übung „Anzeigen“ schnell die versteckten Personen. Es gibt vier Säulen bei der Arbeit mit den Rettungshunden, die aus Anzeigen, Riechen, Lenken und Laufen bestehen. Das Dach dieser Säulen wird dann Suche genannt. Dass Mensch und Hund ein gutes Team sind, das spürt man bei der Rettungshundestaffel Lippe-Ems, die es bereits seit 1997 gibt. 35 Aktive, einige davon auch ohne Hund, gehören dazu. Bis zu vier Mal in der Woche trainieren sie, damit sie für den Ernstfall gewappnet sind. Alleine die Ausbildung dauert schon mindestens zwei Jahre.

Deshalb sei es auch gut, wenn man als Mensch ehrenamtlich in so einer Rettungsstaffel arbeiten möchte, schon möglichst früh mit seinem Hund anzufangen, erklärt Trendelberend. Martina Memmert aus Bielefeld findet ihre ehrenamtliche Tätigkeit toll und erfüllend, weil sie und ihr Hund ein richtig gutes Team sind und sie auf diese Art Menschen helfen kann und ihren Hund an ihrer Seite weiß. Auch das Team sei toll, Freundschaften seien entstanden. Joachim Jacobsen, der vielen Rheda-Wiedenbrücker aus früheren Zeiten als Ballonfahrer bekannt ist, setzt nun endgültig auf festen Boden unter den Füßen. Der 75-Jährige meint, dass Menschenleben retten eine schöne Aufgabe sei und er die intensive Arbeit mit seinem Hund mag.

Staffel ist in kreisweites Notfallkonzept eingebunden

Seine Frau Maria ist oft dabei und übernimmt die Rolle der Vermissten. Die Anforderungen an den Hundebesitzer und das Tier seien hoch, sind sich alle einig. Sie setzen bei einem Einsatz ihr eigenes und das Leben ihres Hundes aufs Spiel wie die Ehrenamtlichen der freiwilligen Feuerwehr oder anderer Hilfsdiensten wie DRK oder Malteser. Regelmäßiges Training, Theorieeinheiten zu Themen wie Erste Hilfe, GPS, Verhalten im Gelände und Gefahrenquellen erkennen müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Die Staffel ist im Notfallkonzept des Kreises Gütersloh eingebunden.

Neben Flächen- und Trümmerhunden werden auch Mantrailer ausgebildet. Bis zu 100 000 Menschen werden pro Jahr in Deutschland als vermisst gemeldet. Oft sind es alte Menschen oder Kinder, und sie alle haben eines gemeinsam - sie befinden sich unter Umständen in einer lebensbedrohlichen Situation, aus der sie ohne Hilfe nicht herauskommen. Die freiwillige Rettungshundestaffel ist auf Spenden und Unterstützungen angewiesen. Da viele Trainingsgelände weit weg sind, müssen sie oft viele Kilometer auf eigene Kosten fahren. 

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